Frei Sprechen
29.09.2008 20:49

Die Unterschiede zwischen Analog/ISDN und Voice-over-IP/NGN

... oder warum man NGN eigentlich nicht will ;)
teltarif.de Leser petzsch schreibt:
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Die Telefonanschlüsse von 1&1, GMX FreeDSL, Alice und z.T. auch Arcor werden über sogenanntes NGN (Next Generation Netzwork) realisiert. D.h. dass die Telefongespräche paralell zum Internetverkehr ebenfalls über das DSL übertragen werden. Bei einem DSL 2000 Anschluss zum Beispiel steht Regulär ein Upload von 192 kbit/s zur Verfügung. Pro Voice-over-IP …
kompletter Beitrag
einmal geändert am 29.09.2008 21:39
Kommentare zum Thema (16)
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Netzwerkservice antwortet
30.09.2008 17:07
Also man muss hier auch mal klar unterscheiden. Ich persönlich bin auch kein Freund von NGN, ABER bestimmte Aussagen sind hier unsauber.

Es werden im Gegensatz zu VoIP bei NGN 2 VC/PVC Verbindungen aufgebaut, d.h. eine für das Internet und eine für die Sprache.

Gibt die Leitung nun z.B. mehr als 6.000 her dann bekommt der Kunde seine 6.000 fürs Internet und auf dem 2. VC laufen die Gespräche für die Telefonie OHNE den Upload zu beeinflussen.

Anders sieht es aus bei einem 16.000 z.B. wenn "nur" 13.000 / 700 z.B. gehen. Wenn hier Gespräche über den 2. VC laufen, so ist beim 1. VC nicht mehr die volle Bandbreite, den mehr als alles Nutzen geht nicht.

Für die Störungshotline hat z.B. die Arcor eine kostenlose 0800er Nummer welche auch aus dem Mobilfunknetz erreichbar ist.

Wichtig ist das bei NGN der Kunde in der Regel auf die Hardware vom Anbieter (ISP) angewiesen ist.

Gruß

Kaweh Jazayeri
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kfschalke antwortet auf Netzwerkservice
01.10.2008 07:31
Der Bericht geht für mich nur noch als Telekomwerbung durch. Er verkennt total, dass Vodafone auch eine 0800er Hotline hat. Das Arcor/Vodafone ISDN schalten, wenn die Leitung nicht ausreichend ist.

Vor allem das Argument Stromausfall ist in den meisten Fällen lächerlich. Für Firmen spielt es i.d.R. keine Rolle, weil die TK-Anlage Strom braucht und bei vielen Privatkunden macht das schnurlos Telefon ohne Strom auch nichts mehr.
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CGa antwortet auf Bjoergulf
02.10.2008 00:48

einmal geändert am 02.10.2008 00:51
Benutzer Bjoergulf schrieb:
Hallo,

also ich bin bei Arcor und habe dort auch NGN. Anfangs war ich doch sehr skeptisch aufgrund der hier genannten Nachteile. Doch unterhalb von 6000, wird Arcor auch kein NGN schalten...ganz zu schweigen, das die Anschlüsse nur noch ab 6000 vermarktet werden.

Diese Aussage dürfte Arcor wohl nicht unterschreiben. Auch niedrigere Bandbreiten werden geschaltet, da es immer "bis zu" heißt. Im Privatkunden Segment wird von Arcor NUR noch NGN geschalet. Idr storniert Arcor unter eienr 1000er Leitung den Auftrag. ISDN ist vom PK nicht mehr zu bekommen.

Die Sprachqualität empfinde ich als minimal schlechter
als ISDN, aber auf jeden Fall ausreichend. ISDN wird leider aussterben, slebst die Telekom wird bis 2012 alle Leitungen umstellen.

ISDN wird nicht aussterben, da man dem normalen Kunden den Sinn des Umstieges zu NGN/Voip wohl nicht erklären kann und will. (Es hat praktisch keine Vorteile) Und es gibt auch nicht überall Bandbreiten die für NGN/Voip ausreichen. Es ist auch keine Zwangsmirgration geplant. Hättest du richtige Informationen, wäre dir bekannt das die Telekom ihr Netz bis zum KvZ bzw. bis zur Vermittlungsstelle auf NGN umrüstet aber beim Kunden soll sich vorerst nichts ändern und er kann seinen Universal-AS (ISDN) bzw. POTS-Analog-AS behalten. Die Technik kommt in die Vermittlungsstellen und soll die alten stromfressenden HVT überflüssig machen und der Endkunde wird sich nicht mit (Sphairon) IAD- Boxen oä rumärgern müssen.

