Frei Sprechen
27.04.2009 16:49

Twitter beruflich und privat Kommunikation der Zukunft oder Eintagsfliege?

Welche Rolle spielt Twitter zukünftig für Unternehmen und Journalisten?
teltarif.de Leser piano schreibt:
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Eigentlich wollte ich nur auf den Beitrag von Transrapid antworten, aber dann wurde es doch etwas mehr, so dass ich lieber einen neuen Beitrag draus gemacht habe:

Wozu Twittern???

Als ich zum ersten Mal von Twitter gehört hab, hab ich irgendwie nicht so richtig verstanden, was das sein soll. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, welcher Sinn dahintersteckt.

Warum sollte ich 140 Zeichen lange Nachrichten ins Internet stellen, in denen dann drin steht, was ich gerade tue? Mein erster Gedanke: Wen interessiert das? Der zweite: Was hab ich davon? Und was den privaten Bereich angeht, bin ich auch jetzt noch der Meinung, dass ich aufs Zwitschern verzichten kann. Für mich persönlich sehe ich keinen Mehrwert.

Twitter als Kommunikationsinstrument, Trendmonitor und Gefahr für den Journalismus

Irgendwie hat sich Twitter dann allerdings etwas anders entwickelt, als ich das am Anfang gedacht hätte. Zwar besteht der größte Teil tatsächlich aus Statusmeldungen, die keinen interessieren, aber die Aufmerksamkeit, die dem Ganzen von Seiten der Öffentlichkeit/Medien geschenkt wird, finde ich beachtlich.

Immer öfter wird, wenn es beispielsweise um PR-Arbeit oder Journalismus geht, Twitter als ein scheinbar zentrales Medium genannt. Die Tipps lauten dann: Man sollte sich als Journalist oder PR-Verantwortlicher dort anmelden und mal schauen, was dort so los ist. Denn immerhin steht da nicht immer nur "Käse" drin.

Manchmal lassen sich auch Thementrends erkennen (über was diskutieren die Leute viel?) oder man bekommt ab und zu eine Info schneller als anderswo im Internet, weil jemand bei irgendetwas live dabei war und gleich darüber gezwitschert hat.

Wie nützlich diese berufliche Twitterei ist, bleibt sicher abzuwarten. Ich behaupte einfach mal, dass das noch keiner so richtig ein- bzw. abschätzen kann. Viele machen einfach mit, damit sie nichts verpassen, was es vielleicht kommunikationstechnisch/methodisch wichtig sein könnte. Irgendwie ist es ein Trend, den jeder beobachtet, um festzustellen, was draus wird.

Auch Warnungen von Kommunikationsexperten fehlen natürlich nicht: Angebote wie Twitter seien aus journalistischer Sicht sehr problematisch, weil etwa Sperrfristen nicht eingehalten werden und journalistische Grundsätze und Qualität verloren gehen. Man müsste sich hier in Zukunft auf völlig neue Kommunikationswege und Veröffentlichungsmethoden einstellen.

Medium der Zukunft oder Eintagsfliege?

Bleibt die Frage: Ist Twitter ein Kommunikationskanal der Zukunft oder handelt es sich eher um einen aktuellen Trend, der irgendwann in Vergessenheit gerät? Während die einen der Sache eher abwartend und gespannt gegenüberstehen und schauen, ob sich nicht beispielsweise ein Gewinn für die Unternehmenskommunikation daraus entwickelt, drücken andere relativ eindeutig ihre Zweifel aus, ob man wirklich etwas davon hat, wenn in einem von 1000 Beiträgen mal eine Info steckt, die man bei Twitter eine Minute eher lesen kann als irgendwo anders im Internet.