Hersteller-Allianz

Xiaomi, Oppo, Vivo: Gemeinsamer Appstore gegen Google

Xiaomi, Oppo, Vivo – und even­tuell auch Huawei – ziehen an einem Strang, um gemeinsam zeit­gleich Apps in ihren Stores zu veröf­fent­lichen und somit ihre Reich­weite zu erhöhen. Hierfür wurde eine Allianz namens GDSA gegründet.
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Eine ernst­zuneh­mende Alter­native für die domi­nierende Android-App-Distri­buti­onsplatt­form Google Play bahnt sich an. Einem Bericht zufolge gingen die vier großen chine­sischen Hersteller Xiaomi, Oppo, Vivo und Huawei eine Allianz ein, um eine neue Platt­form zur gleich­zeitigen und unab­hängigen Bereit­stel­lung von mobilen Anwen­dungen ins Leben zu rufen. Global Deve­loper Service Alli­ance, kurz GDSA, nennt sich der Zusam­menschluss. Bislang sind Xiaomi, Oppo und Vivo als Mitwir­kende bestä­tigt, die Teil­nahme von Huawei ist noch unge­wiss. Zu Beginn sollen neun Regionen unter­stützt werden, darunter Russ­land, Indo­nesien und Indien.

GDSA als Play-Store-Alter­native?

Teaser-Grafik der GDSA-WebseiteTeaser-Grafik der GDSA-Webseite Auf dem chine­sischen Markt haben die Google-Dienste von Android-Mobil­geräten keine Rele­vanz, im Gegen­teil, sie wurden sogar gebannt. Die Hersteller kochen folg­lich ihre eigenen App-Store-Süpp­chen, wirt­schaft­lich und demo­grafisch betrachtet reichen diese Lösungen aber nicht an den Play Store heran. Allein in 2019 gene­rierte Google mit seiner App- und Medien-Platt­form welt­weit insge­samt 8,8 Milli­arden US-Dollar. Oppo, Vivo und Xiaomi haben laut Reuters die GDSA gegründet, um Anwen­dungen simultan in ihren eigenen Stores zu veröf­fent­lichen. Ein Xiaomi-Spre­cher betonte, dass der Zusam­menschluss nicht darauf abzielt, Google heraus­zufor­dern und bestritt Huaweis Mitwirken an dem Projekt. Huawei selbst wollte sich zu diesem State­ment nicht äußern. Nicole Peng, Vize­präsi­dentin der Mobil­funk-Abtei­lung des Markt­forschungs­insti­tuts Canalys, gab ihre Einschät­zung zu GDSA preis: „Durch das Formen dieser Allianz wird jedes Unter­nehmen versu­chen, von den Vorteilen der anderen in unter­schied­lichen Regionen zu profi­tieren, mit Xiaomis starker Nutzer­zahl in Indien, Vivo und Oppo in Südost­asien und Huawei in Europa.“

Bessere Verhand­lungs­posi­tion gegen Google

Während Xiaomi und die Webseite der GDSA also derzeit Huawei nicht als Partner bestä­tigen, scheint Canalys dennoch auf einen Beitritt des Herstel­lers zu pochen. Katie Williams, eine Analystin bei Sensor Tower, bringt den Vize-Smart­phone-Markt­führer eben­falls für die Grup­pierung ins Spiel: „Dadurch, dass es den Entwick­lern einfach gemacht wird, ihre Reich­weite über mehrere App-Stores zu erhöhen, ziehen Huawei, Oppo, Vivo und Xiaomi mehr Entwickler und somit mehr Apps an.“ Laut Peng würde man auf diesem Weg eine bessere Verhand­lungs­basis gegen Google schaffen. Zusammen halten die vier Hersteller derzeit 40,1 Prozent des globalen Smart­phone-Marktes. Aller­dings hält Peng die Ausfüh­rung der GDSA für schwierig, da nicht abzu­schätzen ist, welcher Partner mehr Arbeit und Geld inves­tiert. In der Vergan­genheit hätten solche Alli­anzen nicht beson­ders gut funk­tioniert.

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