Frei Sprechen
22.01.2009 16:41

Simply und gut? Sicher nicht!

Enttäuschendes Resümee über eine Prepaid Telefongesellschaft...
teltarif.de Leser ZontableZz schreibt:
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Nun vor gut 3 Jahren (2006) kaufte ich mir eine Prepaid Karte bei Simply. Meine Freundin tat es mir gleich und schon hatten wir eine günstige Telefonmöglichkeit! Was mir an Simply gefiel, kein Guthabenverfall, keine Mindestnutzung!
Doch es sollte anderst kommen... Denn nach 2 Jahren entschied ich mich dann doch wieder für ein Vertragshandy, da sich in diesem Bereich einiges an den Tarifen getan hatten. Also lud ich ein letztes Mal mein Simply Konto auf 10 Euro auf und legte die Karte beiseite. Nochmal zur Erinnerung: Kein Guthabenverfall, keine Mindestnutzung.
Doch Anfang 2008 überlegte es sich Simply anders. Sie führten kurzerhand eine Administrationsgebühr ein, welche nach 2 Monaten in denen die SIM nicht genutzt wird, fällig wird. Diese beträgt dann 1,79 Euro pro ungenutztem Monat. Eine Mitteilung über diese Änderungen erfolgte jedoch nie! Weder per Email noch per Post.
Nun wie geht die Geschichte weiter. Recht logisch, denn nach 2 Monaten begann Simply meinem Guthaben monatlich 1,79 Euro abzubuchen. Und wie es kommen musste auf einmal war mein Konto im Minus und somit hatte Simply sich einen Grund geschaffen mir meine Karte außerordentlich zu kündigen. Dies teilten sie mir diesmal zwar mit, jedoch lediglich per Email. Da ich aber immernoch im festen Glauben war, Simply sei ohne Mindestnutzung und Guthabensverfall, prüfte ich meinen Simply Email Account nicht mehr, da dort lediglich Werbenewsletter in den vergangenen Monaten eingetroffen waren. Erschwerend kam hinzu, dass das alles über die Feiertage und in der Vorweihnachtszeit ablief, als ich im Urlaub war. Ein einfacher Brief von Simply und es wäre gar nicht erst dazu gekommen... Naja, weiter im Text.
Nun also nachdem Simply sich einen Grund geschaffen hatte den Vertrag zu kündigen, forderten sich gleichzeitig die SIM-Karte zurück, andernfalls würden sie das Pfand von 29,65 Euro von meinem Konto einziehen. Gesagt getan, denn als ich nach meinem Urlaub mein Konto prüfte, fiel mir eine Endabrechnung Simply ins Auge. Schnell prüfte ich die Emails und mir war klar was geschenen ist.
Doch so einfach ließ ich mich nicht abfertigen. Ich nahm mit dem Kundenservice Kontakt auf. Ich wies darauf hin, dass man mir eine Tarifänderung nie mitgeteilt habe und ich meinen Sim Karte unter anderen Bedingeungen bei ihnen erworben hatte. Langes hin und her und ein verweiß darauf, dass eine Preiserhöhung jederzeit möglich sei, etc, etc. ... Doch ich ließ nicht locker, schrieb weiter und erwähnt das erste mal, dass ich in erwägung ziehe meine Bank zu kontaktieren. Das schien zu fruchten, ich bekam eine andere Antwort als sonst: Aus Kulanz würde man mir das Pfand zurückerstatten, wenn ich die SIM-Karte kurzfristig zurücksende.
Also noch am selben Tag die Karte verpackt und per Einschreiben abgeschickt, auch mit dem Vermerkt mich bitte in Zukunft postalisch zu kontaktieren.
Vier tage später die Antwort: Leider haben sie uns die SIM-Karte außerhalb der Frist zugeschickt und das Geld kann ihnen nicht erstattet werden... Super! Klasse! Und auf in die nächste Runde: Brief mit Kopie der Email mit der Zusage auf Kulanz abgeschickt. Ein paar Tage später die Antwort (wieder per Email, Post scheint Simply noch fremd zu sein, naja die Post gibts ja auch noch nicht so lange): Im nächsten Rechnungszyklus würde man mir das Geld überweisen. Klingt im ersten Moment ganz nett, aber denken wir mal nach: 29.12.08 wurde das Geld abgebucht, 6 Wochen kann man eine Lastschrift zurückholen und inzwischen hatten wir bereits den 13.01.2009. Und vor allem, wann ist der nächste Rechnungszyklus? Mitte Februar, Ende Januar?
Mir war das zu unsicher, denn am Ende spielt Simply auf Zeit, denn sobald die 6 Wochen Rückholfrist verstrichen sind kann ihc das Geld nichteinmal mehr zurückholen. Und wenn Simply dann eine neue ausrede hat, schau ich komplett in die Röhre... Also mein bis dato vorletztes Schreiben verfasst: Ich bedanke mich für das Entgegenkommen etc. und setzte eine Frist bis zum 21.02.2009 (also eine Woche, wenn man davon ausgeht, der Brief trifft am 14.01. ein) bis dahin solle das Geld auf meinem Konto sein, andernfalls würde ich es Rückholen. Heute dann der 22.01.2009 und immer noch kein Geld auf dem Konto. Daraufhin bin ich zur Bank, habe das Geld rückgeholt und gleichzeitig einen letzten Brief an Simply geschickt, in dem ich mit sofortiger Wirkung die Einzugsermächtigung auf mein Konto widerrufe und nochmals darauf hinweise, nicht mehr auf elektronische Kommunikation zu reagieren, sondern lediglich auf dem Postweg kommunizieren werde.

