Gamescom

Spielemesse: Gamescom 2020 ausschließlich digital

Die Gamescom geht ins Netz. Statt des tradi­tio­nell bunten Commu­nity-Tref­fens in Köln wird es für die inter­na­tional renom­mierte Messe wegen Corona diesmal rein digital laufen. Die Branche zeigt sich selbst­be­wusst.

Digital-Event: Gamescom 2020 Digital-Event: Gamescom 2020
Bild: picture alliance/Oliver Berg/dpa
Schrill, bunt, fantas­tisch, laut und voll - so war die Spie­le­messe Gamescom mal, bis Corona kam. Hatte der Treff­punkt für Gamer jähr­lich sonst bis zu 370 000 Besu­cher nach Köln gezogen, findet die welt­weit bedeu­tendste Compu­ter­spie­le­messe in diesem Jahr wie so viele andere Veran­stal­tungen ausschließ­lich digital im Netz statt. Doch die Branche gibt sich zuver­sicht­lich: "Digital können wir", sagt Felix Falk, Geschäfts­führer des Bran­chen­ver­bands game, der Deut­schen Presse-Agentur.

Vom 27. bis zum 30. August öffnet die Gamescom ihre digi­talen Pforten. Ein Ticket zu lösen, braucht diesmal niemand. Auch das Anstehen in langen Reihen entfällt. Am Abend des 27. macht eine große Eröff­nungs­show den Auftakt. Über "Gamescom Now" finden Besu­cher nach der Regis­trie­rung zum Beispiel sämt­liche Inhalte und Ankün­di­gungen von Entwick­lern, Publishern und Part­nern, Inter­views und Live-Demos. Auch Cosplayer oder Retro-Fans kommen hier auf ihre Kosten.

Mehr als 300 Partner machen "online" mit

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Lange hatten die Macher noch darauf gehofft, dass Ende August die Messe - viel­leicht mit Einschrän­kungen, aber grund­sätz­lich wie gewohnt - statt­finden könnte. "Dann aber in wenigen Monaten auch konzep­tio­nell etwas ganz Neues auf die Beine zu stellen, das war eine immense Heraus­for­de­rung", sagt Falk. "Ich bin froh, dass wir es hinbe­kommen haben."

Weit mehr als 300 Partner haben die Ausrichter für ihr Online-Spek­takel gewinnen können. "Ich finde, es ist eine heraus­ra­gende Zahl", sagte Koeln­messe-Chef Gerald Böse vergan­gene Woche. Bei mehr als der Hälfte der Partner handle es sich im Vergleich zur Gamescom-Ausgabe 2019 um Neuzu­gänge. Eine promi­nente Zusage gab es unter anderem von dem bei Gamern sehr popu­lären Konzern Acti­vi­sion Bliz­zard. "Digital können wir noch viel mehr Leute errei­chen", sagt Verbands­ver­treter Falk. Die "welt­weite Strahl­kraft der Gamescom" könne so komplett genutzt werden.

Die virtu­ellen Besu­cher erwar­teten viele Ankün­di­gungen, darunter große Titel, auf die die Fans schon lange warten, verspricht Falk. Aber auch E-Sport, digi­tale Lern­an­ge­bote und Serious Games, die ernste Inhalte spie­le­risch vermit­teln, gehören ins Programm. Für Span­nung dürfte aber vor allem die neue Genera­tion der Spie­le­kon­solen sorgen. Sony und Micro­soft stehen mit der Play­sta­tion 5 und der Xbox Series X in den Start­lö­chern. Die Hard­ware-Boliden sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, viel mehr steht noch nicht fest.

Sony und Micro­soft: Wett­rennen um die stärkste Technik

Bleibt abzu­warten, ob es auf der Gamescom weitere Neuig­keiten geben wird. Die Messe wäre eine gute Gele­gen­heit für die Groß­kon­zerne, etwa Preis und den konkreten Veröf­fent­li­chungs­termin anzu­kün­digen, sagt Markus Schwerdtel, Redak­teur und Mitglied der Chef­re­dak­tion von "GamePro" und "GameStar". "Es kommt mir aber so vor, als würden die beiden momentan still­halten und sich gegen­seitig belauern."

Tech­nisch würden die Geräte in Ausstat­tung und Leis­tung etwa gleichauf liegen, sagt Schwerdtel. Unter anderem mit ausge­zeich­neter Grafik sowie SSD-Lauf­werk würden beide eine Ausstat­tung bieten, die zumin­dest zu diesem Preis kein Personal Computer biete. Mit seinem Game Pass könne jedoch Micro­soft die Nase vorne haben.

Während sich Sony und Micro­soft bei ihren Konsolen tradi­tio­nell ein Wett­rennen um die stärkste Technik bieten, geht Nintendo schon seit Jahren andere Wege und setzt mit seiner Konsole auf Unter­hal­tung und Spiel­spaß. Die Switch sei schon 2017 zum Markt­start tech­nisch eigent­lich "ange­staubt" gewesen, sagt Schwerdtel. Dennoch sei Nintendo zur Zeit der "große Gewinner". Und zum Start der Corona-Krise habe das Unter­nehmen mit "Animal Crossing" das Spiel zur Krise veröf­fent­licht und "Geld wie Heu" gemacht.

Bitkom: Gaming-Indus­trie zählt zu den Gewin­nern der Krise

Für die Games-Branche gebe es in der Corona-Krise Licht und Schatten zugleich, sagt Verbands­chef Falk. Geschlos­sene Schulen, Home­of­fice und Shut­down - für viele Menschen hatte das Spielen während der ersten Zeit der Coro­na­krise eine wich­tige Funk­tion. Ein Leben ohne Video-Spiele sei inzwi­schen für jeden dritten Nutzer schier undenkbar, fand zuletzt der Digi­tal­ver­band Bitkom heraus. "Die Gaming-Indus­trie zählt ganz klar zu den Gewin­nern der Krise", sagt Präsi­di­ums­mit­glied Olaf May.

"Die Nutzungs­zahlen sind stark ange­stiegen", bestä­tigt auch Falk. "Viele sagen, Spiele hätten ihnen in der Krise geholfen." Schatten gab es dagegen viel­fach für Entwickler, die ihre Zeit­pläne notge­drungen verschieben mussten. "Die hoch­kom­plexen Tech­no­lo­gien lassen sich nicht einfach mit ins Home­of­fice nehmen", sagt Falk. Für viele Entwickler sei es eine sehr anspruchs­volle Aufgabe, dennoch alles pünkt­lich fertig zu bekommen.

Neben Konsolen werden Smart­phones immer mehr fürs (Online)-Gaming genutzt. Es muss aber nicht zwin­gend ein "Gaming-Smart­phone" sein, das die nötige Leis­tung bringt. Viele Mittel­klasse- und Ober­klasse-Smart­phones sind in der Regel glei­cher­maßen zum Zocken geeignet. Ein Beispiel dafür ist da Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G mit 6,9-Zoll-Display. Details zu dem Modell lesen Sie im ausführ­li­chen Test­be­richt.

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