Ausbau

800 MBit/s: M-net setzt erstmals in Deutschland G.fast ein

In München kommt bei der zweiten Glasfaser-Ausbaustufe von M-net erstmals in Deutschland G.fast zum Einsatz. So kann die bestehende Verkabelung im Haus weiter genutzt werden.
Von der Anga Com in Köln berichtet
AAA
Teilen (24)

Wie bereits berichtet, wird der Glasfaseranbieter M-net seinen Ausbau mit direkten Glasfaser­anschlüssen in München fortsetzen und weitere 35 000 Gebäude mit Glasfaser erschließen. Wie der Anbieter heute im Rahmen der Anga Com in Köln bekanntgab, kommt dabei erstmals der Übertragungsstandard G.fast zum Einsatz. Damit sollen auch ohne das Glasfaser bis in die Wohnungen zu verlegen, Datenraten von 800 MBit/s als Summenbandbreite möglich werden. Als Partner wurde Huawei ausgewählt.

M-Net setzt erstmals in Deutschland auf G.fastM-net setzt erstmals in Deutschland auf G.fast Mit G.fast wird das Glasfasersignal, das bis in den Keller gelegt wird, dort in ein G.fast-Signal umgewandelt. Damit sind auf den letzten Metern in die Wohnung des Kunden deutlich höhere Datenraten möglich als mit bislang eingesetzten Technologien auf xDSL-Basis. So kann M-net in bestehenden Verkabelungen in den Häusern sehr hohe Datenraten anbieten, ohne innerhalb der Häuser die Wände aufreißen zu müssen, um Glasfasernetze in der Wohnung zu verlegen. Auch bestehende Telefon- oder Fernsehkabel lassen sich dadurch weiterhin verwenden.

Die Partnerschaft von Huawei und M-net ist nicht neu. Schon 2003 haben die beiden Unternehmen zusammen in Augsburg das Netz gemeinsam ausgebaut. In der neuen Ausbauphase werden insgesamt 230 000 Wohnungen versorgt. Versorgt werden alle Wohnungen, für deren Häuser ein Gestattungsvertrag vorliegt. M-net geht nicht in die Vorvermarktung und hat damit nach eigenen Angaben gute Erfahrungen gemacht. Mehr als die Hälfte der Kunden buche hohe Datenraten, die entsprechenden Umsatz mitbringen. Allerdings wird der Ausbau bis zu fünf Jahre dauern, dann wird M-net nach eigenen Angaben 70 Prozent der Münchner mit dem eigenen Netz erreichen. Doch auch danach werde man voraussichtlich weiter ausbauen, wie Jens Prautzsch, Vorsitzender der M-net Geschäftsführung ankündigte. Auch werde M-net langfristig jede Wohnung direkt mit Glasfaser erschließen.

"Zusammen mit M-net können wir wieder einmal unsere globale Technologieführerschaft untermauern, so dass erstmals in Deutschland mit einem FTTB-Netz basierend auf G.fast-Technologie hochleistungsfähige Breitbandanschlüsse bereitgestellt werden", sagt Kevin Hu, CEO Huawei Technologies Deutschland GmbH. Wo M-net im Rahmen der zweiten Ausbaustufe Glasfaser und G.fast einsetzt, erfahren Sie in einer ausführlichen Meldung.

Huawei hat die branchenweit erste 10-GBit/s-HFC-Zugangsplattform vorgestellt

Huawei hat im Rahmen der Anga Com darüber hinaus die branchenweit erste 10-GBit/s-HFC(Hybrid Fiber Coaxial)-Zugangsplattform vorgestellt. Sie richtet sich an die Netzbetreiber von TV-Kabelnetzen. Die Plattform sei die erste Hochleistungslösung, die 10 GBit/s nach dem TV-Kabelnetz­standard DOCSIS 3.1 und 10G PON bei Glasfaser unterstützt. Gleichzeitig bietet sie Mehrfachsystembetreibern die Möglichkeit, einerseits mit der Zunahme von Gigaband-Zugängen und andererseits mit der zukünftigen Entwicklung im Bereich IP-Videos Schritt zu halten.

In einem weiteren Artikel hatten wir über die Debatte zur Abschaltung des analogen Kabelanschlusses berichtet. Mehr zur G.fast-Technik wiederum erfahren Sie im Folgeartikel zu M-net.

Teilen (24)

Mehr zum Thema Anga Com