Gerichtsurteil

Samsung muss alten Smartphones keine Updates bereitstellen

Wer ein älteres Samsung-Smartphone besitzt, braucht auch in Zukunft nicht auf Aktualisierungen zu hoffen. Die Klage einer niederländischen Ver­braucher­organi­sation wurde abgewiesen.
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Wie lange Samsung wohl das Galaxy S9+ mit Updates versorgen wird?Wie lange Samsung wohl das Galaxy S9+ mit Updates versorgen wird? Üblicherweise wird ein Smartphone mit Google-Betriebssystem seitens der Hersteller nach spätestens zwei Jahren auf das Update-Abstellgleis geschoben. Besonders bei Samsung ist dieser Fakt für viele Verbraucher schwerwiegend, da der Marktführer einen großen Teil der in Umlauf befindlichen Android-Mobiltelefone verkauft. Consumentenbond, die größte niederländische Verbraucherorganisation, wollte der Update-Armut entgegenwirken und reichte eine Klage ein. Die in Den Haag ansässige Institution forderte von Samsung vier Jahre Aktualisierungen oder zumindest zwei Jahre nach dem Ende des regulären Verkaufs eines Produkts. Das zuständige Gericht entschied zugunsten des Herstellers.

Verbraucherorganisation wollte Update-Zeitspanne erhöhen

Unter den Android-Smartphones herrscht gewissermaßen eine Dreiklassengesellschaft. Den besten Support erhalten die direkt von Google vertriebenen Pixel- und Nexus-Produkte, danach folgen Handys, die dem Android-One-Programm angehören. An letzter Stelle stehen schließlich alle anderen Mobilgeräte, auf denen der grüne Blechkamerad vorinstalliert ist – und diese machen den Großteil des Markts aus. Der Frust betreffend ausbleibender Updates der Organisation Consumentenbond (via BBC) ist also nachvollziehbar; dass man sich direkt an Samsung gewandt hat, ebenfalls. Samsung ist schließlich der führende Smartphone-Hersteller und leider nicht gerade als blitzschneller Lieferant neuer Softwareversionen bekannt. Die klagende Institution gab an, dass keine zeitigen Updates für die Android-Telefone des südkoreanischen Konzerns erscheinen würden. Bei vielen Samsung-Smartphones erhalte man sogar überhaupt keine Sicherheitsupdates mehr. Der Hersteller solle seine Handys für „mindestens vier Jahre nach dem Verkaufsstart“ oder „wenigstens zwei Jahre nach Ende des Verkaufs“ aktuell halten.

Das niederländische Gericht wies die Klage ab

„Die Ansprüche von Consumentenbond sind unzulässig, da sie sich auf zukünftige Handlungen beziehen“, urteilten die Richter. Samsung müsste seine sämtlichen Smartphones aktualisieren, wenn ein schwerwiegendes Problem entdeckt werden würde. Dies könnte aufgrund der Art des Fehlers und der Inkompatibilität durch ältere Hardware möglicherweise nicht machbar sein. Deshalb sei es unmöglich vorauszusagen, wie viele Samsung-Mobilgeräte ein Update erhalten und Samsung zu beauftragen, alle Telefone für vier Jahre zu aktualisieren. Die Verbraucherorganisation zeigte sich enttäuscht von diesem Urteil. „Samsung bringt so viele Modelle auf den Markt, dazu zwingt sie niemand. Ein Automobilhersteller muss ebenfalls sicherstellen, dass seine Fahrzeuge sicher und zuverlässig bleiben. Samsung hat dieselbe Verpflichtung“, so Consumentenbond. Der Hersteller hingegen ist der Auffassung, dass die eigene Update-Politik ungerechterweise in ein negatives Licht gerückt worden sei. Das Urteil würde aufzeigen, dass man die Sicherheit seiner Smartphones sehr ernst nehme.

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