Zocker-Leitung

Bandbreite fürs Gaming: So klappt störungsfreies Zocken

Ein zeit­rau­bender Down­load, ein hängendes Online-Match, laggendes Cloud-Gaming und Probleme beim Strea­ming können das Spielen im Breit­bandin­ternet beein­träch­tigen. Wir geben Tipps für einen besseren Gaming-Alltag.

Wer gerne Video­spiele spielt, sei es am Desktop-Computer, am Note­book oder an der Konsole, ist häufig auf eine leis­tungs­fähige Inter­net­ver­bin­dung ange­wiesen. Heutige Top-Titel sprengen teils die 100-GB-Marke, wodurch ein Herun­ter­laden mit lang­samem Breit­band zur Gedulds­probe wird. Wer lieber auf Cloud-Gaming setzt, benö­tigt zwar gerin­gere Down­load­raten, je nach gewünschter Auflö­sung sollte dennoch genü­gend Puffer vorhanden sein. In diesem Bericht erör­tern wir empfeh­lens­werte Down- und Upload-Band­breiten für Gamer, geben Tarif­emp­feh­lungen und weisen auf weitere wich­tige Krite­rien wie den Ping und vorteil­hafte Netz­werk­hard­ware hin.

Gaming via statio­nären Breit­band: Wich­tige Krite­rien

Gaming im Breitband Gaming im Breitband
CD Project Red / Ookla - Montage: André Reinhardt
Heutige Video­spiele begeis­tern mit detail­lierter Grafik, komplexen Welten und hohen Bild­schirm­auf­lösungen. Durch die besseren Tech­nolo­gien wächst jedoch auch der Spei­cher­bedarf. Wer seine Titel online bezieht, ist entspre­chend für jedes Megabit pro Sekunde dankbar. Aller­dings profi­tieren auch Spieler mit lokalen Daten­trä­gern von einer hohen Down­load-Band­breite, denn Updates gibt es ausschließ­lich über das Internet. Und diese sind synchron zu den Games im Umfang gewachsen. Hinzu kommen die fast schon obli­gato­rischen Day-One-Aktua­lisie­rungen, welche zum Spiel­start häufig verpflich­tend sind.

Eine lang­same Leitung kann entspre­chend schon vor dem ersten Anspielen zu einer langen Warte­zeit führen. Wer auf Cloud-Gaming setzt, muss keine riesigen Down­loads stemmen und entgeht dem Update-Frust, da diese server­seitig beim Anbieter instal­liert werden. Für eine maxi­male Darstel­lungs­qua­lität sollte das Breit­bandin­ternet aber über genü­gend Reserven verfügen. Eine kurze Latenz­zeit (Ping) ist ein weiterer wich­tiger Faktor fürs Cloud-Gaming. Oftmals vernach­läs­sigt bei der Tarif­wahl wird die Upload-Geschwin­dig­keit. Diese ist vor allem für Streamer essen­ziell. So können Let's Plays in möglichst hoher Video- und Audio­qua­lität gezeigt werden.

Gaming via statio­nären Breit­band: Lokales Spielen

Große Konsole, große Spiele: PlayStation 5 Große Konsole, große Spiele: PlayStation 5
Sony
Im 4K-Zeit­alter ist alles etwas aufwen­diger in Szene gesetzt, das gilt auch für Video­spiele. Hoch­auf­lösende Texturen lassen aktu­elle Werke auch auf großen Smart-TVs scharf aussehen. Dieser opti­sche Genuss gepaart mit umfang­rei­chen Welten oder riesigen Open-World-Mecha­niken treibt die Datei­größe in die Höhe. So müssen für das Science-Fiction-Rollen­spiel-Epos Cyber­punk 2077 rund 60 bis 75 GB auf dem PC und circa 102 GB auf Konsolen wie der PlayStation 5 und der Xbox Series X herun­ter­geladen werden. Selbst ein Patch ist häufig so groß wie vor wenigen Jahren noch komplette Spiele. Die Aktua­lisie­rung auf 1.06 für Cyber­punk 2077 bean­sprucht 9 GB.

Viele Titel bewegen sich in einem Down­load-Fenster zwischen 40 und 50 GB. Bei Assassin's Creed Valhalla müssen 50 GB (Computer) respek­tive 45 GB (Konsolen) über die Daten­auto­bahn huschen. FIFA 21 ist mit 50 GB (Computer) bezie­hungs­weise 40 GB (Konsolen) kaum genüg­samer. Das neue Action-Spek­takel Nioh 2 verlangt 36 GB (Computer) und 45 bis 48 GB (Konsolen). Nach­fol­gend Beispiele für die benö­tigte Down­load-Zeit je nach Band­breite.

