Frei Sprechen
09.10.2009 11:56

Arbeiten im Zug - Fehlanzeige

Hängt davon ab, was man unter arbeiten versteht.
teltarif.de Leser denis_gaebler schreibt:
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Ich bin neulich von Hamburg über Berlin und Leipzig nach Dresden mit dem ICE gefahren, im Repeater-Wagen versteht sich. Zuerst einmal, die Verbindungen im Vodafone-Netz waren sehr stabil, zum Teil haben sie die Teilstrecken bis zum Ausstieg überdauert.

Nun zum eigentlichen Bericht, arbeiten im Zug? Wer unter arbeiten im Zug Emails ohne Anhänge schreiben, chatten, ein bißchen Word und Excel und ein paar Webseitenaufrufe versteht, der möge bitte nicht weiterlesen. VPN, mit Recherchen im Intranet, Durchsuchen von Präsentationen, Erstellen von Druck-PDFs mit Upload und schicken an die Druckerei, Ausprobieren von Übungsskripten für Kundenveranstaltungen oder Schulungen mit Praxisteil, Flugbuchungen über eine Rich-Client Browseranwendung (deren Benutzung im übrigen bei uns vorgeschrieben ist), Kundeninformationen in CRM-Systemen pflegen und abrufen, das waren die Dinge, denen ich mich widmen wollte. Das Ergebnis, niederschmetternd. Ich habe das ganze schonmal vor 5 Jahren auf der ICE Strecke Frankfurt-Dresden ausprobiert und um ehrlich zu sein, außer daß heute statt GPRS, EDGE fast durchgängig angezeigt wird, kann ich von der Geschwindigkeit her keine Fortschritte erkennen. EDGE im ICE heißt nicht zwangsläufig mehr Geschwindigkeit als GPRS. In der Praxis war das vernachlässigbar. Nach dem Verlassen des Bahnhofs in Hamburg ist die HSDPA Versorgung nach ca. 10-15min vorbei, danach gibts EDGE, manchmal auch nur GPRS, zwischendrin nochmal 4 min HSDPA bis kurz vor Berlin-Spandau. Umstieg in Berlin, wieder ständig EDGE mit kleinen HSDPA Inseln (manchmal nur 30 Sek.) zwischendrin. In Leipzig wieder HSDPA. Fahrt nach Dresden, um Riesa herum wieder vernünftig, zwischendrin EDGE. Von den 4h 30min Sitzzeit im Zug, kann man quasi ca. 30 min arbeiten, der Rest ist Warten. Die Anzeige von Teltarif.de z.B. kann schonmal 3 min dauern.

Natürlich muß man zugeben, daß sich die Anwendungen in den letzten 5 Jahre eher dahin entwickelt haben, daß man sie unterhalb eines DSL 6000 Anschlußes nicht verwenden kann, was sicherlich auch mit betrachtet werden muß. Daher sei auch noch anzumerken, um arbeiten zu können, reicht mir ein DSL1000 Anschluß, wie er als Breitbandanschluß heute definiert wird, vorn und hinten nicht aus. Mobilfunk oder Digitale Dividende erst recht nicht. Breitband fängt für mich dort an, wo ich auf Computer oder Netz beim Arbeiten nicht mehr warten muß. Davon sind wir weit entfernt, auch in den mit HSDPA und DSL ausgebauten Gebieten.

Mein Fazit. Man muß sich mit dem was man arbeitet immer noch nach der Geschwindigkeit der Internetversorgung richten, wobei es eigentlich umgekehrt sein sollte. Allerdings mag mein Anforderungsprofil sehr speziell sein, an einem durchschnittlichen Arbeitstag verursache ich ca. 150 MB Traffic, nur kommt es bei den Webanwendungen eher auf Latenz und kurzzeitig hohe Geschwindigkeit an und das geben die Netze (noch) nicht her.

Gibt es andere Erfahrungen?

Kommentare zum Thema (2)
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Hilfsprofi antwortet
09.10.2009 15:11
UMTS/HSPA wird auch nicht von den ICE-Repeatern unterstützt, von daher war das Ergebniss vorhersehbar.
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handytim antwortet
10.10.2009 18:04
Nächstes Mal einen Hotspot-ICE testen, wesentlich schneller als EDGE bei ziemlich guter Stabilität. Kommt natürlich auf die Strecke an, der Abschnitt Mannheim - München geht sehr gut.
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