Fazit: Eine Gebühr über deren Einführung man nicht informiert wird, eine Kündigung und eine Mahnung per Email?! Der Postweg ist Simply scheinbar unbekannt. Immer wieder auch der Hinweis auf ihr 1,49 Euro teure Servicehotline...
Und das beste: eine nicht genutzte SIM verursacht Simply angeblich hohe Kosten, darum müsse man die Gebühr erheben. Komisch, keine Nutzung = Keine Nutzung des Mobilfunknetzes, Keine Rechnung die erstellt werden muss, Kein Mitarbeiter der sich darum kümmern muss... Womit verursacht eine nicht genutzte SIM kosten?! Oder will Simply eher sagen eine nicht genutzte SIM verursacht keinen UMSATZ! Das glaube ich trifft es eher, also versucht man aus diesen Kunden noch etwas Geld zu locken, am besten mit einer Gebühr über die man nicht informiert und ein Pfand, welches man dann wunderbar kassieren kann, da man das Konto ja schleichend ins Minus treibt und somit einen Grund gefunden hat dem Kunden außerordentlich zu kündigen.

Und meiner recherche im Inet zufolge bin ich auch nicht der einzige, der über diese Methoden stolpert. Nur bin ich wahrscheinlich einer der Wenigen die sich dagegen wehren. Und dabei geht es mir nicht um die 30 Euro Schaden die mir entstünden, wenn ich es einfach hinnehme (Schließlich haben allein die Einschreiben zusammen bestimmt 10 Euro gekostet). Hier geht es mir definitiv ums Prinzip, eine solche dreiste Vorgehensweise eines Unternhemens nicht zu tolerieren. Schon gar nicht, wenn dieses Unternehmen unfähig ist, Briefe zu versenden.

MfG ein verärgerter ehemaliger Simply Kunde

2x geändert, zuletzt am 22.01.2009 16:49
Kommentare zum Thema (12)
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norigo antwortet
22.01.2009 17:06
Das mit dieser Administartiongebühr kenn ich aber schon immer von Simply. Aufmerksame Teltarif Leser wissen das ich in solchen Fällen Anbieter wie Simply und Callmobile zu meiden habe!
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nixgegendenise antwortet
22.01.2009 17:11
Das mit den 6 Wochen, in denen eine Zurückbuchung nur möglich sei, ist Quatsch. Du kannst das Geld auch später noch zurückbuchen lassen.
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nucleardirk antwortet auf nixgegendenise
22.01.2009 20:29
Benutzer nixgegendenise schrieb:
Das mit den 6 Wochen, in denen eine Zurückbuchung nur möglich sei, ist Quatsch. Du kannst das Geld auch später noch zurückbuchen lassen.

