Frei Sprechen
16.10.2008 14:02

Schützt die Daten der Telekom!

Skandalöses bei unserem Exmonopolisten
teltarif.de Leser rukel schreibt:
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Eigentlich habe ich der Telekom in letzter Zeit schon wieder mehr Vertrauen entgegengebracht, als den „alternativen Anbietern“, immerhin bekommt man hier doch etwas mehr Service. Bei denen werden an dieser Stelle am schnellsten die Kosten für den günstigeren Anschlusspreis wieder reingeholt. Doch wenn zu dem Service gehört, dass meine persönlichen Daten an interessierte Unternehmer weitergegeben werden, die mich dann mit Werbung zumüllen, kann ich gerne darauf verzichten. Ich sehe es nicht unbedingt als Mehrwert an, wenn ich Werbung bekomme und nichtmal mehr meine Kontodaten ausfüllen muss, weil schon alles bekannt ist.

Aber gibt es solle „Pannen“ wirklich nur bei der Telekom oder wurden auch Daten von Vodafone, O2 und E-Plus verkauft? Überall wo Mitarbeiter Zugriff auf eine große Menge an persönlichen Daten haben, ist es auch ein leichtes, diese zu kopieren und „weiterzunutzen“, das müssen ja nicht mal unbedingt TK-unternehmen sein, doch diese bieten sich an, da hier meist Name, Adresse Telefonnummer(n) und sogar die Kontodaten miteinander verknüpft zur Verfügung stehen. Wie schützen sich andere Unternehmen davor, das die Daten auch wirklich „persönlich“ bleiben? Möglicherweise wird hier auch einfach nur mehr Aufwand betrieben um diese Skandale nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen.

Doch vielleicht waren die Bespitzelungen von Managern und Journalisten gar nicht böse gemeint, wie es in den Medien dargestellt wird. Es könnte ja auch sein, das man nur versucht hat, die Privaten Daten von diesen Personen vor den bösen Datendieben in Sicherheit zu bringen. ;-)

Zusätzlich setzt sich jetzt die Telekom für einen externen Datenschutzrat ein. Zuerst klingt es doch sehr ironisch, wenn die Telekom mehr Transparenz in Sachen Datenschutz fordert...

einmal geändert am 16.10.2008 14:57
Kommentare zum Thema (10)
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Flo1987 antwortet
16.10.2008 14:25
woher weißt du, das es bei den anderen Firmen nicht soetwas gibt?

Ich kann dir nur versichern, dass der Datenschut bei der Telekom einen sehr hohen Stellenwert hat!

Natürlich ist die Sache mit den Kundendaten nicht schön, doch dies kann in jedem noch so gesicherten Unternehmen vorkommen!

Glaub mir, du bist bei der Telekom gut aufgehoben!
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rukel antwortet auf Flo1987
16.10.2008 14:51
Ich denke mal, das es den Datendiebstahl auch in anderen Unternehmen geben wird, aber eben vielleicht nicht in diesem Ausmaß. Ok, manche Unternehmen wären froh, wenn Sie soviele Kunden hätten, wie bei der Telekom "veröffentlicht" wurden.

Aber so etwas darf doch eigentlich nicht passieren, gerade wo den Unternehmen mit der Vorratsdatenspeicherung noch mehr Verantwortung über weitere Daten gegeben wird.
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soraya-blue antwortet auf rukel
16.10.2008 20:12
Also ich arbeite auch in einem grösseren TK-Unternehmen, aber Bankverbindungen kann hier keiner einsehen! Nicht mal die Rechnungsabteilungen! Warum auch, nach der Eingabe im vertrieb wird sie direkt verschlüsselt und aus den Zahlen werden kleine Sternchen.

Auch ist es nicht so wie - anscheinend war es so bis vor kurzem - das jeder Zugriff auf alles hat.
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Flo1987 antwortet auf soraya-blue
18.10.2008 10:33
Ich glaube dir nicht, dass nicht mal die Rechnungsabteilung darauf Zugriff hat.Das wäre ziemlich unlogisch.

Und die Telekom veröffentlicht nicht nur soviel Kundenzahlen, sondern hat soviel.

Also wie blöd können manche User eigentlich sein?!
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soraya-blue antwortet auf Flo1987
18.10.2008 11:42
Benutzer Flo1987 schrieb:
Ich glaube dir nicht, dass nicht mal die Rechnungsabteilung darauf Zugriff hat.Das wäre ziemlich unlogisch.

'Zugriff' ja, Einsicht was die Kontonummer ist: Nein! Warum auch? Die Abbuchung erledigt das System. Wenn der Kunde zum Beispiel die BV ändert, dann macht er es selbst oder schickt er es schriftlich. Und sobald die Neue eingetragen worden ist, wird die BV auf dem Schreiben unkenntlich gemacht.

