Japan

Galaxy statt Samsung als Markenname - was bringt's?

Muss Samsung sich für seinen jahrelangen guten Namen mittlerweile schämen oder verhindert dieser gar gute Verkaufszahlen? In Japan geht das Unternehmen nun neue Wege - ohne den altbekannten Namen.
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Hat Samsung noch einen guten Namen?Hat Samsung noch einen guten Namen? Samsung gehört weltweit zu den Marktführen im Smartphone-Segment und hat einen guten Namen - aber anscheinend nicht überall. Offenbar kämpft das Unternehmen in Japan um Marktanteile und lässt dafür sogar den Namen Samsung auf seinen neuen Topmodellen weg. "Galaxy" als Markenname soll die Rettung bringen - doch wird das funktionieren?

Die Zeitung The Korea Herald hat von einem offiziellen Samsung-Vertreter in Erfahrung gebracht, dass Samsung das Galaxy S6 und und S6 Edge in Japan ohne den Samsung-Schriftzug verkauft. Dafür steht auf den Smartphones als Marke "Galaxy" kombiniert mit den japanischen Providern, die die Smartphones vertreiben, also "Docomo Galaxy" und "au Galaxy". Was steckt wirklich dahinter?

Erschreckende Absatzzahlen für Samsung in Japan

Die Zeitung nennt für den Smartphone-Absatz in Japan Marktzahlen, die für den weltweiten Marktführer Samsung alles andere als schmeichelhaft sind. Weltweit betrachtet hält Samsung laut Analysten respektable 25,1 Prozent der Marktanteile im Smartphone-Markt - in Japan allerdings nur minimale 5,6 Prozent.

Noch schlimmer für den Konzern ist die Marktplatzierung in Japan: Apple dominiert dort mit einem Marktanteil von 40,8 Prozent, andere Quellen sprechen gar von 51 Prozent. Und außerdem zeigt sich, dass die Japaner gerne Smartphones ihrer heimischen Marken kaufen, selbst wenn diese im Ausland als Smartphone-Hersteller fast belanglos sind. Sony steht mit 18,1 Prozent an zweiter Stelle, gefolgt von Sharp mit 12,4 Prozent und Fujitsu mit 8,8 Prozent. Erst danach kommt Samsung. Die Zeitung spricht von einer "prekären Marktposition" Samsungs in Japan und vermutet, dass diese zum Wechsel des Markennamens beigetragen habe.

Auch in anderen Märkten, beispielsweise in Europa, hat sich Samsung in den vergangenen ein bis zwei Jahren unbeliebt gemacht. Dazu trugen nicht nur die exorbitant hohen Marktpreise bei der Einführung neuer Spitzen-Smartphones bei, sondern auch sinnlose Gängeleien wie der Region-Lock, massig Bloatware auf den Geräten, verspätete oder gar keine Firmware-Updates, der eFUSE-Chip gegen Rooten sowie der kurzzeitige Versuch, Drittanbieter-Zubehör auszusperren.

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