Frei Sprechen
10.05.2008 17:54

Wird die Tageszeitung aussterben?

Dramatischer Rückgang der Auflagenzahlen wird Opfer fordern
teltarif.de Leser bilderbuch schreibt:
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Schon seit einigen Jahren ist ein erschreckendes Tatsache aus den Medien über die Medien zu lesen: Den Tageszeitungen laufen buchstäblich die Leser weg. Aufgrund des Internets sinken die Auflagenzahlen. Und das nicht nur in Deutschland.

Vorteile der Zeitung aus dem Internet

Der Rückgang der Auflagenzahlen kommt nicht überraschend. Im Internet erhält man seine Informationen einfach schneller und dazu noch so gut wie kostenlos. Leser können sich aus einer unglaublichen Vielzahl von (tagesaktuellen) Quellen ihre Informationen holen und auch interessante Themen sofort vertiefen. Nicht zu unterschätzen sind auch die unzähligen Foren, Blogs & Co. bei denen sich interessierte Leser einfach und schnell austauschen können. Und das Argument, dass man seine Zeitung überall mit hinnehmen kann, zählt auch schon lange nicht mehr. Da mobile Internet findet immer mehr Nutzer.

Darum werden die Tageszeitungen nicht aussterben?

Ich persönlich glaube nicht, dass die klassischen Print-Tageszeitungen gänzlich aus der Medienwelt verschwinden werden. Es ist der Werkstoff Papier, der am Ende der Rettungsanker für die Verlage sein wird. Papier hat die Menschen schon immer fasziniert. Nun mal ehrlich, eine gedruckte Tageszeitung fühlt sich schon gut an...

Statt vieler kleiner Tageszeitungen, wie man sie heute beispielsweise von fast jedem Landkreis kennt, wird es zukünftig nur noch wenige große Tageszeitungen geben. Die Branche wird zukünftig mehr mit Fusionen und Übernahmen zu kämpfen haben, bist am Ende ein Oligopol entstehen wird. Die Frage ist nur, wann fängt die Zukunft an?

Wenn ihr euch zu diesem Thema eine Meinung geBILDet habt, dann teilt sie mir bitte mit. Bin gespannt, was ihr zu diesem Thema meint!

ps: Ich würde es mir wünschen, dass es irgendwann eine digitale Tageszeitung gibt, die sich wie Papier anfühlt. Mal schauen, wie lange ich darauf noch warten muss..

einmal geändert am 10.05.2008 18:16
Kommentare zum Thema (3)
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achetaton antwortet
11.05.2008 13:35
Ich brauche heutzutage nicht unbedingt mehr klassische Print-Tageszeitungen. Ich wünsche mir ehrlichen, offenen und investigativen Journalismus und den haben solche Zeitungen schon lange nicht mehr zu bieten - stattdessen entwickeln sie neue manipulative Formen wie etwa der "Borderline-Journalismus".

Ich lebe ganz im Süden und da gibt es schon seit Jahr und Tag nicht viele kleine, sondern nur eine dominierende Zeitung und die sorgt durch wohlüberlegt-gezielte Nachrichtenselektion für eine entsprechend gewünschtes konservatives Meinungsklima. Dazwischen taucht auch immer mehr Boulevard auf und Eisbär "Flocke" hat schon zwei Mal als Aufhängerbild auf die Erste Seite geschafft. Ist das in größeren Ballungsräumen etwa anders? Die Zeitungen folgen alle dem Zeitgeist und werden zunehmend angepasster und oberflächlicher. Die Unterschiede sind nicht allzu groß mehr. Und es geht auch nicht mehr so sehr darum, den Bürger ausgewogen zu informieren oder über relevante Vorkommnisse aufzuklären, sondern darum, die eigene Auflage in die Höhe zu treiben. Und dazu bemüht man sich nicht so sehr um eine abgestimmte redaktionelle Qualität, sondern das Instrument sind heutzutage etwa aufdringliche Marketingaktionen im Supermarkt, im Briefkasten und auf der Straße nach dem Motto: Man drückt dir eine Zeitung gratis in die Hand und du leistet dir durch deine Unterschrift dafür ein teures Langzeit-Abo.

Was das Papier betrifft, so sollten wir froh sein, wenn wir die Möglichkeit haben, in einer ausgebeuteten Umwelt Ressourcen zu schonen und einen intakten Wald zu haben. Ob sich hartes Papier "gut anfühlt" kann ich nicht sagen, ich finde ein weiches Bett auf jeden Fall angenehmer. Und wenn jemand unbedingt Papier "fühlen" will, so kann er es sich in rauhen Mengen auch aus dem Altpapierhandel besorgen. Die "Oligopolisierung" auf dem Medienmarkt hat im übrigen schon lange eingesetzt. Heutzutage haben wir es auch schon eher mit Konzentrationen in Form von Fremdübernahmen aus dem Ausland, Hegdefonds etc. zu tun....

Fazit: Tageszeitungen sind heutzutage verzichtbar. Vielleicht haben sie in ihrer lokalen Berichterstattung noch eine gewisse nützliche Funktion - die aber auch ersetzbar ist. Ich würde stattdessen empfehlen mehr gute fundierte Sachbücher zu lesen oder nach informativen Beiträgen im Internet gezielt Ausschau zu halten, um als aufgeklärter Bürger gut informiert zu sein.
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bilderbuch antwortet auf achetaton
12.05.2008 10:39

einmal geändert am 12.05.2008 10:40
Die Tageszeitung aus Pappier hat meiner Meinung nach auch noch einen sozialen Aspekt. Es ist einfach schön (und gut für das Zusammengehörigkeitsgefühl), sich morgens mit der Familie am Frühstückstisch die Zeitung zu teilen und gleich mit seinen Liebsten über bestimmte Themen aus der Zeitung zu diskutieren. Vor dem Monutor sitzt man in der Regel alleine, wobei das schon wieder in die Frage abgleiten kann, ob das Internet Schuld an der sozialen Verarmung der (ziviliesierten) Menscheheit ist. ;-)
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Interessante Studie
fmeier636 antwortet
14.05.2008 09:43
"Die gedruckte Zeitung bleibt weiterhin das wichtigste Medium: Eine klare Mehrheit der Journalisten (fast 80 Prozent) ist der Meinung, dass das Internet die gedruckte Zeitung als maßgebliches Leitmedium nicht abgelöst hat. Nur rund 17 Prozent gehen davon aus, dass das Internet bald zum wichtigsten Medium wird und somit die Stellung der gedruckten Zeitung einnimmt. Auffällig ist, dass Journalisten aus dem Online- und Multimediabereich dem Web eine besondere Relevanz einräumen: Hier meinen immerhin rund 13 Prozent der Befragten, dass die gedruckte Zeitung als Leitmedium bereits vom Internet abgelöst worden ist."

Mehr Informationen unter:
http://www.presseportal.de/meldung/1188206
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