Frei Sprechen
04.02.2010 13:38

Schlau, aber dumm: Callcenter rufen immer noch an

Trotz Verbot wird immernoch angerufen
teltarif.de Leser peter-z. schreibt:
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Es gibt wohl niemanden im Besitz eines Telefonanschlusses, der nicht schon mal von einem unliebsamen, manchmal sogar aggressiv vorgehenden Callcenter angerufen wurde:“Hallo, kennen Sie schon?“ „Ich möchte Ihnen gerne etwas vorstellen“ „Wollen Sie Geld sparen?“ „Wollen Sie Lottomillionär werden?“ Die Standardfloskeln zur Kundenakquise haben letztes Jahr ein Ende gefunden- eigentlich.

Seit dem 4. August 2009 ist es gesetzlich verboten, Verbraucher ungefragt anzurufen, um sie dann mit Produktwerbung zu belästigen. Wie SpOn letztes Wochenende berichtete , hat die Bundesnetzagentur nun erstmalig Bußgelder an mehrere Callcenter-Betreiber in Höhe von 500 000 Euro verhängt.

Die meisten Verstöße gegen das neue Gesetz kamen aus den geläufigen Branchen. Telekommunikation, Medien und Lotterie sind die schwärzesten unter den schwarzen Schafen und haben von der Bußgeldforderung das meiste abbekommen. Bei der Ermittlung sind die Verbraucher gefragt. Wer also wieder von einem Lottovertrieb angerufen wird und die einmalige Chance auf Sofortrente, ein Haus, das Traumauto oder eine Kreuzfahrt auf der MS Schiffbruch angeboten bekommt, achte auf folgendes: - Namen des Anrufers notieren

- Wie lautet die Telefonnummer?

- Welches Produkt wird beworben?

- Datum, Uhrzeit des Anrufes vermerken

- Wenn möglich: Informationen zum anrufenden Unternehmen herausfinden

Meine Frage ist allerdings: für welches Unternehmen lohnt sich der Betrieb eines illegalen Callcenters noch? Mittlerweile ist die Medienpräsenz dieser Art von Abz...e doch so hoch, insbesondere bevor das Verbot erkämpft wurde, dass kaum noch jemand telefonisch einen Vertrag abschliessen würde, geschweige denn seine Bankdaten rausgeben. Diese sogenannten „Cold Calls“, oder anders "Kaltakquise", werden gerichtlich geahndet und die Mitarbeiter halten es doch sicher nicht länger als ein paar Wochen aus, weil die nervliche Belastung so hoch ist und jeder Job besser als diese Art von Callcenteragent.

einmal geändert am 04.02.2010 13:52
Kommentare zum Thema (17)
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Wahrscheinlich doch lohnenswert
beethoven_t antwortet
04.02.2010 13:52
Mh, also ich glaube ja, es gibt trotz Medienpräsenz immer noch genug Leute, die aus Versehen irgendwas am Telefon abschließen. Selbst wenn sie sich vorher vorgenommen haben, das nicht zu tun. Am Ende sind sie doch überrumpelt.

Daher denke ich, dass sich das schon noch lohnt für die Unternehmen. Und man bekommt zudem den Eindruck, dass eine Strafe von 500.000 Euro nicht Abschreckung genug ist, da es ja mit den Anrufen fröhlich weitergeht. Oder das Risiko, dass man tatsächlich "erwischt" wird, ist verschwindend gering. Was natürlich noch dadurch gefördert wird, dass - wie ich vermute - viele nach wie vor mit unterdrückter Nummer anrufen und es dann nochmal schwieriger ist, den Anrufer zu melden.
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merlion antwortet auf beethoven_t
04.02.2010 16:00
Ja ich denke ich würde schon nein sagen können und mich nicht ünerrumpeln lassen. Aber mich nerven solche Anrufe auch sehr.

Ich persönlich leite alle Anrufe die zuhause auf Festnetz eingehen und keine Rufnummer übermitteln an meinen Telefonserver Asterisk. Dort werden diese Anrufe begrüsst und bekommen eine leichte Matheaufgabe gestellt. Wenn Sie diese durch drücken der Taste 1 bis 9 beantworten können werden Sie mit mir verbunden.

Moderne Callcenter und MArktforschungsinstitute haben meist keine Telefone mit Tasten. Sie setzen auf predictive Dialing System und stellen den erstbesten "Kunden" der ans Telefon an Ihre Agents durch. Die haben aber keine Chance DTMF Töne zu senden um die Lösung meiner Matheaufgabe einzugeben.

Sollten man sich verrechnet haben, ertönt Affengebrüll und der HInweiss das der Anrufer von einer Horde Affen entführt wurde.

Dann erkläre ich nochmals warum Sie diese Ansage hören und wiederhole die MAtheaufgabe. Wer dann die richtige Lösung eingibt wird mit mir verbunden. Wer sich zum zweiten Mal verrechnet aber eine Taste drücken konnte wird dann ebenfalls mit mir verbunden.

Ich habe seitdem keine Anrufe mehr wegen Lotto oder Marktforschung.

DAs ganze habe ich aus Spass an der Freude programmiert. Bei Intresse könnt Ihr euch ja melden ;-)



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lustige idee
Beschder antwortet auf merlion
04.02.2010 16:05
finde ich witzig, kompliment.
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Find ich auch...
beethoven_t antwortet auf Beschder
04.02.2010 16:08
...super, die Idee :-) Hoffentlich rufen nicht soviele Bekannte mit unterdrückter Nummer an, die dann ständig eine Rechenaufgabe lösen müssen :-)
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Orikalkos antwortet auf beethoven_t
04.02.2010 16:28
Da hilft nur die Geschäftsfähigkeit zu entziehen.
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.
Cartouche antwortet auf Orikalkos
04.02.2010 22:09
und die Callcenter, die mit (falscher)Nummer oder Nummer aus dem Ausland anrufen?

Die kämen durch?
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Callcenter T-Home Entertain
JST123 antwortet auf Cartouche
05.02.2010 07:34
Ein Callcenter von T-Home Entertain hatte im Dez. 09 meine Ehefrau (Nicht-Vertragspartner!!!) hinter meinen Rücken angegerufen und sagte, dass wir zum gleichen Call-und Surfpreis (ich zahle 34,95) zusätzlich Entertain bekommen könnten. Meine Frau stimmte zu. Dann habe ich abends noch 5 x die kostenpflichtige Hotline angerufen (4 x in langer Warteschleife abgehängt). Beim 5 mal klappte es dann. Nachdem ich der Dame am Telefon sagte, dass ich eine gerichtliche Unterlassungsverfügung bewirken werde, hängte sie einfach ein.
Nun kam der Hammer: Die Auftragsbestätigung mit 53,-- monatlich und die Mitteilung, dass die Hardware in Kürze geliefert wird. Das Paket habe ich nicht abgenommen und nochmals per Email Widerspruch eingelegt. Ebenso hat man mir dann nach Reklamation die Kosten für die Telefonate mit der Hotline erstattet.
Herr Obermann (Vorstand) , Sie halten Sich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen und versuchen mit Unwahrheiten hinter dem Rücken Ihres Vertragspartners zum Geschäft zu kommen.

Die ganze Aktion war mit Sicherheit nicht ertragsreich für Ihr Unternehmen.


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T-Home entertain
JST123 antwortet auf JST123
05.02.2010 09:45
Im Internet-Forum von T-Home hat man meinen Artikel wegen "Beleidigung" gelöscht.

Der Vorgang ist total sachlich wiedergegeben.



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