Frei Sprechen
05.05.2009 23:56

Telefonieren ind den USA

Erfahrungen mit Tuyo
teltarif.de Leser hag13 schreibt:
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Ich möchte mich an dieser Stelle einmal nicht über einen Mobilfunkanbieter beklagen, sondern über eine durchaus positive Erfahrung berichten.

Als wir eine vierwöchige USA-Reise planten überlegte ich mir, wie ich diesmal die Telefonanrufe organisieren wollte. Meine alte Transglobeanmeldung gibt es ja nicht mehr. Da wir viele Bekannte besuchen wollten war klar, daß es auch viel zu telefonieren gibt.

Nach kurzer Suche bin ich auf den Anbieter Túyo Mobile gestoßen. Ein Anbieter in Deutschland vertreibt diese Prepaid Simkarten mit 10$ Startguthaben für ca. 10 Euro.

Versprochen wurde ein Minutenpreis von 10 ct. innerhalb der USA und 12 ct. nach Deutschland. Ganz geglaubt hatte ich es zwar nicht aber andere Usermeinungen bestätigten diese Preise und das Geld konnte ich riskieren. Beim aktuellen Wechselkurs wären das Preise hiesiger Prepaiddiscounter.

Wenige Tage nach der Bestellung erhielt ich die SIM-Karte die nicht durch eine PIN geschützt ist, incl. einer Anleitung zur Onlineregistrierung. Vorsicht, erst am Ende der Anmeldung habe ich erfahren, daß die SIM-Karte nicht roamingfähig ist und die sofort aufs Display geschickte Security-PIN konnte ich in Deutschland nicht empfangen. Hier war es notwendig nach der Ankunft die kostenlose Servicehotline anzurufen und sich eine neue PIN zuschicken zu lassen. Einfacher ist es, erst nach der Ankunft in den Staaten die Karte von einem PC vor Ort anzumelden. Dann erfährt man allerdings auch erst dann seine Telefonnummer.

Nun zu den Erfahrungen:

Netzabdeckung Bei der Ankunft am Flughafen buchte sich die Karte problemlos in das GSM-Netz (1900 MHz) von T-Mobile USA ein. Bei älteren Handys (wie meinem Timeport) erscheint u.U. noch die alte Netzbezeichnung VoiceStream. Macht aber nichts. Wir haben uns im Bereich Kalifornien, Oregon und Washington aufgehalten. In Städten und entlang der Interstates und größeren Highways gab es fast keine Netzabdeckungsprobleme. Auf Nebenstrecken und in Nationalparks hatten wir gelegentlich größere Löcher. Beispielsweise gab keinen Empfang im Yosemite Nationalpark und Umgebung oder in den Redwood Pakrs in Nordkaliforien. Allerdings fand ich dort auch kein anderes GSM-Netz. Es soll aber Leute gegeben haben die dort mit einer deutschen Karte irgendwo Empfang hatten.

Preise Túyo hat nicht nur dieselben Farben wie Simyo, sondern beim aktuellen Wechselkurs sogar die gleichen Preise. (Sonst haben sie aber sicher nichts miteinander zu tun) Abgerechnet wurden tatsächlich 10 ct. (US) für Gespräche innerhalb der USA und 12 ct. für Gespräche nach Deutschland. Pro Gespräch werden allerdings 10 ct. Verbindungsgebühr fällig und eingehende Anrufe müssen USA-üblich ebenfalls mit den o.g. Preisen einschl. Verbindungsgebühr bezahlt werden. Verglichen mit den Roamingpreisen in Europa und besonders mit den Roamingpreisen deutscher Karten in den USA ist das immer noch ein Sonderangebot. Um einfach mal eine Zahl zu nennen, einschl. Mailboxabfragen hatten wir ca. 120 Telefongespräche mit insgesamt 360 Minuten gebührenpflichtiger Zeit und haben dafür ca. 50 Euro bezahlt.

