Frei Sprechen
25.02.2010 19:53

Wenn HP dich nicht mehr braucht

Betriebssysteme bringen heute Treiber für Drucker mit - die nicht immer passen.
teltarif.de Leser mungojerrie schreibt:
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Vorgeschichte

Irgendwann trifft es jeden - Computer. Dann ist es Zeit, sich voneinander zu verabschieden und ein Neukauf steht an. Nach dem Ende von Vista erhoffte ich mir nun, mit Windows 7 einen guten Nachfolger für Windows XP vorzufinden.

So kaufte ich mir einen neuen Windows 7 Home Premium 64 befeuerten Rechner. Der noch auf dem alten System durchgeführte Hardwarecheck war schon vielversprechend. Alle PCI Karten und alle externen Geräte wären Windows 7 fähig.

Der Umzug zu Windows 7

Der Umzug hin zu Windows 7 erfolgte erstaunlich ruhig. Mit Ausnahme des WLAN Sticks, der etwas Nachhilfe per Treiber brauchte, funktionierte tatsächlich alles sofort. Der Bluetooth Stick, der alte Scanner, der viel ältere Drucker, die externe Festplatte, der Brenner. Hey, genau so soll es doch sein.

Nun besitze ich mehrere Drucker. Mein Hauptdrucker ist ein alter HP 930C. Ein unverwüstliches Gerät, dass mich nun schon über 10 Jahre begleitet. Ich will gar nicht wissen, wieviel Geld HP an mir verdient hat. Trotz diverser Nachfüllpatronen dürfte da ein Haufen Geld in den USA gelandet sein.

Wie gesagt, die Installation lief problemfrei. Auch die nachgerüstetete Duplex-Einheit installierte das System einwandfrei.

Doch das Glück endet schnell

Heute, keinen Monat nach Umstellen auf Windows 7 bemerkte ich ein entscheidendes Problem: als ich einen C5 Briefumschlag bedrucken wollte, wofür sich das alte Druckwerk hervorragend eignet, erkannte ich ein Problem am Treiber. Dort lassen sich keine benutzerdefinierten Papierformate einstellen! Es gibt nur eine Standardauswahl, die C5 nicht enthält.

Erstaunt schaute ich dann auf die HP Homepage und wollte dort einen aktuelleren Treiber haben. Doch dort gibt es nur ein inhaltsfreies Standardgefasel: der Treiber ist in Windows 7 integriert. Hier und da noch ein dezenter Hinweis, dass bestimmte Funktionen nicht mehr tun. So kann ich mir den geschätzten Tintenfüllstand nicht mehr anzeigen lassen. Warum eigentlich nicht?

Auch auf den anderen Seiten fand ich keine Informationen. Also habe ich mich an den HP Support gewandt.

Der sendete mir eine Mail zurück. Inhalt: Pech gehabt, ab 1.2.2010 gibt es keinen Support mehr für dich. Nur noch eine kostenpflichtige Hotline oder das inhaltsfreie User-helfen-user Forum.

Hey, genial: ich schiebe HP über 10 Jahre lang Geld in den Rachen und was bekomme ich dafür. Eine typische inhaltsfreie, absolut nicht weiterhelfende Mail mit dem Inhalt, bist halt 25 Tage zu spät dran. Sorry, aber was ist das für eine Überheblichkeit? Du erkundigst dich vorher, ob alle Geräte vor Umrüstung funktionieren, nach einer Freigabe "alles ok" rüstest du um, kannst dann nicht mehr mit arbeiten und bekommst dann an den Kopf geworfen, du wärst halt zu spät dran. Oder ruf' doch eine Hotline an, die Geld kostet, und bei diesem Problem wahrscheinlich sagen wird, "sorry, geht nicht - diese Auskunft kostet dich aber 10 Euro."

Auf eine Nachfrage, ob das die übliche Antwort für 10 Jahre Tintenkaufen sei, erhielt ich natürlich keine Antwort. Einzelne Kunden sind HP schlicht egal.