Ich bin GMX-Voip geschädigt (6 Monate keine Verbindung zum Sip-Server/Problem von GMX bestätigt, konnte nicht gelöst werden) obwohl der T-Home DSL-AS 100% lief. Und mir kommt nur noch ISDN bzw. POTS ins Haus.

cu ChrisX
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Qualität VoIP
K @rl antwortet
03.10.2008 03:09
Mit einem vernünftig konfigurierten Router, am besten von
AVM, mit aktiviertem Traffic Shaping, ist die Qualität von
VoIP Telefonie einfach Spitze.
Das galt sowohl für meinen DSL 3000 Anschluß von GMX , als auch jetzt , wo ich satte 10 MBit/s von Kabel Deutschland zur Verfügung habe.

Bei Stromausfall - den man in D vielleicht einmal in fünf Jahren hat - streikt eine ISDN Telefonanlage genauso wie der DSL Anschluß,dann greife ich halt zum Mobiltelefon, kein Problem.
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akaz25 antwortet auf K @rl
03.10.2008 18:25
Ich bin zu ARCOR gewechselt. Gott sei Dank hatte ich mich vorher schlau gemacht, insbesondere durch die vielen Kommentare hier bei teltarif.

Vorweg: Alles ist bestens gelaufen. Die Beratung war gut, Starterbox und Easybox (Router) waren einfach nach den Anweisungen zu installieren, Umschaltung einwandfrei.

Nun zum Thema: Natürlich wollte man mir das Telefonieren über NGN verkaufen. Aber der erste Hinweis, dass zur Zeit nur etwa 110 kBit/s senden und max. 360 kBit/s empfangen möglich ist, und dass ich da nicht telefonieren (VoIP) und Datenverkehr gleichzeitig betreiben kann. Ich wurde sofort zu einem anderen Verkäufer weitergeschaltet. Dieser Mann war wohl soviel Techniker, dass er mir zugestimmt hat.
ARCOR schaltete bei mir echtes ISDN und DSL2000. Ich habe sofort die Anlage getestet. Am 1. Tag hatte ich sagenhafte 250 kBit/s senden und 1600 kBit/s empfangen laut "wieistmeineip.de". Gut mittlerweile bin ich bei durchschnittlichen 120 kBit/s zu 560 kBit/s angelangt.
Das ist zwar technisch gesehen sehr mickrig, aber immer noch besser als die Nachbarn etwa 500 m weiter, die haben kein DSL und müssen sich mit ISDN begnügen.
Zum Telefonieren bei Stromausfall: In der Beschreibung zur Starterbox steht der Hinweis, dass man eine Leitung so schalten kann, dass über sie mit einem alten Telefon, von der Vermittlung versorgt, telefonieren kann. Da kommt der alter Fernsprecher (Modell tannengrün) der Telekom wieder zu Ehren.
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Baghee antwortet auf akaz25
03.10.2008 21:46
Meine Antwort geht jetzt zwar irgendwie (auch mangels eigener Erfahrung) am Thema NGN vorbei, aber da hier ja ohnehin gleichermassen über normales VoIP diskutiert wird, werfe ich meine Erfahrung einfach mal ein:

Ich telefoniere seit drei Jahren fast nur noch via VoIP ins Festnetz. Zu diesem Zweck habe ich mehrere VoIP-Accounts angelegt, die ich je nach Bedarf nutzen kann. Sollte mein primärer Anbieter down sein, nutze ich eben einen anderen. Da ich ausserdem recht häufig unterwegs bin, habe ich auch eine Festnetz-Flatrate auf meinem Handy-Tarif gebucht. Das kostet mich bei Congstar 10 Euronen und bei Callmobile 15 Euro im Monat - ohne weitere Grundgebühr, Mindestumsatz oder nennenswerte Vertragsbindung. Und sollte mein DSL oder ein VoIP-Provider mal die Löffel strecken, bin ich in dringenden Fällen immer noch via Handy erreichbar. Meinen tatsächlich noch existenten Festnetz-Anschluss nutze ich nur noch für ein angeschlossenes Fax - FoIP ist eben immer noch ein schwieriges Thema. Andererseits lache ich über Fax mittlerweile. Der Empfang ist via Fritz!Box softwaremässig möglich - selbst über einen VoIP-Account. Und wenn ich etwas zu versenden habe, scanne ich es ein und schicke es per E-Mail. In der Tat versende ich Faxe eigentlich nur noch in internetmässig unterentwickelte Empfänger, die über grosse E-Mails jammern, weil sie noch per ISDN (oder gar per analogem Anschluss) ins Internet gehen.

