Frei Sprechen
16.05.2008 11:52

Dichtung und Wahrheit beim Komplett-Paket-Verkauf

Qualifizierte Beratung sieht oft anders aus.
teltarif.de Leser miss piggy schreibt:
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DSL-Komplett-Pakete werden an jeder Ecke beworben: Surfen und Telefonieren zum Festpreis und oftmals gibt es bei Abschluss des Vertrages noch eine Prämie dazu. Selbst bei einem gemütlichen Bummel durchs Einkaufzentrum wird man angesprochen: „Möchten Sie auch bares Geld sparen?“ Oder „Heute ist ihr Glückstag! Sie bekommen einen Einkaufsgutschein im Wert von 100 Euro.“ Was sich erst einmal vielversprechend anhört ist allerdings an eine, nicht ganz unwichtige, Bedingung geknüpft: Um die Prämie zu erhalten muss ein DSL-Vertrag mit häufig langfristiger Laufzeit abgeschlossen werden. Wie praktisch!? Und da an jeder Ecke ein Promoter mit den neuesten und sensationellen Angeboten wartet, hilft meist nur die Ohren auf Durchzug schalten und zielstrebig weiterlaufen.

Aber es gibt auch diese Menschen, die gezielt einen Versatel, Arcor, Alice oder sonst wie Verkaufsstand aufsuchen um sich beraten zu lassen. Vertrauensvoll hängen sie dem vermeintlichen Mitarbeiter an den Lippen um sich zu informieren. Anschließend sammeln sie alles Infomaterial und Flyer ein, damit sie noch einmal „vergleichen“ können. In der Praxis lassen sie sich dann leider oft doch vom Einkaufsgutscheinen ködern, als das für ihre Bedürfnisse sinnvollste Angebot zu nehmen.

Die meisten Kunden wissen nämlich nicht, dass der Mitarbeiter, der freundlich und adrett gekleidet Auskunft gibt, oftmals gar nicht soviel Ahnung hat wie er vorgibt. Ein Promoter, gestern von seiner Agentur eingesetzt um auf einem Kinderfest Gasballons aufzupumpen, verkauft heute DSL-Verträge und verteilt vielleicht schon morgen Werbeprospekte für das neue Fitnessstudio.

Der Promoter ist als selbständiger Unternehmer auf sich alleine gestellt. Von der Agentur wird er je nach Bedarf eingesetzt und inhaltlich geschult. In der Praxis heißt „Schulung“ oftmals, dass er eine Mappe mit Informationen erhält, die er für den Kunden unzugänglich aufbewahren soll. Dann kann der Promotor mit auswendig gelernten Floskeln prahlen und die Leute zum Kauf überreden. Und wenn jemand eine Frage stellt, die nicht im vorgefertigten Katalog steht? Dann wird es für Anfänger brenzlich, die Profis hingegen argumentieren weiter mit den vielen Vorteilen des Produktes. Nur ein unterschriebener Vertrag gibt schließlich Provision!

Kommentare zum Thema (4)
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froschman88 antwortet
16.05.2008 15:05
Tja, dann ich kann ich ja völlig beruhigt sein. ich bin seit 2,5 jahren selbständiger partner eines unternehmens, das ganz klar erkannt hat, dass die menschen eine ehrliche und vor allem seriöse beratung wünschen(zu hause). und für leute, die ihre unterschrift an den sogenannten beratungsständen tätigen, habe ich nicht mal mitleid. wenn man sich von diesen "fachberatern" einlullen lässt, ist man bei 24 monatiger vertragsbindung selber schuld! die kundenbetreuung hört außerdem nach der geleisteten unterschrift übrigens auf! nicht so bei mir. aber das muss jeder selbst mit sich ausmachen, auf welche firmen man sich einlässt.
grüsse froschman88
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okreft antwortet auf froschman88
16.05.2008 15:37
Da kann ich nur zustimmen, ich selbst kenn das von vielen Bekannten die für diverse Agenturen arbeiten und oft solche Infomappen bekommen die sie dann auswendig zu lernen haben um das Produkt zu präsentieren.
Natürlich können die nicht alles wissen und bei brenzligen Fragen verweisen die dann oft auf die Broschüren und sonstiges wo ja alles nochmal genauer drin steht. "Na toll!"
Ich selbst würde bei solch einem Stand nicht unterschreiben, wenn ich einen vernünftigen Vertrag haben möchte schau ich mir die Vergleiche lieber HIER im Internet an als das ich mir irgendeinen Gutschein aufquatschen lasse und am Ende dann doch mehr zahlen muss als bei einem anderen Anbieter...
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leider wahr
alexander-kraus antwortet
18.05.2008 10:46
wir müssen und (wie immer) bei einer Sache im Klaren sein:

- Es hat niemand etwas zu verschenken. - Das heisst: - Wer auf einen Promoter reinfällt, der einem eine wunderbare Gutschrift in Aussicht stellt, der sollte immer hinterfragen: "und wo wird hier Geld verdient?"

Es ist vieles so undurchsichtig geworden, mit Vp-IP oder "echten festnetzanschlüssen", oder "versteckten Gebühren bei einer Vertragskündigung, wie es beispielsweise Victorvox zeitweise gerne gemacht hat, oder immernoch macht... - Aber auch andere Anbieter...

Wer einen Handypauschaltarif für 8 Cent pro Minute, oder weniger anbietet, der muss an anderer Stelle kräftig Geld verdienen, und das tun die Anbieter auch. - Einfach mal die "Nebengebühren" genauer betrachten, wenn man eben mal KEINEN "normalen Festnnetz oder Handyanruf" tätigt, sondern irgendeine Sonderrufnummer braucht, wie beispielsweise den Kundenservice des Anbieters, evtl Prepaid aufladegebühren, Auszahlungsgebühren, etc. - Die Anbieter sind hier recht erfinderisch....

Wir sind mündige Bürger in einer freien Marktwirtschaft, und da ist vieles "erlaubt". - Es liegt an uns selbst, nicht immer das Erstbeste zu kaufen, sondern ganz in Ruhe zu vergleichen, auch mal im Internet schauen, ob es irgendwo Kommenare zum vermeintlichen Schnäppchen gibt....
Und erst nach gründlicher Recherche zuschlagen. - Vielleicht hat das Zeit gekostet, aber wenn man es richtig gemacht hat, hat man ein ruhiges Gewissen, und weiss, das man sich für "das Richtige Produkt" entschieden hat...

Alex
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froschman88 antwortet auf alexander-kraus
21.05.2008 00:12
hallo alex,
ich hab in meinem beitrag geschrieben, dass ich selbständiger unternehmer in diesem bereich bin und somit viel mit kunden vor ort zu tun habe. leider muss ich aus erfahrung sagen, dass viele "sogenannte" mündige bürger sich als experten darstellen. nach kurzer zeit merke ich schnell, dass diese "experten" gar keine oder wenig ahnung haben. man erklärt und berechnet beim handytarif z.B. pro monat eine deutliche ersparnis und belegt dies, wird auf einmal alles in frage gestellt und zerredet. beispiel: insolvenzverwalter mit monatlichen!!! handykosten von 300 bis 500 euro !!! , ich mache ihm das angebot, nur noch 68,50 euro pro monat ohne folgekosten. er hat dann nur gemeint, ob ihm dann nicht das handy abgeschaltet werden würde, wenn er(jetzt kommts!) zu wenig telefonieren würde! da fällt einem nichts mehr ein. viele haben einfach nur das problem sich einzugestehen, dass sich (manche)andere mit solchen dingen wirklich auskennen und klammern sich dann krampfhaft an die früher mal getroffene fehlentscheidung. bei manchen kostet diese entscheidung pro monat dann wie im genannten fall circa 230 bis 430 euro, aufs jahr gerechnet wirds einem dann schlecht.
aber is nich mein problem.
gruss udo
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