Themenspezial: Unterwegs Interview

Garmin: "Eigenes Betriebssystem ist flexibler"

Garmin setzt vor allem im Bereich Smart­wat­ches auf Wachstum. Im Gegen­satz zu Wett­bewer­bern sind die Weara­bles jedoch mit einem eigenen Betriebs­system ausge­stattet, was vor allem die Entwick­lung beschleu­nigen soll.
Von Björn König

Foto: Garmin Deutschland GmbH Julia Stanglmair ist Category Managerin DACH bei Garmin
Foto: Garmin Deutschland GmbH
Garmin zählt neben Fitbit und Apple zu den bekannten Smart­watch-Herstel­lern. Das Unter­nehmen setzt dabei vor allem auf die Themen Outdoor- und Fitness­funk­tionen sowie das mobile Bezahl­ver­fahren "Garmin Pay". Über konkrete Pläne spre­chen wir mit Julia Stangl­mair, Cate­gory Mana­gerin DACH.

teltarif.de: Garmin ist ursprüng­lich als Hersteller von Navi­gati­ons­geräten bekannt. Mitt­ler­weile spielen Smart­wat­ches in Ihrem Sorti­ment eine große Rolle. Auf welche Funk­tionen setzen Sie hier den Schwer­punkt?
Julia Stangl­mair: Wir entwi­ckeln all unsere Produkt­seg­mente stetig weiter und legen hierbei u.a. viel Wert auf Inno­vation und Zuver­läs­sig­keit. Funk­tions­schwer­punkte setzten wir dabei grund­sätz­lich so, dass die Bedürf­nisse unserer Kunden optimal erfüllt werden. Das gilt für alle Garmin Produkte, so auch für unsere Smart­wat­ches. Hier sehen wir, dass unsere Kunden vor allem die Moti­vation und Unter­stüt­zung schätzen, die Ihnen Garmin beim Errei­chen der persön­lichen Ziele bietet. Daher verfügen nahezu all unsere Modelle über zahl­reiche Gesund­heits- und Fitnesstracking-Funk­tionen wie z.B. 24/7 Herz­fre­quenz­mes­sung, BodyBattery, Atem­fre­quenz, erwei­terter Schlaf­ana­lyse und animierten Work­outs, die zu einem aktiven und gesunden Lebens­stil moti­vieren. Je nach persön­lichem Trai­nings­schwer­punkt unter­stützen unsere verschie­denen Modell­reihen die persön­liche Leis­tungs­stei­gerung zusätz­lich mit dezi­dierten Perfor­mance-Analysen, physio­logi­schen Mess­werten und/oder beinhalten vorin­stal­liertes Karten­mate­rial, welches eine indi­vidu­elle Navi­gation oder Routen­pla­nung direkt auf der Uhr ermög­licht. Mit smarten Funk­tionen wie Garmin Pay und Garmin Music stellen sie neben dem sport­lichen Aspekt auch im Alltag einen großen Mehr­wert für unsere Kunden dar.

Foto: Garmin Deutschland GmbH Julia Stanglmair ist Category Managerin DACH bei Garmin
Foto: Garmin Deutschland GmbH
teltarif.de: Gibt es bestimmte aktu­elle oder geplante Features, in denen sich die Uhren von anderen Wett­bewer­bern unter­scheiden? Eine inter­essante Funk­tion der Apple Watch ist ja beispiels­weise die Möglich­keit, EKGs aufzu­zeichnen.
Julia Stangl­mair: Grund­sätz­lich über­zeugen Garmin-Produkte durch ihre Qualität und Lang­lebig­keit. Gleich­zeitig ist das Unter­nehmen im Bereich Inno­vation immer wieder Vorreiter in der Branche. So setzt Garmin beispiels­weise beim Thema Akku-Lauf­zeit seit Jahren die Stan­dards im Markt und ist zuletzt mit den Garmin Solar-Modellen wieder einen wegwei­senden Schritt gegangen. Durch eine inte­grierte trans­parente Solar­lade­linse können die Uhren Sonnen­energie zur Akku­auf­ladung nutzen und kommen so auf eine deut­lich verlän­gerte Akku­lauf­zeit. Gerade im Outdoor-Bereich sehen wir hierfür großes Poten­zial. Die Garmin GPS-Smart­watch Instinct Solar hält durch diese Solar­tech­nologie bei ausrei­chender Sonnen­ein­strah­lung im Normal­betrieb beispiels­weise ganze 54 Tage durch. Im Expe­diti­ons­modus sind es bis zu 68 Tage und im Battery Saver-Modus reicht die Ladung via Sonnen­licht allein aus – hier muss man also gar keinen Gedanken mehr an das Laden der Uhr verschwenden. Auch die Puls­oxy­metrie gehörte, schon bevor sie zum Stan­dard in der Branche wurde, zum Funk­tions­reper­toire von Garmin. Die über einen entspre­chenden Sensor gemes­sene Sauer­stoff­sät­tigung im Blut kann Aufschluss darüber geben, wie der Körper in verschie­denen Situa­tionen reagiert. Schläft man z.B. schlecht, kann der gemes­sene SpO2-Wert auf ein schlecht durch­lüf­tetes Zimmer hinweisen. Er kann aber auch als Hinweis auf gesund­heit­liche Verän­derungen dienen. In Hinblick auf die Trai­nings­pla­nung bietet Garmin seinen Nutzern eben­falls einen beson­deren Mehr­wert: Neben vorde­finierten Trai­nings­plänen und animierten Work­outs, die sich der Nutzer direkt auf die Uhr laden kann, erar­beitet der Garmin Coach über einen bestimmten Zeit­raum hinweg zudem einen indi­vidu­ellen Trai­nings­plan mit maßge­schnei­derten Empfeh­lungen und Tipps.