es sind 6 wochen nach bekanntwerden der betreffenden buchung.

halt uns mal auf dem laufenden wie simply weiter agieren wird.
ich denek sie haben in Ihren (von Dir akzeptierten) AGB`s stehen dass Du Rechnung / Tarifänderungen etc. per EMailals Bestandteil des Vertrages hinnimmst. Denn solche Mails landen immer gerne im Spam und der Anbieter kann einem dann weismachen man hätte die EMail ja bekommen.

Toitoitoi beim Kapf gegen diese schurken
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nixgegendenise antwortet auf nucleardirk
22.01.2009 21:47
es sind 6 wochen nach bekanntwerden der betreffenden buchung.


Nein.

http://www.zahlungsverkehrsfragen.de/lastschriftrueck.html

Was ist diese ominöse 6-Wochen Frist für Kontoinhaber bei Rückgaben wegen Widerspruch ?

Flapsig formuliert: Ein häufiges Mißverständnis ;-)
Zwischen den Banken ist im Lastschrift-Abkommen (Abschnitt III, Nr. 2) eine 6-Wochen-Frist ab Belastung genannt, während derer Lastschriften zurückgegeben werden können. Der Zahlungspflichtige ist diesem Abkommen nicht beigetreten (Abschnitt IV, Nr. 1) und somit nicht an diese Frist gebunden. Theoretisch kann er unbegrenzt der Lastschrift widersprechen, da die Kontobelastung schwebend unwirksam ist (kein Auftrag von ihm an seine Bank, der BGH hat hier die "Genehmigungstheorie" aufgestellt). Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Kunde den ganzen Winter im warmen Süden verbracht hat oder monatelang im Krankenhaus lag und jeweils keine Ahnung von der Lastschrift hatte. Er muß allerdings trotzdem §242 BGB (Pflicht zur unverzüglichen Aufklärung) und Ziffer 11 (4) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Unverzügliche Prüfung von Mitteilungen) beachten! Abgesehen davon kann der Einziehende natürlich zivilrechtlich gegen den Zahlungspflichtigen vorgehen, was unter Umständen teuer wird. Also nicht aus "Lust und Dollerei" Lastschriften zurückgeben.
Die Bank kann somit auch die unberechtigte Lastschrift noch nach mehr als 6 Wochen zurückgeben. (LS-Abkommen Abschnitt III Nr. 2 "Schadenersatzansprüche im Sinne der Regelung in Abschnitt I Nr. 5 bleiben hiervon unberührt" / Abschnitt I Nr. 5 " Bei Lastschriften, die als Einzugsermächti­gungslastschrift gekennzeichnet sind, haftet die erste Inkassostelle der Zahlstelle für jeden Schaden, der dieser durch unberechtigt eingereichte Lastschriften entsteht")
Die Valutierung der Rücklastschrift sollte nach obiger Argumentation (Belastung war nicht rechtmäßig, also muß die Buchung als solche rückgängig gemacht werden, inkl. der Valuta) natürlich auf den Tag der unrechtmäßigen Lastschrift fallen. Zumindest der BdB hat seine angeschlossenen Banken auch im Anschreiben (bei der Verteilung des neuen LS-Abkommens 1995) nochmal darauf hingewiesen !
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Ein Fall für sich...
MichaZ antwortet auf nixgegendenise
22.01.2009 22:09
Simply ist schon ein Fall für sich.
Habe selbst gerade Probleme mit denen:

https://www.teltarif.de/frei-sprechen/...

