Frei Sprechen
19.06.2008 15:47

Kostenpflichtige eingehende Anrufe

Ein Highlight der fragwürdigen Ideen der EU
teltarif.de Leser Hoefer schreibt:
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Frau Reding,

von welchen Lobbyisten werden sie denn eigentlich finanziert? Die Idee für eingehende Anrufe auch noch zahlen zu müssen ist das blödeste was ich in den letzten Jahren gehört hab (obwohl die EU ja öfter mit merkwürdigen Studien,Forderungen und Richtlinien auf sich aufmerksam macht). Jetzt so langsam gibt es mal einen Trend zu Discountern und Flatrates bei dem wohl für jeden das richtige dabei ist und dann kommt so ein Vorschlag der alles wieder durcheinander bringen wird. Ich habe wirklich kein Bock in Zukunft für Spam-Anrufe á la „Sie haben gewonnen“ oder „Herr XY, der neue Z-Tarif ist genau das Richtige für Sie“ auch noch Geld bezahlen zu müssen.

Haben sie sich außerdem mal Gedanken darüber gemacht wie viele Leute ihr Handy für den Notfall besitzen? Wie soll das denn aussehen wenn sie es mal mehrere Tage, Wochen, Monate ausschalten und dann für verpasste Anrufe auf ihrer Mailbox (immerhin kommt dabei ja eine Verbindung zustande) zahlen müssen ohne das im Vorfeld zu wissen? Und wie soll die Abrechnung bei SMS oder MMS sein? Gibt es da auch schon irgendwelche Ideen nach denen dann Sender und Empfänger die Hälfte zahlenn sollen?

Also ich werde, wenn es erstmal so weit ist, viel viel weniger telefonieren. Habe ja auch keine Lust bei irgendwem anzurufen und bei demjenigen Kosten zu verursachen. Immerhin weiß ich ja nicht ob ihn meine Info, Anfrag etc. überhaupt interessiert oder ob er meinen Anruf vielleicht auch nur als „kostenpflichten Spam“ sieht. Gäbe es dann auch ne Tarifoptionen?So ne Art „eingehende-Anrufe-Flat“?

Wenn die EU jetzt darüber nachdenkt würde sie wohl sehen das es sowas eigentlich schon lange Zeit in Form der Grundgebühr gibt. Vielleicht wäre das eher ein Schritt in die richtige Richtung. Zurück zur Grundgebühr und nicht mehr nur nach "Geiz-ist-geil" Mentalität nach 0,5 Cent billigeren Tarifen suchen. Ich hoffe nur das Frau Reding und die Leute in Brüssel bald aufwachen und nicht mehr versuchen ihre Finger überall ins Spiel zu bringen. Schon gar nicht mit so unsinnigen Ideen.

Kommentare zum Thema (2)
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Das gibt es schon z.B. in USA und es funktioniert
chrispiac antwortet
20.06.2008 14:15
Vorab erst mal, ich denke auch nicht, dass dieses Modell auf den deutschen Markt funktioniert, aber es gibt Märkte wo es üblich ist z. B. USA, Russland und sicher noch mehr…

Dort ist es aber auch so, dass die Mobilfunkanbieter Nummern aus den örtlichen Bereich vergeben (müssen), so wie z.B. es auch O2 mit Genion macht (nur ohne eine zweite Mobilfunknummer). Da der Anrufer aus der Nummer nicht schließen kann, ob es sich um eine Handynummer handelt oder nicht, zahlt er auch nur für den Anruf die Gebühren für einen Festnetzanruf – der Handybesitzer zahlt einen Aufpreis zur Vermittlung zum Handy (wobei die Mailbox als Festnetz gilt und dort keine Gebühren anfallen). Im Gegenzug kann der Handybesitzer in einigen Ländern (ähnlich wie bei uns Call by Call) verschiedene Anbieter nutzen, die die Handygespräche in Festnetz abrechnen (er zahlt auch hier nur einen Verbindungszuschlag an den Mobilfunkanbieter).

Diese Lösung entspricht in etwa den Einkauf von Mobilfunkminuten der Provider und Discounter, die so eigene Angebote kreieren. Für Firmen könnte diese Lösung durchaus interessant sein, für Privatnutzer eher nicht, wohl auch der Mentalität wegen (auch ich möchte meine Rechnungen ohne böse Überraschungen, auch falls ich mal am Handy sehr gefragt bin). Der einzige (mir bekannte) Vorteil ist, das Aufgrund der permanenten Kopplung an das Festnetz und die Mitbewerbersituation, die Aufschläge für den Mobilfunk sehr gering sind.

Ich denke aber, das wir in Deutschland weit davon entfernt sind, so ein System hier zu etablieren. Da setze ich eher auf die Bundesnetzagentur und hoffe, dass die in der Lage ist, die Interconnectiongebühren für die Mobilfunknetze zu senken. Wenn man bedenkt, das im Festnetz nicht mal 1 cent dafür berechnet wird und die Mobilfunkanbieter bis zu ca. 9 cent erhalten, denke ich, das da noch „Luft“ für weitere Senkungen ist. Irgendwann müssten auch die Anlaufkosten für UMTS abgetragen sein und dann sollte zumindest die 5 cent Marke unterschritten werden.
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SMS-Benachrichtigungen kosten meistens auch
GAMMA2 antwortet
27.10.2008 10:07
von welchen Lobbyisten werden sie denn eigentlich finanziert? Die Idee für eingehende Anrufe auch noch zahlen zu müssen ist das blödeste was ich in den letzten Jahren gehört hab (obwohl

Es ist nur ungewohnt. Normalerweise wird ein Mobiltelefon dazu genutzt, auch von unterwegs aus telefonieren zu können, nicht als Festnetzersatz. Dass die Deutsche Telekom immer wieder zahlreiche Telefonzellen abbauen musste, liegt nicht nur daran, dass sie mit T-Mobile Konkurrenz aus dem eigenen Hause anbietet.


bringen wird. Ich habe wirklich kein Bock in Zukunft für Spam-Anrufe á la „Sie haben gewonnen“ oder „Herr XY, der neue Z-Tarif ist genau das Richtige für Sie“ auch noch Geld

Da kann man ja eine Regelung einführen, dass eingehende Gespräche unter 15 Sekunden oder vor Erreichen der 15. Gesprächssekunde kostenlos sind. ;-)


ihrer Mailbox (immerhin kommt dabei ja eine Verbindung zustande) zahlen müssen ohne das im Vorfeld zu wissen?

Seit wann kommt da eine Verbindung zustande? Natürlich, technisch, aber der erreichte Anschluss ist ein anderer.


Und wie soll die Abrechnung bei SMS oder MMS sein? Gibt es da

MMS im Ausland musst du auch über den Datendienst selbst abholen.

Dass eingehende Anrufe im Inland kosten, kommt nie, wetten?
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