teltarif.de: Beim Design erkennt man direkt den Fokus auf Outdoor-Akti­vitäten. Wird das auch in Zukunft so bleiben, oder planen Sie ebenso Smart­wat­ches für Design-Enthu­siasten? Mit der Venu-Serie ist ja eine solche Entwick­lung durchaus erkennbar.
Julia Stangl­mair: Mit der vivoac­tive-Serie, der Venu-Serie sowie der vivo­move-Serie legen wir schon jetzt gezielt den Fokus auf einen design-orien­tierten Life­style. Bei diesen Life­style-Serien kombi­nieren wir hoch­wer­tiges Mate­rial und ein elegantes Design mit zahl­rei­chen Gesund­heits- und Fitness­funk­tionen sowie Apps für Indoor- und Outdoor­sport. Ganz nach dem Motto: Aktiver Lebens­stil trifft auf eleganten Alltag.

teltarif.de: Zum Thema Garmin Pay. Warum setzen Sie auf ein eigenes System statt beispiels­weise Wear OS von Google?
Julia Stangl­mair: Durch unser eigenes Betriebs­system können wir den Service schnell und flexibel entwi­ckeln und so zum Beispiel mit einem gerin­geren Strom­ver­brauch lange Akku­lauf­zeiten garan­tieren. Gleich­zeitig können wir Garmin Pay Smart­phone-unab­hängig allen Kunden zur Verfü­gung stellen – sowohl Android als auch iOS Nutzer können Garmin Pay problemlos über die Garmin Connect App einrichten. Mit Garmin Pay, als Teil unseres Garmin Ecosys­tems, bieten wir unseren Kunden damit einen zuver­läs­sigen Service und hohe Qualität aus eigener Hand.

teltarif.de: Bestehen konkrete Planungen, Garmin Pay abseits von Smart­wat­ches auch in weiteren Weara­bles zu imple­men­tieren?
Julia Stangl­mair: Das Bezahlen mit Garmin Pay über eine Smart­watch am Hand­gelenk soll dem Nutzer den Bezahl­vor­gang erleich­tern – einfach die Brief­tasche auf der Smart­watch öffnen, benut­zer­defi­nierten PIN eingeben und bezahlen. Das alles geht wort­wört­lich im Hand­umdrehen, ohne dass man sein Porte­mon­naie, das Smart­phone oder ein zusätz­liches Gerät aus der Tasche holen muss.

teltarif.de: Wie entwi­ckeln sich die Nutzer­zahlen von Garmin Pay?
Julia Stangl­mair: Garmin Pay spielt über unser gesamtes Produkt­port­folio hinweg eine wich­tige Rolle. Ein Groß­teil der Garmin Weara­bles ist Garmin Pay-fähig. Hinzu kommt, dass kontakt­loses Bezahlen auch in Deutsch­land immer beliebter wird. Nutzer schätzen den einfa­chen, schnellen und vor allem sicheren Bezahl­vor­gang. Daher wird das Thema Garmin Pay auch in Zukunft weiter an Bedeu­tung gewinnen.

teltarif.de: Auf welche Länder abseits von Deutsch­land fokus­sieren Sie sich mit Smart­wat­ches und Kontakt­los­zah­lungen?
Julia Stangl­mair: Garmin ist welt­weit tätig.

teltarif.de: Gibt es für das aktu­elle Jahr Planungen, neue Bank­partner aufzu­nehmen?
Julia Stangl­mair: Neben unseren bestehenden, starken Part­nern sind wir auch im stän­digen Austausch mit neuen Bank­part­nern.

teltarif.de: Ist Garmin Pay grund­sätz­lich auch mit anderen Herstel­lern kompa­tibel?
Julia Stangl­mair: Garmin Pay ist in die Garmin Connect App inte­griert, die wiederum nur mit Garmin Produkten kompa­tibel ist.

teltarif.de: Was sind die nächsten Inno­vationen mit Blick auf Garmin Pay, die für Sie nun auf der Agenda stehen?
Julia Stangl­mair: Lassen Sie sich über­raschen. Wir werden Garmin Pay ebenso wie unsere Weara­bles und Features stets weiter­ent­wickeln und auf die Bedürf­nisse unserer Kunden eingehen.

Zur Person: Julia Stangl­mair
Julia Stangl­mair ist seit 2018 bei Garmin als Cate­gory Manager DACH tätig. Sie verant­wortet bereichs­über­grei­fende Themen wie Garmin Pay sowie verschie­dene Produkt­bereiche (u.a. Running, Dive, Golf und Outdoor Hand­helds). Zuvor absol­vierte sie ihr Master­stu­dium im Bereich Marke­ting Manage­ment.

Auch Fidesmo Pay haben wir bereits getestet.

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