Frei Sprechen
09.06.2009 12:18

Neuer WLAN Router = Stromfresser ?

Der Schock nach dem Lesen des Aufklebers meiner Easybox
teltarif.de Leser dormilon schreibt:
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Ich habe mir vor kurzem das Vodafone Surf-Sofort-Paket angeschafft und bin bisher sowohl mit Service als auch mit der Leistung von Vodafone vollends zufrieden.

Einzig der Blick auf den Aufkleber der im Paket enthaltenen DSL-Easybox 802 und seinen Daten bereitet mir Kopfzerbrechen. In sehr klein gehaltener Schrift steht dort die Angabe: "Power Consumption: 24 W".

24 Watt Verbrauch ? Da das Gerät rund um die Uhr am Netz bleibt, entspräche das bei 24 Stunden täglich über 730 Tage (= 2 Jahre Vertragslaufzeit) einem Verbrauch von über 420 kWH. Bei ca. 20 Cents pro Kilowattstunde wären das knapp über 84 Euro an Stromkosten (knapp über 3,50 Euro pro Monat) !

Wie kommt ein Unternehmen in Zeiten von "Green IT" bloß auf die Idee, seinen Kunden einen solchen Stromfresser unterzujubeln ?

Ich kann nur hoffen, dass es sich bei obiger Verbrauchsangabe um irgendeine abstrakte "Nennleistung" oder einen theoretisch möglichen Maximalverbrauch handelt, der nichts mit dem tatsächlichen Verbrauch zu tun hat. Gerade wenn die Box im "Leerlauf" ist (WLAN Funktionen deaktiviert; Rechner aus; nur ein Telefon angeschlossen), sollte sie eigentlich über ein vernünftiges "Power Management" verfügen und den Energieverbrauch auf einen Bruchteil beschränken. Wenn ich allerdings die Hand auf das Gerät lege, werde ich skeptisch. Selbst im "Leerlauf" fühlt sich die Easybox immer warm an und liegt damit klar über Körpertemperatur.

Kennt zufällig jemand durchschnittliche Verbrauchswerte oder auch den "Leerlauf" Verbrauch für die DSL-Easybox 802 ? Hat das 'mal jemand gemessen ? Ich suche händeringend glaubwürdige Verbrauchswerte !

Im Netz habe ich bei anderen WLAN Routern (z.B. Fritzbox 7270) Verbrauchsangaben zwischen 6-8 Watt Durchschnittsverbrauch gefunden. Laut Aufkleber würde meine Easybox das drei- bis vierfache davon verbrauchen. Falls das wirklich stimmen sollte, wären die laufenden DSL Vertriebsaktionen von Vodafone gleichzeitig auch ein Förderprogramm für die Atomindustrie. Mein (grünes) Gewissen nervt mich jetzt schon...

Kommentare zum Thema (17)
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Verbrauchsmesser dazwischen schalten
peregrintuk antwortet
09.06.2009 13:12
Hallo,

gibt es nicht im Fachhandel (Baumarkt?, Elektromarkt oder bei conrad.de) diese kleinen Verbrauchsmesser, die man einfach zwischen Gerät und Steckdose hängt. Damit müsste sich deine Vermutung doch messen lassen.

mfg
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dormilon antwortet auf peregrintuk
09.06.2009 14:53
Benutzer peregrintuk schrieb:

gibt es nicht im Fachhandel (Baumarkt?, Elektromarkt oder bei conrad.de) diese kleinen Verbrauchsmesser, die man einfach zwischen Gerät und Steckdose hängt...

So weit ich weiß, kann man sowas auch kostenlos bei den Verbraucherzentralen ausleihen, was ich ggf. auch tun werde.

Da ich allerdings mit Sicherheit nicht der erste Kunde von Vodafone bin, der inzwischen eine DSL-Easybox 802 nutzt, wollte ich mich vorher 'mal auf teltarif umhören, ob nicht irgend jemand anderes schon auf die Idee gekommen ist, die Verbrauchswerte der Box zu messen oder ob es nicht eh schon auf irgendwelchen (mir unbekannten) Seiten Vergleiche zum Verbrauch verschiedener WLAN Router (inkl. der oben genannten Box) gibt.