mfg

Michaz
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Simply Mahnung
ironman.-ffm antwortet auf norigo
23.01.2009 06:28
Willkommen im Club...
Ich habe im Juni 2008 mir 4 (vier) Simply Karten in einem bekannten Auktionhaus bestellt.
Jetzt ist die erste Mahnung eingetroffen, folgen also noch 3.
Was kann ich noch machen "um das Kind aus dem Brunnen zu holen"
Sind die Simpply AGB auf jeden Fall rechtsverbindlich
oder habe ich gegen sowas Unseriöses ein Chance vor vorzugehen?
Immerhin wird sich es bei mir um € 120.- handel.
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Das sehe ich anders!
arndt1972 antwortet
23.01.2009 11:29
Eines vorweg: ich finde das Kartenpfand nicht in Ordnung, aber wenn sie ihre AGB so gestalten, dann ist das rechtlich in Ordnung. ABER: da bin ich dann als Kunde gefordert!
Die Kunden verlangen günstige Preise und gehen deshalb zum Discounter, d.h. logischerweise bekommt man dort nur ein Mindestmaß an Service und muß auch selber einiges beachten (wie Emails lesen).
Die Gebühr bei Nichtnutzung finde ich absolut in Ordnung, wenn Du Deine Karte nicht mehr benutzt oder benutzen willst, dann gib sie halt zurück. Natürlich verursacht Datenpflege etc. Kosten (sicher nicht die 1,79 € im Monat aber trotzdem)! Also kann ich nachvollziehen, wenn man sich von Karteileichen trennt oder Gebühren nimmt. Dich darüber zu informieren ist Deine Aufgabe, denn du wußtest vorher, daß die Kommunikation über Email erfolgt, denn hier spart man ggü. der Post richtig Kosten. Also mußt Du Dir diesen Schuh selber anziehen.
Simply zeigt Dir ggü. doch Kulanz, indem sie Dir das Kartenpfand erstatten wollen. Daß sie das auf dem für Sie kostengünstigsten und einfachsten Weg (nämlich mit der nächsten Abrechnung) machen ist völlig legitim. Gibst du jetzt Deine Lastschrift zurück, entstehen für sie nicht geringe Kosten. Ich muß ganz ehrlich sagen, hoffentlich belastet Simply Dich dann im Sinne aller Kunden mit diesen Kosten. Denn nochmal: ob die Gebühren gut oder schlecht, zu hoch oder zu niedrig sind, DU hast Fehler begangen und bekommst Kulanz, also richte Dich auch nach deren Spielregeln und verursache nicht weitere Kosten, die am Ende alle anderen tragen (denn genau aus solchen Fällen werden sie auch mit, natürlich nicht nur, solche Gebühren eingeführt haben).
Ich bin kein Kunde von Simply, wollte damals einer werden und hatte eine Karte bestellt, sowie eine Portierung beantragt. Ich habe dann den Antrag und die Portierung widerrufen (weil bei Eplus die Zehnsation kam) und muß sagen, daß Simply dort absolut freundlich und fair war (die Portierung war bereits weitergeleitet und man hätte mir da auch mehr Probleme machen können). Kosten sind mir damals keine entstanden, auch die Karte mußte ich nicht zurückschicken (obwohl es das Kartenpfand auch damals schon gab). Von daher sind meine Erfahrungen mit dem Service dort absolut positiv. Ist aber vielleicht auch ein wenig eine Frage des Umgangs, denn wenn ich Fehler mache, muß ich nicht gleich drohen, Fristen setzen etc., dieses ist erst notwendig, wenn Zusagen nicht eingehalten werden (natürlich kam auch erst der Hinweis es sei zu spät, aber dieser Fehler wurde ja korrigiert, also ist abwarten angesagt).
Dieses mal die ausführrliche Meinung eines Außenstehenden.
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Kartenpfand
tatort antwortet auf arndt1972
23.01.2009 11:48
Benutzer arndt1972 schrieb:
Eines vorweg: ich finde das Kartenpfand nicht in Ordnung, aber wenn sie ihre AGB so gestalten, dann ist das rechtlich in Ordnung. ABER: da bin ich dann als Kunde gefordert!

Ob das Kartenpfang rechtlich in Ordnung ist, sei dahingestellt. Ich kenne diese Gebühr nur von Talkline. Das Pfand wurde eingeführt als Ersatz für eine Deaktivierungsgebühr, die der BGH vorher für nichtig erklärt hatte.
In ABGs steht auch viel Mist. Persönlich kann ich keine Zahlungspflicht erkennen.
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