  • 16 MBit/s, Cyber­punk 2077, PC: 8 Stunden 20 Minuten
  • 50 MBit/s, Cyber­punk 2077, PC: 2 Stunden 40 Minuten
  • 200 MBit/s, Cyber­punk 2077, PC: 40 Minuten
  • 16 MBit/s, Cyber­punk 2077, Konsole: 14 Stunden 10 Minuten
  • 50 MBit/s, Cyber­punk 2077, Konsole: 4 Stunden 32 Minuten
  • 200 MBit/s, Cyber­punk 2077, Konsole: 1 Stunde 8 Minuten
Wer also beson­ders häufig AAA-Titel herun­ter­lädt - etwa über eine Spiele-Flat­rate wie den Game Pass - und möglichst schnell loslegen möchte, ist mit einer 200-MBit/s-Anbin­dung gut beraten.

Cloud-Gaming und Strea­ming

Cloud-Gaming und Strea­ming

Das Spielen über dedi­zierte Dienste wie Google Stadia, Micro­soft Xbox Cloud Gaming und Sony PS Now schont den Spei­cher­platz und die Leitung. Selbst bei hoher 4K-Auflö­sung sind die Anfor­derungen moderat. Folgende Empfeh­lungen spre­chen die jewei­ligen Platt­form-Betreiber aus:

  • Google Stadia: 10 MBit/s Stan­dard-Auflö­sung / 35 MBit/s 4K-Auflö­sung
  • Micro­soft Xbox Cloud Gaming: 10 MBit/s
  • Sony PS Now: 5 bis 12 MBit/s
In puncto Down­stream ist Cloud-Gaming also sehr genügsam. Bereits eine 50-MBit/s-Anbin­dung sollte selbst in Ultra-HD-Qualität in den meisten Fällen ausrei­chen. Das Spielen über das Internet setzt aber noch einen anderen wich­tigen Faktor voraus, ob nun per Stream oder Online-Multi­player-Partien, die Rede ist vom Ping. Hierbei handelt es sich um die Latenz­zeit, welche bei zu schlechten Werten zu Lags (kurze Unter­bre­chungen) führen kann. Eine Antwort­zeit zwischen 20 und 30 ms ist für ein störungs­freies Spiel­erlebnis ratsam. Ab 60 ms kann es zu häufi­geren Verzö­gerungen kommen. Google Stadia Google Stadia
Google
Der Ping vari­iert je nach Inter­net­zugangs­tech­nologie. So sind Glas­faser­netze (FTTH) meist beson­ders flott und erzielen zwischen 5 und 20 ms. VDSL schafft in der Regel 15 bis 30 ms, Kabel 20 bis 30 ms. DSL-Anschlüsse mit Fast­path-Tech­nologie und DSL2+-Leitungen sind mit 10 bis 20 ms respek­tive 15 bis 30 ms eben­falls fix. Kritisch wird es beim klas­sischen DSL (zwischen 40 und 100 ms). Gänz­lich unge­eignet fürs Cloud- und Online-Gaming ist das Satel­liten­internet. Hier gibt es mit Glück 200, manchmal auch nur 350 ms. Inter­net­seiten wie der Ookla-Speed­test geben neben der Down- und Upload­rate Aufschluss über den Ping. Twitch Twitch
Amazon
Wenn Sie Ihre Spiel­fort­schritte mit anderen teilen wollen, bieten sich Platt­form wie Amazons Twitch an. Für die Live-Über­tra­gung (Broad­cast) ist ein schneller Daten­ver­sand essen­ziell. So sehen die Voraus­set­zungen der Upload­rate seitens Twitch aus:
  • 720p, 30 FPS: 3 MBit/s
  • 720p, 60 FPS: 4,5 MBit/s
  • 1080p, 30 FPS: 4,5 MBit/s
  • 1080p, 60 FPS: 6 MBit/s
Um ein wenig Puffer zu haben, ist eine Upload-Geschwin­dig­keit von 10 MBit/s empfeh­lens­wert.

Gaming via statio­nären Breit­band: Tarif­emp­feh­lungen

„Glas­faser-Internet für Gamer“, damit wirbt der baye­rische Netz­betreiber M-net. Mit einer Down­load-Geschwin­dig­keit von 100 oder 300 MBit/s sind auch größere Spiele relativ zügig auf dem eigenen Daten­träger. Beson­ders span­nend ist die hohe Upload-Band­breite von 40 respek­tive 100 MBit/s. Ferner verspricht das Unter­nehmen eine schnelle Ping-Zeit. Somit eignet sich das Angebot auch fürs Cloud-Gaming und Online-Multi­player-Partien. Der Tarif Surf-Flat Gamer 100 schlägt mit 34,90 Euro und der Tarif Surf-Flat Gamer 300 mit 39,90 Euro monat­lich zu Buche.