Abgesehen davon halte ich das Thema Energieverbrauch in der Telekommunikation generell für unterbewertet und möchte die Leute mit dem vorigen Posting auch etwas sensibilisieren. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Hersteller nach dem Motto "Hauptsache niedrigste Produktionskosten" irgendwelche Geräte aus veralteten Bauteilen "zusammenfrickelt", die sich im Nachhinein als hochgradig ineffiziente Stromschlucker herausstellen. Am Ende zahlt dann der Kunde (mit seiner Stromrechnung) die Zeche, von der Umwelt ganz zu schweigen...


Gruß,

]B^)=
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michael ciesla antwortet auf dormilon
09.06.2009 22:02
Wir reden hier darüber, für 3,50 € pro Monat am "Kommunikationstropf" unserer Welt zu hängen!!

Ich denke, es wäre schon mal wichtig, Prämissen zu setzen, was wichtig und/oder lebensnotwendig ist und was verzichtbar ist.
Da wir im Kommunikationszeitalter leben ...
Alternativ darfst Du gern wieder morsen oder Rauchzeichen senden ...

Weißt Du eigentlich, daß Dein persönlicher "grüner Strom" aus Deiner Steckdose in Deiner Wohnung, den Du (vielleicht) einkaufst und teuer dafür bezahlst, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus Atomenergie oder aus Kohle gewonnen wird, ohne daß Du das auch nur anhaltsweise kontrollieren oder nachverfolgen kannst. Und Deinen "grünen" Strom jemand Anderes abzapft, der nur billigen Atomstrom bezahlt.

Sicherlich ist Umweltschutz ein wichtiges Thema, aber wenn es nach den Grünen ginge, würden wir bald wieder mit Pferdefuhrwerken durch die Gegend karren (weil der Liter Benzin 5 € kostet) und Strom gäbe es nur stundenweise (weil alle AKW's stillgelegt sind, dabei ist Atomstrom anerkanntermaßen der umweltfreundlichste Strom - kein CO2, keine Flußstaustufen, keine gräßlichen Landschaften verschandelnden Windräder etc. - den es gibt, mal von den noch nicht erforschten Ergebnissen der Endlagerung abgesehen; nicht umsonst setzen alle Länder in Europa (außer D natürlich) wieder auf mehr Atomenergie, da wird doch wohl der Fehler nicht bei allen Anderen liegen, sondern im unvernünftigen alleingebliebenen Deutschland.

Deine "übermäßigen" Kilowattstunden könntest Du mit Leichtigkeit einsparen, indem Du 1 oder 2 Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzt (merke: dabei brennen diese in aller Regel nur ein paar Stunden am Tag) oder einen besseren Kühlschrank kaufst etc.
Es ist nun mal prinzipiell so, daß zusätzlicher Komfort und neue Technik mit mehr Features auch mehr Strom verbrauchen, was erst mit der Zeit dann noch weiter optimiert werden kann.

Recht hast Du damit, daß die Fritzis in Sachen Energieverbrauch bestimmt weniger hungrig sind.
Ich entgegne: bekanntermaßen syncen sie am Arcor-DSL aber schlechter, als die Easy Boxen. Für umsonst gibt's halt nichts!

Das alles bedeutet nicht, daß in den Routern dieser Welt noch genügend Energiesparpotential steckt.
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Bravo!
chrisnk antwortet auf michael ciesla
09.06.2009 23:09
Meinen Glückwunsch an den Vorredner: So viel Text und nicht ein Wort zum eigentlichen Thema geäußert. Ich schlage Sie hiermit vor als zukünftiger Pressesprecher bei Arcandor oder bei der Datenschutz-Abteilung diverser Telekommunikations-Unternehmen.

Ich finde es im Gegensatz zu Ihnen gut, dass sich der Ursprungs-Poster mit seinem Energieverbrauch beschäftigt und nicht anderen empfiehlt, sich ihrem Schicksal zu ergeben.

Ich würde einfach mal eine Mail an die Öffentlichkeitsarbeit von Vodafone schreiben und zusätzlich an den Kundenservice, falls von dort keine Reaktion kommt. Viel mehr kann man wahrscheinlich nicht machen, aber die Leute sollten wissen, dass mittlerweile auf sowas wie Stromverbrauch geachtet wird.