Service Der Anruf zum Service ist kostenlos, ebenso die Konstostandsabfrage (Anruf). Man kann, wenn man an einen Internetzugang kommt, alles online erledigen. Hierzu braucht man die o.g. Security-PIN. Möglich sind Kontoaufladungen per Kreditkarte oder Guthabenkarte (vergleichbar mit den hier üblichen Aufladekarten) die man entweder schon hier in Deutschland bestellt oder in einem Túyo-Shop kauft, Kontostandsabfrage, Einzelgesprächsnachweis! Die Karte ist nach jeder Aufladung weitere drei Monate aktiv.

Sonstige Funktionen Eine interessante Funktion ist die Nutzung als Telefonkarte von einer Telefonzelle (teuer) oder einem normalen Festnetzanschluß (billig). Túyo stellt dafür eine 1-800-Nummer und diverse lokale Einwahlnummern zur Verfügung. Bei Nutzung der 1-800 Nummer von einer Telefonzelle aus kostet die Minute nach Deutschland (fest) 35 ct./Minute und inneramerikanische Gespräche werden mit 16 ct./Minute berechnet. Mit lokalen Einwahlnummern (falls der Gastgeber eine Flatrate hat) kostet ein Gespräch nach Deutschland 3 ct./Minute.

Vorteile - Günstige Gesprächspreise - Man ist auch für Amerikaner günstig erreichbar - ordentliche Netzabdeckung (die anderen GSM-Netzte waren auch nicht besser) - volle Kostenkontrolle, keine Überraschung nach der Heimkehr - in Funklöchern Nutzung als Telefonkarte von der Telefonzelle aus

Nachteile - im Gegensatz zum Roaming mit einer deutschen Karte kann nur das T-Mobile Netz genutzt werden. - Karte ist nicht roamingfähig (nicht außerhalb der USA nutzbar) - Servicesprachen (Telefon, Internet) nur englisch und spanisch (sollte man aber nicht wirklich drüber jammern)

Fazit Ich war sehr zufrieden mit der Karte und vor allem den Preisen. Meine Karte hat noch ein geringes Restguthaben, aber ich überlege mir, sie durch regelmäßige Aufladungen für den nächsten Urlaub zu erhalten.

Es gibt sicher noch andere, für Wenigtelefonierer interessante Angebote. Beispielsweise Tracfone kann im Supermakrt für wenig Geld mitsamt Handy gekauft werden. Allerdings sollte man genau auf die Konditionen achten. Denn das Handy ist nach dem Urlaub wertlos.

Alle hier getroffenen Aussagen sind von mir gemachte Erfahrungen im April 2009. Euroangaben beruhen natürlich auch auf den Wechselkursen zu dieser Zeit. Weitere Informationen finden sich auf Túyo.com oder in anderen Anwenderberichten an entsprechender Stelle. Möglicherweise hat jemand negative Erfahrungen mit diesem Anieter, dann fände ich es interessant auch davon zu hören.

Kommentare zum Thema (7)
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interessanter Anbieter - in der Tat
peregrintuk antwortet
06.05.2009 09:32
Danke für diesen Erfahrungsbericht.

Das klingt durchaus spannend. Wo bekommt man denn diese Karten in Deutschland zu kaufen?

Würde das auch mit einem nicht gejailbreakten deutschen iPhone in den USA funktionieren? Das ist doch eigentlich SIM-Lock gesperrt, oder?

mfg
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Gutes Angebot mit Einschränkung
1960herbert antwortet
06.05.2009 11:30
Benutzer hag13 schrieb:
.....
Abgerechnet wurden tatsächlich 10 ct. (US) für Gespräche innerhalb der USA und 12 ct. für Gespräche nach Deutschland. Pro Gespräch werden allerdings 10 ct. Verbindungsgebühr fällig und eingehende Anrufe müssen USA-üblich ebenfalls mit den o.g. Preisen einschl. Verbindungsgebühr bezahlt werden. Verglichen mit den Roamingpreisen in Europa und besonders mit den Roamingpreisen deutscher Karten in den USA ist das immer noch ein Sonderangebot.

