Vergütungsvertrag

GEMA kassiert beim Onlinekauf eines Spielfilms 16,5 Cent

Video on Demand: Die GEMA und der Bitkom haben einen Vergütungsvertrag für Online-Abrufe ausgehandelt. Beim Onlinekauf eines Spielfilms gehen 16,5 Cent an die GEMA. Weitere Details lesen Sie in unserer Meldung.
Von Marie-Anne Winter
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Der Abruf von Filmen aus dem Internet wird immer beliebter - entsprechend haben der Hightech-Verband Bitkom und die Verwertungsgesellschaft GEMA jetzt erstmalig eine Vereinbarung für die Anbieter von Video-on-Demand-Diensten im Internet getroffen. Der Vertrag regelt die Höhe der urheberrechtlichen Vergütungen für Musik in Filmen, Serien, TV-Shows, Dokus und anderen Formaten, die von den Betreibern von Online-Videotheken abgeführt werden müssen.

Die Lizenzvergütungen betragen zum Beispiel für Spielfilme 16,5 Cent beim Kauf und 5,5 Cent für die Ausleihe eines Films. Bei TV-Serien liegen die Lizenzvergütungen bei 4,9 Cent für den Kauf einer Folge und 2,35 Cent für den zeitlich begrenzten Abruf.

Diese Fernseher sind noch offline - aber die Nutzung von Online-Videotheken wird immer beliebter.Diese Fernseher sind noch offline - aber die Nutzung von Online-Videotheken wird immer beliebter. "Für die seit Jahren andauernde Diskussion um die angemessene Vergütung konnte nun endlich eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Die Einigung schafft Planungssicherheit für die Anbieter und leistet damit einen Beitrag zum Erfolg des wachsenden Marktes für Video-on-Demand im Internet", erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Der GEMA-Vorstandsvorsitzende Harald Heker sagte: "Der Gesamtvertrag für Video-on-Demand Angebote ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Lizenzierung von Onlineangeboten. Er zeigt, dass auch im Onlinebereich angemessene Vergütungen für die von der GEMA vertretenen Rechteinhaber vereinbart werden können."

Der Vertrag gilt rückwirkend ab 1. Januar 2002. Bitkom-Mitglieder erhalten einen Gesamtvertragsrabatt auf den Video-on-Demand-Tarif der GEMA. Die Vereinbarung bezieht sich nur auf den Kauf oder die Ausleihe einzelner Videos. Nicht erfasst werden Abo-Angebote, die auf einem monatlichen Pauschalbetrag für die begrenzte oder unbegrenzte Nutzung von Videodiensten basieren. Hierzu laufen die Verhandlungen zwischen Bitkom und GEMA weiter. Ebenfalls nicht eingeschlossen sind ausschließlich werbefinanzierte Angebote.

Viele Gründe für zunehmende Nutzung

Die Nutzung von Online-Videotheken steigt derzeit rasant. Nach Prognosen des Bitkom auf Basis von Zahlen des Marktforschungsinstituts IHS Technologie werden im Jahr 2014 in Deutschland rund 27,2 Millionen Filme in digitaler Form online gekauft oder ausgeliehen. Das entspricht einem Zuwachs von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Darüber hinaus werden voraussichtlich rund 6,1 Millionen TV-Serien als einzelne Episoden oder als Staffel im Internet gekauft oder geliehen (plus 15 Prozent).

Die zunehmende Beliebtheit von Online-Videotheken hat mehrere Gründe: Zum einen bauen die Portale ihre Film- und Serienangebote immer weiter aus und immer mehr Nutzer verbinden ihre Fernseher mit dem Internet. Aktuell sind in deutschen Haushalten bereits rund 14 Millionen Fernseher direkt oder über andere Geräte wie Spielkonsolen oder Set-Top-Boxen online.

Außerdem werden Videos auch zunehmend auf mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones angesehen - der Video-Streaming-Experte Ooyala erwartet, dass im Jahr 2016 jeder zweite Video-Inhalt über mobile Geräte abgerufen werden wird. Vor allem Sport-Events würden mobil angeschaut. Dazu kommt, dass immer mehr Haushalte über einen breitbandigen Internet-Zugang verfügen, mit dem der Abruf von Videos schneller und komfortabler wird.

Eine Übersicht über die Angebote der Online-Videotheken finden Sie in einem weiteren Aritkel.

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