Grüße aus Berlin,

wo der Verfasser dieses Textes noch per Netzwerkkabel ins Internet geht und den WLan-Schalter nicht berühren muss.
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michael ciesla antwortet auf chrisnk
09.06.2009 23:28
Grüße zurück nach Berlin aus Berlin-Lichtenberg!
Wie heißt es so schön: wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

Natürlich habe ich mich zum Thema geäußert. Und zwar intensiv und tiefgründig.
Nur nicht mit dem von den Grünen her bekannten puren Aktionismus. Sondern abwägend und rational.

Ich denke sehr wohl über Energieverbrauch nach und ergebe mich nicht meinem Schicksal und empfehle das auch nicht Anderen.
Viel mehr habe ich klare Tips gegeben, wie man (an der RICHTIGEN Stelle) einfach und effektiv Strom sparen kann, ohne dabei "mit dem Hintern das einzureißen, was man mit den Händen aufgebaut hat".
Es macht halt wenig Sinn, im Haushalt mehr als genug richtige Energiefresser weiter zu betreiben, aber an der kleinsten Verbrauchsstelle auf Teufel komm raus sparen zu wollen. Erst recht, zumal diese "kleinste Verbrauchstelle" heutzutage für die meisten Menschen zur Grundlage ihrer Existenz geworden ist und in Zukunft noch viel mehr werden wird. Im Rahmen dieser Entwicklung wird es dann sicherlich auch dort noch zu Einsparungen beim Energieverbrauch kommmen. Aber eben gezielt und "kontrolliert" und ohne Aktionismus.
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dormilon antwortet auf michael ciesla
10.06.2009 01:10
Benutzer michael ciesla schrieb:
Wir reden hier darüber, für 3,50 € pro Monat am "Kommunikationstropf" unserer Welt zu hängen!!...
>...Alternativ darfst Du gern wieder morsen oder Rauchzeichen
senden ...

Ich habe darüber geredet, dass mir meine relativ neue Easybox laut Aukleber mit einem Verbrauch von 24 Watt "droht", während andere -selbst ältere - WLAN Router mit vergleichbarer Ausstattung sich mit 6-8 Watt begnügen. Meine Frage war nicht "Internet: ja oder nein", sondern "Warum Strom für 3,50 € pro Monat verbrauchen, wenn's auch mit 0,90-1,20 € geht" ?
Genau genommen hätte ich gerne gewusst, ob die besagten 24 Watt nur eine abstrakte Nennleistung sind oder ob die Box im realen Alltag tatsächlich so kräftig an der Steckdose nuckelt. Nun ja, komme wohl nicht umhin, mir selbst ein Verbrauchsmessgerät auszuleihen und das zu überprüfen.


Weißt Du eigentlich, daß Dein persönlicher "grüner Strom" aus Deiner Steckdose in Deiner Wohnung, den Du (vielleicht) einkaufst und teuer dafür bezahlst, mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus Atomenergie oder aus Kohle gewonnen wird,...

Das ist zwar knapp an meinem Thema vorbei, aber einen Kommentar kann ich mir dann doch nicht verkneifen:
Wichtig ist mir nicht, ob genau diejenigen Elektronen, die durch die hiesigen Stromleitungen fließen, von einem AKW oder einem Windkraftrad "auf die Reise geschickt" worden sind, sondern wen ich letztendlich mit meinem Geld dafür bezahle.


Deine "übermäßigen" Kilowattstunden könntest Du mit Leichtigkeit einsparen, indem Du 1 oder 2 Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzt (merke: dabei brennen diese in aller Regel nur ein paar Stunden am Tag) oder einen besseren Kühlschrank kaufst etc...

Ich nutze Energiesparlampen seit ca. 15 Jahren und kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich die letzte normale Glühbirne ausgetauscht habe. Mein Stromverbrauch liegt weit unter dem Durchschnitt eines typischen Single Haushaltes, obwohl auch ich alle typischen Elektrogeräte nutze, nur halt nicht die größten Stromfresser aus jeder Kategorie.


Es ist nun mal prinzipiell so, daß zusätzlicher Komfort und neue Technik mit mehr Features auch mehr Strom verbrauchen, was erst mit der Zeit dann noch weiter optimiert werden kann.

