Gaming

Zocken 50plus: Viele spielen täglich Computerspiele

Zocken ist nur was für Jüngere? Ganz und gar nicht: Ältere Menschen sind teils noch aktiver an Konsole, Tablet oder PC. Das könnte bei einigen mit einer wieder­ent­deckten Leiden­schaft zu tun haben.

Ältere Menschen sind teils noch aktiver an Konsole, Tablet oder PC als jüngere Ältere Menschen sind teils noch aktiver an Konsole, Tablet oder PC als jüngere
Bild: picture alliance/Arne Immanuel Bänsch/dpa
Compu­ter­spielen ist kein Junge-Leute-Phänomen. Unter den tägli­chen Spie­lern ist der Anteil der Älteren sogar höher. Rund jeder oder jede Vierte (23 Prozent) der 50- bis 69-Jährigen gab in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Kauf­män­ni­schen Kran­ken­kasse KKH an, fast jeden Tag Compu­ter­spiele zu spielen. Unter den 16- bis 29-Jährigen war es etwa jeder Siebte (15 Prozent).

Einen Grund für die Spiel­lust der Genera­tion 50plus sieht die KKH in einer wieder entdeckten Leiden­schaft - schließ­lich haben viele in den 80er Jahren Spiele­klas­siker auf Commo­dore, Atari und Co. gezockt.

Leich­terer Zugang für Ältere

Ältere Menschen sind teils noch aktiver an Konsole, Tablet oder PC als jüngere Ältere Menschen sind teils noch aktiver an Konsole, Tablet oder PC als jüngere
Bild: picture alliance/Arne Immanuel Bänsch/dpa
Auch der Bran­chen­ver­band Game sieht einen Grund für den Zuwachs in diesem Alters­be­reich darin, dass die Gaming-Pioniere mit dem Medium älter geworden seien. Viele Ältere würden aber auch dadurch abge­holt, dass es Spiele­klas­siker wie Skat oder Sudoku als App gibt und man sie so etwa auf einem Tablet spielen kann.

Der Zugang zu Compu­ter­spielen sei leichter geworden, so der Bran­chen­ver­band. Nach dessen Schät­zungen spielen rund neun Millionen Über-50-Jährige in Deutsch­land Compu­ter­spiele.

Viele spielen in der Corona-Pandemie mehr

In der Corona-Pandemie hat sich das Spiel­ver­halten vieler Menschen geän­dert: Gut ein Viertel (27 Prozent) derje­nigen, die fast täglich daddeln, gaben in der Forsa-Umfrage an, mehr als vorher zu spielen. Das muss nach Einschät­zung der KKH erstmal nicht kritisch sein: So könne man bei bestimmten Spielen in Kontakt mit anderen Menschen bleiben und trotz Abstand gemeinsam etwas erleben.

Wer aller­dings jeden Tag und dann noch mehrere Stunden am Stück spiele, riskiere eine Sucht und damit seine Gesund­heit, stellen die Experten der Kran­ken­kasse klar. Der Rat: Wer vom Spielen nicht mehr loskomme, sollte sich Hilfe suchen - etwa bei einer Sucht­be­ra­tungs­stelle oder in einer Selbst­hil­fe­gruppe.

Google Stadia ist ein cloud­ba­sierte Spiele­lö­sung. Wir haben sie unter anderem über ein Smart­phone getestet.

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