Ausblick

Gerpott: Es wird keinen neuen Mobilfunk-Anbieter geben

Telekommunikations-Experte sieht keinen neuen Bieter für freie Frequenzen
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Prof. Dr. Torsten J. Gerpott, der den Lehrstuhl Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen inne hat, sieht keinen neuen Mobilfunkanbieter auf dem deutschen Markt. Theoretisch möglich würde dieses durch die umstrittende Versteigerung freier (Mobilfunk-)Frequenzen aus der sogenannten Digitalen Dividende. Gerpott geht davon aus, dass die zur Versteigerung kommenden Frequenzen unter den vier existierenden Mobilfunkanbietern aufgeteilt werden. "Wir werden kein zweites Quam oder mobilcom sehen", sagte Gerpott heute auf der Euroforum-Veranstaltung "Telecom Trends" in Düsseldorf. Ferner geht er davon aus, dass die Auktionen wie geplant im zweiten Quartal stattfinden. Kritisch könnte der Termin allerdings wegen einiger Klagen gegen das Auktionsverfahren werden.

Nach Gerpotts Angaben überstiegen die Umsätze mit "echtem" mobilen Internet erstmals die mit mobilem Messaging erzielten Erlöse. 2009 wurde nach Schätzungen 5,5 Milliarden Euro Umsatz im Mobilfunk generiert, die nicht aus dem Sprach-Bereich kamen. 51 Prozent dieses Umsatzes wurden demnach mit mobilen Datendiensten aller Art generiert, 49 Prozent mit SMS und MMS.

Dabei geht der mit Applikationen für Smartphones generierte Umsatz derzeit weitgehend an den vier Netzbetreibern vorbei. Bei Verkäufen über die Appstores der verschiedenen Handyhersteller sind diese nicht beteiligt. Dabei werde das Wachstum bei den mobilen Datendiensten neben der Preisgestaltung vor allem durch jene Smartphones getrieben. Bis 2012 erwartet Gerpott eine Zunahme des Smartphone-Anteils im Konsumentenmarkt auf bis zu 40 Prozent, aktuell liegt der Anteil bei 15 Prozent.

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