Ich sehe in Sachen Komfortmerkmale und Features keine großen Unterschiede zwischen der Easybox 802 und vergleichbaren WLAN Routern der Konkurrenz (im Gegensatz zur Fritzbox ist nicht'mal ein integrierter AB vorhanden). Ich sehe nichts, was einen vermeintlich 3-4 mal höheren Stromverbrauch rechtfertigen würde.

Nur zum Vergleich: 24 Watt verbraucht in etwa mein digitaler Twin Sat-Receiver mit integrierter Festplatte, wenn ich mir gerade einen Film ansehe, während gleichzeitig ein anderer im HDTV-Format aufgenommen wird.
Wenn die Easybox tatsächlich "im Leerlauf" ähnlich viel schlucken sollte, dann gute Nacht !


Gruß,

]B^)=
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Vermutung
evilomen antwortet auf dormilon
10.06.2009 02:48
Ich nehme mal an die 24 Watt sind ein Maximal wert,
das ist schon deshalb klar weil ja nicht jeder Wlan einschaltet und die Easybox 802 anders als alle anderen von dir genanntetn Boxen auch als UMTS-Router funktioniert.
Ich vermute wenn du keinen UMTS Stick reinmachst wird auch nicht soviel verbraucht, möglich ist es aber schon. Denn die Box ist eben technisch was anderes als ein normaler Router.
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Hohe Extrakosten
Kai Petzke antwortet auf michael ciesla
10.06.2009 10:48
Benutzer michael ciesla schrieb:
Wir reden hier darüber, für 3,50 € pro Monat am "Kommunikationstropf" unserer Welt zu hängen!!

Das Vodafone Surf-Sofort-Paket kostet 29,95 Euro monatlich, in den ersten zwölf Monaten nur 19,95 Euro. Wenn die Vodafone Surf-Sofort-Box nun 18 Watt mehr Strom verbraucht als die üblichen DSL-Router der Konkurrenz, dann entspricht das monatlichen Kosten von 2,50 Euro extra, entsprechend einem versteckten Aufpreis von 8 bis 12 Prozent, zu zahlen an den Stromversorger.

Ich persönlich verstehe, dass ein DSL-Router unter Volllast (Transfers über DSL, lokale Ethernet-Ports und die W-LAN-Antenne von jeweils etlichen Megabit pro Sekunde, aktives VoIP-Telefonat usw.) einige Watt aus der Steckdose zieht. Wenn das Gerät nichts tut, außer auf Daten zu warten, sollte es sich aber selbständig in einen Standby-Modus schalten und dann mit weniger als einem Watt auskommen können.

Zum Vergleich:
- Gute Laptops brauchen "idle" (keine Last, Display an) trotz zahlreicher schneller Schnittstellen (W-LAN, Ethernet, USB, FireWire, immer öfters UMTS/HSPA etc.), schneller Komponenten (Gigahertz-CPU, Gigabyte an Hauptspeicher mit hohem Speichertakt etc. pp.) und weiterer Lasten (Display!!!) unter 10 Watt. Warum können dann die DEUTLICH schmalspuriger bestückten DSL-Router (Megahertz-CPU, LEDs statt Display, weniger Hauptspeicher etc. pp.) im idle-Betrieb nicht auch mit DEUTLICH weniger Strom als ein Laptop auskommen?
- Viele Fernsehhersteller werben damit, dass der Standby-Verbrauch ihrer Geräte unter 1 Watt liegt. Man muss also nicht automatisch nur deswegen, weil man an einer Steckdose hängt, mehrere Watt ziehen.
- Handys brauchen bei aktiver Gesprächsverbindung oder beim mobilen Surfen bei guter Netzversorgung typischerweise 1 Watt.
- Handys brauchen im Standby nur 0,01 bis 0,02 Watt. Sie sind dennoch jederzeit von außen erreichbar!

Die paar Cent extra, die ein geringerer Standby-Verbrauch von DSL-Routern bei der Herstellung kosten würde, amortisieren sich mit Sicherheit zigfach während der Nutzungszeit des Routers. Aber das Augenmerk der Hersteller liegt leider nur auf Leistung, nicht auf Stromsparen. Nur bei Mobilgeräten (Handys, Netbooks, Laptops) strengen sich die Hersteller einigermaßen an und zeigen, was wirklich machbar ist.


Kai
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