Galileo

Tank-Problem bei Sojus: Galileo-Start um einen Tag verschoben

Innovationspreis für Navi in der Windschutzscheibe vergeben
Von mit Material von dpa
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Der ursprünglich für heute geplante Start der ersten beiden Galileo-Satelliten wurde um 24 Stunden verschoben. Bei der Betankung der russischen Sojus-Rakete gab es Probleme.

Galileo-Start wegen Betankungsproblem verschobenGalileo-Start wegen Betankungsproblem verschoben Eine echte Premiere sollte es heute werden: Zum ersten Mal sollte eine russische Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana starten. Die Betreibergesellschaft Arianespace teilte nun allerdings mit, dass es eine "Anomalie" beim Betanken der dritten Raketenstufe gebe. Eigentlich hätte heute um 12.34 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit die Rakete mit den beiden Galileo-Testsatelliten abheben sollen, der Start wurde nun allerdings um 24 Stunden auf Freitag verschoben. Sollten weitere Probleme auftreten, könnte die Startfreigabe eventuell sogar erst am Samstag erfolgen.

Arianespace hatte sich aus Kostengründen für die russische Sojus-Rakete entschieden, und auch weil sie bisher als sehr zuverlässig galt.

Innovative Ideen zur Nutzung von Satellitennavigation und Erdbeobachtung prämiert

Ein Navi in der Windschutzscheibe, ein Mini-Detektor für epileptische Anfälle bei Kindern und ein Projekt zum Schutz der Regenwälder: Am Mittwoch sind in München innovative Ideen zur Nutzung von Satellitennavigation und Erdbeobachtung ausgezeichnet worden.

Die Europäische Weltraumbehörde ESA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das bayerische Wirtschaftsministerium vergaben die Preise des Satellitennavigationswettbewerbs zum achten Mal und erstmals gemeinsam mit dem ersten Europäischen Erdbeobachtungswettbewerb. Den mit 20 000 Euro dotierten Hauptpreis bei der Satellitennavigation erhielt ein Navi, bei dem die Navigation direkt auf die Windschutzscheibe projiziert wird - eine virtuelle rote Linie weist dem Fahrer den Weg.

Den zweiten Preis teilen sich zwei Projekte. Das eine ist ein an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim an der Brenz entwickeltes effizientes Windkraftwerk, bei dem die Windsegel mittels Satellitennavigation optimal ausgerichtet werden. Ein Schweizer System zur Minimierung des Energieverbrauchs bei Hybridbussen kam ebenfalls auf den zweiten Platz.

Den dritten Preis teilten sich ein Ortungssystem für öffentliche Verkehrsmittel, das Wege je nach Verkehr optimiert und so Zeit und Energie spart, sowie ein Mini-Detektor, der über Sensoren epileptische Anfälle bei Kindern feststellen und über Satellit dem Arzt sofort den Aufenthaltsort des Kindes übermitteln kann.

Den Hauptgewinn bei der Erdbeobachtung bekam ein Social-Media-Projekt zum Regenwaldschutz, das Bürger weltweit einbezieht. Um illegale Abholzung zu stoppen, sollen Freiwillige weltweit Satellitenbilder beobachten können - und dann sofort lokale Gruppen oder Behörden alarmieren, wenn wieder abgeholzt wird.

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