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Frequenzauktion 2015: Das sind die Ergebnisse

Die Frequenzauktion 2015 ist beendet. Wir fassen die Ergebnisse zusammen und zeigen, was die einzelnen Netzbetreiber auf den Tisch legen.
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In Mainz ist soeben die Frequenzauktion 2015 zu Ende gegangen. Telekom, Vodafone und Telefónica einigten sich nach 178 Runden auf eine Verteilung des Spektrums - danach fanden den Regularien entsprechend noch drei Runden statt, in denen aber keine weiteren Gebote mehr stattfanden. Offiziell dauerte die Versteigerung 181 Runden, die im Verlauf von 16 Tagen stattfanden.

Reaktionen auf die Ergebnisse haben wir in einer weiteren News zusammengestellt und eine tabellarische Übersicht der Frequenzverteilung angefertigt.

Ergebnisse der einzelnen Frequenz-Blöcke im Überblick

Die Ergebnisse der Frequenzauktion 2015.Die Ergebnisse der Frequenzauktion 2015.

  • Im Spektrum um 700 MHz haben die drei Netzbetreiber jeweils zwei Frequenzpaare erworben. Die Gesamtausgaben belaufen sich hier auf gut 1 Milliarde Euro. Die Nutzung der Frequenzen ist mit dem Ende der DVB-T-Ausstrahlung möglich - die Umstellung auf DVB-T2 erfolgt sukzessive ab 2017. Bundesweit dürfte der Umstieg bis Mitte 2019 dauern.
  • Die Verteilung der Blöcke um 900 MHz lautet letztlich: Die Telekom kommt auf drei gepaarte Frequenz-Blöcke, Vodafone und Telefónica auf jeweils zwei - wobei Telefónica den konkreten Block 900A hält. Die Summe der Gebote beträgt hier knapp 1,35 Milliarden Euro. Die Nutzung ist ab Anfang 2017 möglich.
  • Rund um 1800 MHz sieht das Endergebnis der Auktion wie folgt aus: Die Telekom erhält hier drei Frequenz-Paare, Vodafone deren fünf (inklusive des nicht unbeschränkt nutzbaren DECT-Schutzabstand). Telefónica kommt auf zwei Höchstgebote. In der Gesamtsumme müssen die Netzbetreiber hier 2,41 Milliarden Euro auf den Tisch legen. Auch diese Frequenz-Blöcke stehen ab 2017 zur Verfügung.
  • Die acht verfügbaren Frequenz-Blöcke im 1500-MHz-Spektrum teilen sich Vodafone und Telekom mit jeweils vier Höchstgeboten. Die beiden Netzbetreiber geben für diese Lizenzen insgesamt rund 329,66 Millionen Euro aus. Telekom und Vodafone können diese Frequenzen verwenden, sobald die zuteilungs­rechtlichen Voraus­setzungen dafür geschaffen sind, also der Frequenz­zuteilungs­plan geändert wurde (Hardware gibt es jedoch noch nicht).

Gesamtkosten und Breitband-Förderung

Unter dem Strich erzielte die BNetzA für den Staat bei der Frequenzauktion 2015 einen Gesamterlös von 5,08 Milliarden Euro. Für den Breitbandausbau stehen die Einnahmen aus den 700er- und 1500er-Frequenzen zur Verfügung - insgesamt also rund 1,33 Milliarden Euro.

So viel geben die Netzbetreiber aus

  • Telekom: Insgesamt bezahlt die Telekom rund 1,79 Milliarden Euro und kann 12 Höchstgebote vorlegen.
  • Vodafone bezahlt für die Lizenzen zusammengerechnet gut 2,09 Milliarden Euro für 13 Höchstgebote.
  • Telefónica legt zur Frequenzauktion 2015 knapp 1,2 Milliarden Euro auf den Tisch und hält im Endergebnis 6 Höchstgebote.

Hintergrund-Informationen in weiteren Texten

Im Rahmen der Mobilfunk-Frequenzauktion haben wir auch zahlreiche Hintergrund­informationen für Sie zusammengestellt. Lesen Sie unter anderem, warum die 700-MHz-Frequenzen für die Netzbetreiber problematisch sind, welche der Frequenzen sich künftig für welche Zwecke nutzen lassen und die wichtigsten Fakten zur Auktion im Überblick. Außerdem erfahren Sie, warum jeder Netzbetreiber Deutschland künftig zu 98 Prozent versorgen muss und warum die 1800-MHz-Frequenzen so teuer werden.

Eine Bewertung der Ergebnisse der aktuellen Frequenzen-Auktion finden Sie in einem aktuellen Editorial.

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