Frei Sprechen
06.02.2008 23:29

PTT Push To Talk

Warum wir Deutschen lieber schreiben als sprechen
teltarif.de Leser fmeier636 schreibt:
AAA
Teilen
Man könnte das Walkie-Talkie als Vorgänger des Handys bezeichnen, welches aber in Bezug auf Funktionälität und Komfort nicht mit der heutigen Zeit mithalten kann. Dennoch hat es eine Nische für seine Anwendung gefunden. Über kurze Strecken ist es möglich mehrere Leute zu koordinieren, ohne aufwändige Sendestationen zu platzieren. Die größte Einschränkung ist die geringe Reichweite. Doch dies änderte sich durch Push-To-Talk, kurz PTT, über das Handy. Zur Unterscheidung auch als Push-To-Talk-Over-Cellular, also PTTOC, bezeichnet. Hier werden die bestehenden Mobilfunknetze genutzt und so eine hohe Reichweite erzielt.

Digitale Technik

Bei Push-to-talk wird die Sprache in Digitale Daten umgewandelt um dann über GPRS oder UMTS versendet zu werden. Hierbei ist es wie beim Walkie-Talkie nur möglich, das einer sendet und alle anderen dies empfangen. Ein wechselseitiges Gespräch, wie in der normalen Telefonie, ist ausgeschlossen. Es gibt keine Unterbrechungen, keiner quatscht dazwischen. Gegenüber den analogen Walkie-Talkies gibt es auch einige Vorteile. Bei diesen ist die Reichweite sehr begrenzt und beträgt, wenn überhaupt, nur wenige Kilometer. Diese Einschränkung hat man mit PTT nicht, da die Daten über das übliche Mobilfunknetz gesendet und empfangen werden. Somit ist man überall dort erreichbar, wo man auch mit dem Handy telefonieren kann. Außerdem kann man selbst einstellen, ob man die Nachricht automatisch oder manuell annimmt. Bei automatischer Annahme qäukt das Handy sofort los, wenn man eine Nachricht gesendet bekommt. Bei manueller Annahme muss man die Nachricht erst bestätigen und kann sich eventuell an einen ruhigen Platz zurückziehen.

PTT oder SMS?

Bei PTT versendet man Sprachnachrichten über das Mobilfunknetz. Dadurch ist der Dienst dem Schreiben von SMS viel ähnlicher als der klassischen Sprachtelefonie. Man versendet zwar kurze, gesprochene Nachrichten, doch der Dialog, der das Telefonieren ausmacht, fehlt. Von Vorteil ist, das man mehrere Leute erreicht und Ihnen gleichzeitig Informationen mitteilen kann. Damit entfällt das ständige herumtelefonieren. Kurze Informationen schnell an viele Leute versenden. In Deutschland hat sich zu diesem Zweck die SMS durchgesetzt. Aber sieht man mal von einigen SMS-Besessenen ab, dauert das schreiben einer SMS oft länger als eine Nachricht zu sprechen. Hier liegt jedoch auch ein weiterer Vorteil der SMS. Diskretion. Manchmal kommt es vor, dass man Nachrichten bekommt, deren Inhalt nicht unbedingt jeden etwas angehen. Wer möchte schon das Liebesbekundungen oder gar noch peinliche Dinge in der Besprechung ohne Vorwarnung einfach aus seinem Handy tönen? Das Lesen einer SMS bekommt keiner mit.

Aber in den USA...

In den USA ist PTT recht erfolgreich, warum denn nicht auch in Deutschland? In Deutschland gibt es PTT nur bei T-Mobile, wird aber nur von wenigen genutzt. Man benötgt dazu ein spezielles Handy und zahlt 1€/Tag oder 18€/Monat. Keine idealen Vorraussetung für einen Markt, der schon vorher von den SMS beherrscht wurde. In den USA waren SMS nicht so weit verbreitet und so waren die Nutzer offener für einen neuen Dienst, der es Ihnen ermöglicht mehrere Leute gleichzeitg zu erreichen. Vielleicht wurde PTT in Deutschland auch nicht so stark vermarketet, um das SMS-Geschäft nicht zu kannibalisieren. Denn immerhin hat nur einer der großen Mobilfunkanbieter PTT überhaupt angeboten.

Gefloppt

Was bleibt, ist der Versuch aus einem Hype des US-Mobilfunkmarktes auch in Deutschland Geld zu machen. Doch die Deutschen bleiben bei Ihren geliebten SMS und so reiht sich PPT in die Liste der Flops neben MMS und Videotelefonie ein. Interessante Technologien, die aber nie die Begeisterung der Massen für sich gewinnen konnten. Auch PTT ist nicht Massenmarkttauglich, zuwenige wissen überhaupt das es PTT gibt. Mit netzübergreifender Nutzung und attraktiveren Tarifen würden sicher einige mehr PTT zur Kommunikation nutzen. Doch dem Dienst fehlt es an Bekanntheit, kompatiblen Geräten und nicht zuletzt an aktiven Nutzern.