Das ist sicherlich ein ganz gutes Angebot. Allerdings stört es mich schon, das man auch als Angerufener zahlen muß. In Deutschland wäre das am Markt bestimmt nicht durchsetzbar.
Ich würde meine Karte sofort kündigen, wenn ich als Angerufnener zahlen müßte.
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Anders Prinzip
telefonlaie antwortet auf 1960herbert
06.05.2009 11:42
Benutzer 1960herbert schrieb:
>
Das ist sicherlich ein ganz gutes Angebot. Allerdings stört es mich schon, das man auch als Angerufener zahlen muß. In Deutschland wäre das am Markt bestimmt nicht durchsetzbar. Ich würde meine Karte sofort kündigen, wenn ich als Angerufnener zahlen müßte.

Das ist in den USA generell so! Es gibt dort keine Mobilfunkpreise oder spezielle Rufnummern. Der Anrufer zahlt nur ein normales Gespräch und keinen Aufschlag dafür dass der Anruf auf ein Mobiltelefon geht.

Du würdest das also akzeptieren oder auf Mobilfunk verzichten müssen.
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rotella antwortet auf telefonlaie
06.05.2009 12:48
Benutzer telefonlaie schrieb:

Du würdest das also akzeptieren oder auf Mobilfunk verzichten müssen.

Wohl einer der Gründe, warum hier schon jeder ein Handy hatte, als dort noch Pager als Hi-Tech galten. Angeblich soll ja sogar der EMPFANG von SMS Geld kosten! Das wäre bei uns das Todesurteil für den SMS-Boom.
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telefonlaie antwortet auf rotella
06.05.2009 13:13
Benutzer rotella schrieb:
Benutzer telefonlaie schrieb:

Du würdest das also akzeptieren oder auf Mobilfunk verzichten müssen.

Wohl einer der Gründe, warum hier schon jeder ein Handy hatte, als dort noch Pager als Hi-Tech galten.
vielleicht auch ein wenig, viel schwerwiegender dürfte die Zersplitterung in unterschiedliche Standards vor allem bei den lange genutzten analogen Standards gewesen sein.
Ich find das System gar nicht so schlecht, ein Wechsel ist aber in beide Richtungen absoluter Irrsinn, da die Nutzer dafür kein Verständnis hätten.

Angeblich soll ja sogar der EMPFANG von SMS Geld kosten! Das wäre bei uns das Todesurteil für den SMS-Boom.
Und so entstehen Gerüchte!
Mir wäre das völlig neu und bei SMS ist es auch kein gangbares Modell, da ich keine Wahl habe eine SMS anzunehmen oder nicht.

Anrufe ohne Rufnummernübermittlung würde ich bei einem solchen System vermutlich nicht annehmen.
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Kein Netz für Tuyo ausserhalb der Städte
mingus antwortet auf telefonlaie
06.05.2009 20:16
das ist meine Erfahrung zu Tuyo.....

Das T-Mobile Netz ist nach meiner Erfahrung zu schlecht ausgebaut. Ich hatte mit Tuyo nur Empfang in den großen Städten der USA! Daher werde ich beim nächsten Mal wieder AT&T als Provider nehmen. Die SIM-Karte ist auch nicht so teuer.

Weiterhin lässt sich die Mailbox nicht abschalten. Das kostet immer für Anrufer und Angerufenen. Man hat ja so selten ein Netz.......Grrr.

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USA - Kosten SMS
chrisild antwortet auf telefonlaie
07.05.2009 14:07
Benutzer telefonlaie schrieb:

Mir wäre das völlig neu und bei SMS ist es auch kein gangbares Modell, da ich keine Wahl habe eine SMS anzunehmen oder nicht.

In den USA ist es tatsächlich so. Du zahlst für abgehende und ankommende SMS. Für Wenignutzer kann das teuer werden; für Vielsimser gibt es recht günstige Monatspakete. Wer SMS nicht nutzen will, bucht den Dienst einfach nicht.

Dass in Nordamerika auch ankommende Telefonate etwas kosten, ist durchaus verständlich. Denn ein Anrufer kann ja nicht (wie in Europa üblich) an der Vorwahl erkennen, ob die gewählte Nummer zu einem Festnetz-Anschluss oder einem Handy gehört.

Als ich Anfang des Jahres in den USA war, habe ich übrigens Cellion genutzt. Hat prima geklappt, Preise waren auch OK.
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