Keine Auflagen

Schweizer WEKO gibt grünes Licht für Sunrise-UPC-Fusion

Wenn die Aktio­näre am 23. Oktober zustimmen, kann die Sunrise den Kabel­netz­anbieter UPC über­nehmen. Nicht alle Aktio­näre sind davon aber über­zeugt.
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Nicht nur in Deutsch­land, wo die Fusion von der ehema­ligen Liberty Global Tochter Unity­media mit Voda­fone auf ein geteiltes Echo stieß, hat auch in der Schweiz die geplante Fusion der dortigen Liberty-Tochter UPC mit dem Mobil­funk-Netz­betreiber Nummer 2 der Sunrise eine inten­sive Diskus­sion ausge­löst, die bis in den Verwal­tungsrat von Sunrise reichte.

Der Groß-Aktionär Freenet (aus Deutsch­land), der alleine 24,5 Prozent der Sunrise-Aktien hält, fand beispiels­weise die Idee nicht so gut.

WEKO gibt grünes Licht

Kann Sunrise-Chef Swantee die upc Schweiz kaufen? Kann Sunrise-Chef Swantee die upc Schweiz kaufen? Nun hat die Schweizer Wett­bewerbs­kommis­sion (WEKO) nach "vertiefter Prüfung" keine Einwände gegen die Über­nahme von UPC Schweiz durch Sunrise vorge­bracht und die geplante Trans­aktion damit geneh­migt. Inter­essant: Die Geneh­migung wurde ohne Bedin­gungen oder Auflagen erteilt.

Mit diesem Entscheid sieht sich das Unter­nehmen Sunrise in seiner Auffas­sung bestä­tigt, dass die Trans­aktion für Sunrise erheb­liche Wett­bewerbs­vorteile verschaffen werde und Sunrise zu einem noch stär­keren Wett­bewerber machen werde. Mit der Über­nahme von UPC werde Sunrise über "die zukunfts­fähigste Hoch­breit­band­infra­struktur" verfügen und Privat- und Geschäfts­kunden überall in der Schweiz "mit dem besten Internet" versorgen können, sei dies über FTTH, Kabel oder 5G.

Kosten­einspa­rungen und Wachs­tums­poten­tial

Sunrise verspricht sich nicht nur Kosten­einspa­rungen und insbe­sondere im Vorleis­tungs­bereich erheb­liches "Cross-Selling-Poten­zial", sprich, man könnte den vorhan­denen Kunden weitere Produkte verkaufen, die diese viel­leicht brau­chen können. Dadurch schaffe die Trans­aktion auch den Aktio­nären einen "substan­tiellen Mehr­wert und sichere die lang­fris­tige Profi­tabi­lität von Sunrise".

"Wir freuen uns sehr über den Entscheid der WEKO und arbeiten weiterhin mit Hoch­druck an der geplanten Inte­gration der UPC Schweiz in die neue Sunrise. Mit der Über­nahme von UPC Schweiz durch Sunrise erhält die Schweiz den maßge­benden Heraus­forderer im Tele­kommarkt. Durch das Zusam­menführen der Infra­struk­turen von Sunrise und UPC Schweiz und Inves­titionen von jähr­lich rund einer halben Milli­arde Franken (etwa 460 Millionen Euro), werde die Schweiz eine Inter­netin­frastruktur inklu­sive 5G erhalten, welche das Poten­zial hat, bis 2021 etwa 90 Prozent der Haus­halte mit Breit­band-Internet von bis zu 1 GBit/s zu versorgen", schwärmt Olaf Swantee, der CEO von Sunrise. Die "New Sunrise" werde dadurch Markt­anteile gewinnen und "ein starker Partner für die Schweizer Wirt­schaft sein", versprach er.

Nächste Hürde: Gene­ralver­samm­lung

Noch ist die Geschichte nicht in trockenen Tüchern. Zwar gibt es keine regu­lato­rischen Hürden mehr. Im nächsten Schritt wird voraus­sicht­lich am 23. Oktober 2019 eine außer­ordent­liche Gene­ralver­samm­lung der Aktio­näre statt­finden, wo über die erfor­derliche Kapi­talerhö­hung dann final entschieden werden soll.

Erst, wenn es dort eine Mehr­heit gibt, könnte die Trans­aktion bis Ende November 2019 über die Bühne gehen.

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