Vielleicht hab ich mich ja vorher falsch ausgedrückt: Zugriff meinte ich nur die Einsicht auf die vollständige BV.
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Skandalöses bei unserem Exmonopolisten
Suisse75 antwortet
18.10.2008 12:16
Ich bin auch der Meinung, das dieses bei anderen Firmen noch viel schlimmer ist. Der Datenhandel mit Kundendaten ist nun mal ein lohnendes Geschäft für jede Firma.
Wenn man sich Accor oder Freenet oder Mobilcom ansieht, dann gute Nacht, die gehen sogar mit Drückerkolonnen an die Haustür. Das habe ich von der Telekom noch nie erleben können.
Ich denke weiter das es von den Medien auch nur so hochgekocht wurde, weil die Telekom ja der größte Anbieter ist, und das ist natürlich am Interessantesten.
Auch bin ich der Meinung, das trotz allem die Telekom der Beste Anbieter überhaupt auf dem Markt ist, leider nur oft teurer als Andere.
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100%-iger Datenschutz ist eine Utopie
kamischke antwortet auf Flo1987
18.10.2008 14:20
Wer sich ein umfassendes Bild vom Datenklau bei T-Mobile machen möchte, sollte sich unbedingt mal den Untersuchungsbericht des unabhängigen Sachverständigen für die Aufklärung um die Vorwürfe zum Datenmissbrauch, Dr. Gerhard Schäfer (ehem. Richter am BGH) anschauen:

Seine Berufung im Mai: http://tinyurl.com/5wx475

Sein Untersuchungsbericht (ab Minute 25): http://tinyurl.com/5f58kx

Ab Min. 30 geht er sehr konkret auf die Vorgehensweise der Täter beim Datendiebstahl ein (Teltarif berichtete bereits):
"So wird ganz aktuell gegen einen neuen Verdächtigen ermittelt, der als damaliger Telekom-Mitarbeiter in akribischer Kleinarbeit über einen längeren Zeitraum die Datensätze in kleinen Portionen aus den T-Mobile-Rechnern abgerufen habe, wie Schäfer herausgefunden haben will. Es sei aber niemals möglich gewesen, dass "jedermann" auf das Kundensystem der Telekom Zugriff gehabt hätte, selbst wenn die Passwörter und Kennungen bekannt gewesen wären. Schäfer betonte, dass der Dieb der 17 Millionen Kundendaten "von innen" kam. "Das war ein Computerspezialist, der die Sicherheitssysteme kannte und umgehen konnte." Mittels einem selbstgeschriebenes Skript habe der Täter über langere Zeit jeweils 50 Datensätze aus dem System einzeln abgegriffen, damit die bereits damals vorhandenen Alarm-Systeme keinen Verdacht schöpften. "Bei 17 Millionen Kundendaten hat das eine Weile gedauert."
https://www.teltarif.de/arch/2008/kw41/...

Ich glaube übrigens nicht, dass die hier gezeigte Vorgehensweise der Täter nur bei der Telekom zum Erfolg geführt hätte, denn
diesen Angriff von Innen (trotz Schwellwert-Monitoring und Anzeige der CPU-Auslastung)hätten auch Vodafone, E-Plus, o2 und Debitel sicher nicht verhindern können.
Die kurzfristige Berufung eines Ombudsfrau für Datenschutz bei Vodafone läßt auch hier konkreten Bedarf erkennen, sonst hätte man das Amt wohl kaum so schnell eingeführt:
http://tinyurl.com/5rrzcs
Was Positives hat der Datenklau am Ende aber doch, denn die Branche wurde wachgerüttelt und die Sicherheitsmaßnahmen erheblich verschärft, so das Datendiebe es in Zukunft ein wenig schwerer haben dürften.
Einen 100%-igen Schutz wird es aber niemals geben können und der nächste Datenskandal wartet nur noch darauf entdeckt zu werden.

Lesenswerte Kommentare zum Datenklau unter:

Daten-Klau mit Software: Telekom und die Binnentäter
http://tinyurl.com/697k92

Der große Da-T-enklau? Was wir daraus lernen können
http://blog.xonio.com/gajeks_welt.php/2008/10/04/p3522#more3522

Neues vom Da-T-enklau
http://blog.xonio.com/gajeks_welt.php/2008/10/11/p3534#more3534

Gruß Kamischke
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Flo1987 antwortet auf kamischke
19.10.2008 10:49
ja sicher wird das von den Medien gerne hochgepuscht.

Die Telekom ist der größte Kommunikationsanbieter in Deutschland, klar dass die Telekom somit auch jeder kennt.

Wenn man in Deutschland über nichts zu berichten weiß, dann nimmt man einfach die gute alte Telekom, auf die man ja immer rumhacken kann.

Andere Firmen, wie Freenet kennen doch nicht alle, warum dann was über diese schreiben, wenns doch weniger interessiert, als bei der Deutschen Telekom.

Ich stehe voll und ganz hinter der Deutschen Telekom und hinter Rene Obermann.

Danke!
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