Bei Voda­fone sind die Offerten Red Internet & Phone 100 sowie Red Internet & Phone 250 als güns­tiger Einstieg für das Spielen über Breit­band inter­essant. Der Upload-Speed beträgt 10 MBit/s (100-MBit-Tarif) oder 25 MBit/s (250-MBit-Tarif). Aktuell kosten alle Ange­bote des Port­folios 19,99 Euro in den ersten sechs Monaten. Danach geht es auf 34,99 Euro (Red Internet & Phone 100) bezie­hungs­weise 39,99 Euro (Red Internet & Phone 250) monat­lich hoch.

o2 gewährt für 34,99 Euro pro Monat im ersten Jahr und anschlie­ßend 44,99 Euro mit dem VDSL-Tarif my Home XL eine ordent­liche 250-MBit-Down­load­rate und flotte 40 MBit/s im Upload.

Nicht jede Zugangs­tech­nologie ist für den eigenen Haus­halt verfügbar. Über­prüfen Sie beim Anbieter vorab, ob das jewei­lige Inter­net­pro­dukt bei Ihnen reali­sierbar ist.

Gute Netz­werk-Hard­ware ist wichtig

Gute Netz­werk-Hard­ware ist wichtig

Es gibt verschie­dene Produkte, die für einen schnel­leren Daten­ver­kehr sowie weniger Signal­stö­rungen und effi­zien­teren Empfang sorgen können. Unter anderem lassen sich mit besser ausge­stat­teten Netz­werk­geräten opti­malere Ergeb­nisse als mit Budget-Lösungen erzielen. Der Austausch eines betagten Routers oder die Instal­lation einer dedi­zierten, leis­tungs­fähigen Netz­werk­karte in einem Computer kann sich bewähren. Bei Gaming-Note­books ist die Sich­tung der Netz­werk­eigen­schaften vorab empfeh­lens­wert, um keine zusätz­liche Hard­ware wie einen WLAN-Stick erwerben zu müssen. Nach­fol­gend schil­dern wir Ihnen Beispiele von Gaming-Produkten. ROG Rapture GT-AX11000 ROG Rapture GT-AX11000
Asus
Hersteller wie Netgear bieten mit der Night­hawk-Reihe Router für Gamer an. Aller­dings sind die Gerät­schaften etwas teurer in der Anschaf­fung. Der Night­hawk Pro Gaming X300 (ab 184 Euro) schafft bis zu 1,75 GBit/s im WLAN und 1 GBit/s im LAN. Er beherrscht Beam­forming+ für eine gezielte Signal­über­tra­gung und Dual-Band-WLAN (802.11 ac). Durch die Mehr­anten­nen­technik Multi-User-MIMO und maximal 2,6 GBit/s über WLAN ist der 219 Euro kostende Night­hawk Pro Gaming X500 noch etwas besser ausge­stattet.

Preis­lich darunter liegt der 168 Euro kostende, martia­lisch designte Asus ROG Rapture (Beam­forming, MU-MIMO, bis zu 2,6 GBit/s). Ein abso­lutes Premi­umpro­dukt unter den Gaming-Routern stellt der Asus ROG Rapture GT-AX11000 dar. Für rund 390 Euro erhalten Sie ein Netz­werk­gerät, das bis zu 11 GBit/s über WLAN stemmen kann. Beam­forming, das Frequenz­mul­tiplex­ver­fahren OFDM, MU-MIMO und Wi-Fi 6 (802.11 ax) werden samt 1 GB RAM für die Verwal­tung des Daten­ver­kehrs geboten. Wer den Empfang aufseiten des Rech­ners verbes­sern möchte, kann eine Netz­werk­karte wie die Asus PCE-AC88 instal­lieren. Sie ist passiv gekühlt, kostet 71 Euro, hat ein 4x4-Mehr­antennen-Design und empfängt bis zu 2,16 GBit/s über die 5-GHz-Frequenz. Lenovo Legion 5 17ARH05H Lenovo Legion 5 17ARH05H
Alternate
Steht Ihnen der Sinn nach einem dedi­zierten Gaming-Note­book, sollten Sie vor der Anschaf­fung die Netz­werk-Eigen­schaften verglei­chen. Dual-Band-WLAN, das neue Wi-Fi 6, Gigabit-LAN und MIMO-Unter­stüt­zung sind zukunfts­sichere Spezi­fika­tionen. Hersteller wie Asus (ROG-Serie), HP (Omen-Serie), Acer (Nitro- und Predator-Serie), Lenovo (Legion-Serie) und Razer haben entspre­chende Endge­räte im Sorti­ment. Das abge­bil­dete Lenovo Legion 5 17ARH05H ist für 1099 Euro bei Alter­nate erhält­lich, besitzt ein Wi-Fi-6-fähiges WLAN-Modul samt 2x2 MIMO und Gigabit-LAN. Mit AMD Ryzen 5 4600H, 16 GB RAM und NVIDIA GeForce RTX 2060 ist viel Leis­tung fürs Gaming vorhanden.

Spiele müssen nicht mehr einzeln gekauft und instal­liert werden - es gibt sie auch über Abo-Dienste im Internet.

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