Für mich ist klar: in Zukunft den billigsten Drucker kaufen und dann nur noch Nachfüllpatronen rein. Geht er dann nach zwei Jahren kaputt, wegwerfen, wieder den billigsten und wieder Nachfülltinte. Das ist schade: wegen der Umwelt und wegen der fehlenden Nachhaltigkeit. Aber so soll es eben sein.

Kommentare zum Thema (2)
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Conax antwortet
05.03.2010 20:52
Hallo mungojerrie,

nun es ist oft üblich, dass Support und Weiterentwicklungen (hier Treiber) nach 10 Jahren auslaufen. Selbst Ersatzteile erhälst du u.U. dann noch schwer. Bringt dich nicht weiter, weiß ich.
Ich würde dir empfehlen nach einem Vista-Treiber für deinen Drucker zu suchen, da jene oftmals auch bei Win7 funktionieren.
In div. Threads hatte ich das gelesen.
Selbst habe ich auch "Dampf" meinen guten alten Epson-Nadeldrucker, der unter XP läuft aufzugeben. Der ist unschlagbar billig und obwohl ich den seit 92 schon habe, gibts heute noch dafür Farbbänder. (nur bei neuen Rechnern keinen parallelen Anschluß mehr)
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tele_snail antwortet
17.03.2010 20:54
Nun besitze ich mehrere Drucker. Mein Hauptdrucker ist ein alter HP 930C. Ein unverwüstliches Gerät, dass mich nun schon über 10 Jahre begleitet. ...

Aus meinen Erfahrungen mit (etwas) neueren HP-Druckern (HP 5550, HP 3650) kann ich Dir nur sagen: Versuche den alten Drucker zu nutzen, so lang er funktioniert und Du mit ihm zufrieden bist! Mir sind bei den genannten Geräten jeweils Kunststoffteile (einmal an der Patronenhalterung, einmal im Papiertransport) weggebrochen - und die Geräte waren nicht zu retten - Totalschaden. Dazu die wesentlich geringeren Füllmengen der Patronen. In Deinen 45er Patronen ist wenigstens noch richtig was drin und die Reichweite und Seitenpreise entsprechend günstig.


Wie gesagt, die Installation lief problemfrei. Auch die nachgerüstetete Duplex-Einheit installierte das System einwandfrei.


Noch ein Grund, den Drucker zu behalten, bei den aktuellen Einstiegsdruckern wirst Du eine Duplex-Einheit vergeblich suchen. Man kann dort zwar manuellen Duplex-Druck machen, aber das ist umständlicher und anfälliger für Papierstaus.


Doch das Glück endet schnell Heute, keinen Monat nach Umstellen auf Windows 7 bemerkte ich ein entscheidendes Problem: als ich einen C5 Briefumschlag bedrucken wollte, wofür sich das alte Druckwerk hervorragend eignet, erkannte ich ein Problem am Treiber. Dort lassen sich keine benutzerdefinierten Papierformate einstellen! Es gibt nur eine Standardauswahl, die C5 nicht enthält.


Wenn ich das richtig verstanden habe, kommt der Treiber von Microsoft. Für Windows 7 gibt es ja noch Support - vielleicht kannst Du von dort ein Update bekommen?

Und als "Workaround" könntest Du für C5-Ausdrucke das nächst größere Papierformat wählen und dort einen entsprechenden Rand einrichten, dass der bedruckbare Bereich C5 entspricht. Vielleicht ist das ja eine gangbare Lösung für die Umschläge?



Für mich ist klar: in Zukunft den billigsten Drucker kaufen und dann nur noch Nachfüllpatronen rein. Geht er dann nach zwei Jahren kaputt, wegwerfen, wieder den billigsten und wieder Nachfülltinte. Das ist schade: wegen der Umwelt und wegen der fehlenden Nachhaltigkeit. Aber so soll es eben sein.

Das würde ich mir noch einmal gut überlegen, siehe meine geschilderten Erfahrunge oben. Auch die Druckqualität wird dann mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter ausfallen als bei Deiner aktuellen Lösung.

Deshalb - Kopf hoch, und: Never change a running system :-).

Viele Grüße,

tele_snail
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