Absage

Fusion von E-Plus und Telefónica-Tochter o2 ist vom Tisch

Entsprechende Gespräche ohne Ergebnis abgebrochen
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa

Optionen geprüft, Gespräche beendet: Keine Fusion von E-Plus und o2 Optionen geprüft, Gespräche beendet: Keine Fusion von E-Plus und o2.
Bild: Thomas von Stetten - Fotolia.com, E-Plus, o2, Montage: teltarif.de
Die erwartete oder besser befürchtete Bereinigung auf dem deutschen Mobilfunkmarkt wird zumindest aufgeschoben: Die niederländische Telefongesellschaft KPN und der spanische Telekomkonzern Telefónica werden ihre deutschen Töchter E-Plus und o2 vorerst nicht fusionieren. Das KPN-Management habe verschiedene Optionen geprüft, vor allem mögliche Synergieeffekte auf dem deutschen Markt, teilte die E-Plus-Muttergesellschaft in Den Haag mit. Namen nannte das Unternehmen nicht.

Optionen geprüft, Gespräche beendet: Keine Fusion von E-Plus und o2 Optionen geprüft, Gespräche beendet: Keine Fusion von E-Plus und o2.
Bild: Thomas von Stetten - Fotolia.com, E-Plus, o2, Montage: teltarif.de
"Wir glauben heute noch fester daran, dass im deutschen Markt bedeutende Werte stecken", hieß es in der Mitteilung weiter. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten hätten einer Vereinbarung aber im Wege gestanden. Medienberichten zufolge hatten die beiden Unternehmen über eine Zusammenlegung ihrer deutschen Töchter nachgedacht. Telefónica hatte erst wenige Wochen zuvor angekündigt, ihre deutsche Tochter o2 an die Börse zu bringen. Der spanische Konzern benötigt dringend Geld, um seine hohe Schulden in den Griff zu kriegen.

Den Niederländern sitzt dagegen ein neuer Großaktionär im Nacken. Gegen den Willen des Managements versucht der mexikanische Mobilfunk-Konzern América Móvil bis zu 28 Prozent an KPN erwerben. Seinen Aktionären hatte der KPN-Vorstand empfohlen, nicht auf die Offerte einzugehen. Das Unternehmen sei deutlich mehr wert, als die gebotenen acht Euro je Aktie.

KPN ist vom Wert seiner deutschen Tochter überzeugt

Anfang Juni kündigte KPN an, die Werthaltigkeit seiner Beteiligungen offen zu legen und strategische Optionen für E-Plus zu prüfen. Die deutsche Tochter ist die wichtigste Beteiligung der Niederländer und die Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Das Unternehmen gilt dabei mit seiner Mehr-Marken-Stratie, die vor allem das Discountsegment bedient, als sehr erfolgreich. Nach eingehender Untersuchung zeigte sich das Management nun vom Wert seines Deutschland-Geschäfts überzeugt.

Auch der ehemalige Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth hatte sich gegen die Fusion der beiden E-Netzbetreiber ausgesprochen. Eine solche Fusion schwäche den Wettbewerb im deutschen Mobilfunkmarkt und bringe für die Mobilfunk-Kunden keine Vorteile mit sich. Außerdem müssten die beiden Mobilfunker bei einem Zusammengehen Frequenzen zurückgeben, was insgesamt zu einem Verlust an Frequenzspektrum führen würde - auch keine gute Perspektive angesichts eines insgesamt steigenden Bedarfs an Netzkapazität und Frequenzen.

Sinnvoller wäre nach Ansicht des ehemaligen BNetzA-Präsidenten eine Kooperation bei der Nutzung von Netzwerktechnik. Durch den gemeinsamen Betrieb von Basisstationen und einer Zusammenarbeit beim Netzausbau könnten sowohl E-Plus als auch o2 viel Geld sparen. Beim Wettbewerb um die Kunden zieht Kurth allerdings eine rote Linie: Eine gemeinsame Preisgestaltung oder Kundenaquise wäre letztlich eine "Fusion unter anderer Flagge" und somit ein Nachteil für die Verbraucher.

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