Die Sprachqualität meiner VoIP-Anbieter ist hervorragend - genau wie bei meiner Freundin (technische Analphabetin) mit einem DSL-3000, meinen Eltern (Renter, 70 Jahre alt!) mit einem DSL-1000 und einem in Thailand lebenden Bekannten ebenfalls mit DSL-1000. Bei mir werkelt allerdings ein DSL16k und ich habe auch eine Zeit gebraucht, um gute VoIP-Anbieter zu finden, die meinen Ansprüchen gerecht werden. Ein paar Schrott-Anbieter habe ich anfänglich ebenfalls getestet und ganz schnell aussortiert.

Stromausfall - ja, kann vorkommen. Ich erinnere mich, da war mal etwas, als bei uns die Überland-Leitungen ausgewechselt wurden. Ansonsten kommt so etwas vielleicht EINMAL in fünf Jahren für mehr als 30 Sekunden vor.

Eine Firma, die auf einen Telefon-Anschluss so dringend angewiesen ist, dass ein längerer Ausfall die Existenz kosten würde, hat wohl Notstrom-Aggregate am Start und diskutiert nicht über 25 oder 50 Euro monatlich für ein paar zusätzliche ISDN-Anschlüsse oder (je nach Grösse der Firma) sogar über die paar Kröten für einen Primär-Multiplexer.

Worüber diskutieren wir hier also eigentlich?

Ach ja: Ich habe bei mir im Haus ein älteres Ehepaar über meinen DSL-Anschluss via VoIP mit Telefon versorgt - und habe ihnen zur Absicherung ein Prepaid-Handy mit 5 Euro Guthaben daneben gelegt, damit der Arzt in (fast) JEDEM Fall erreichbar ist. ;)

Aber wenn ALLE Stricke reissen ist bestimmt ein Nachbar bereit, den Kranken schnell zum Arzt zu fahren oder einen Notarzt zu rufen.
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Netzwerkservice antwortet auf CGa
03.10.2008 23:23
Benutzer CGa schrieb:
Benutzer Bjoergulf schrieb:
Hallo,

also ich bin bei Arcor und habe dort auch NGN. Anfangs war ich doch sehr skeptisch aufgrund der hier genannten Nachteile. Doch unterhalb von 6000, wird Arcor auch kein NGN schalten...ganz zu schweigen, das die Anschlüsse nur noch ab 6000 vermarktet werden.

Diese Aussage dürfte Arcor wohl nicht unterschreiben. Auch niedrigere Bandbreiten werden geschaltet, da es immer "bis zu" heißt. Im Privatkunden Segment wird von Arcor NUR noch NGN geschalet. Idr storniert Arcor unter eienr 1000er Leitung den Auftrag. ISDN ist vom PK nicht mehr zu bekommen.

Ich glaube hier wird etwas verwechselt:

TAL-Gebiet (Arcor Ausbaugebiet):

DSL 1000 nur möglich -> Kunde bekommt ISDN/DSL geschaltet. Hat der Kunde kein Komfortanschluss gewählt, so ist nur 1. Gespräch möglich und es gibt nur 1 MSN.

Non-TAL Gebiet (früher Preselection / T-DSL R):

DSL 1000 nur möglich -> Auftrag wird nicht über IP-Bitstream erledigt. Auftrag wird storniert.

[...]

cu ChrisX

Gruß

Kaweh Jazayeri
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niknuk antwortet auf petzsch
06.10.2008 09:18
Benutzer petzsch schrieb:

Ein Punkt der mich hier nachdenklich stimmt ist, dass Alice ihren Kunden im Raum Hamburg und Umgebung lieber echtes Festnetz statt NGN schaltet. Wenn man voll hinter der NGN Technik stehen täte, würde man diese doch bundesweit einsetzen

Tut man ja auch, allerdings nur in Großstädten und Ballungsgebieten. Da sich die Mehrzahl der Alice-Anschlüsse in Großstädten und Ballungsgebieten befindet, hat auch die Mehrzahl aller Alice-Kunden einen konventionellen Anschluss.

Von einem flächendeckenden Einsatz von konventionellen Anschlüssen hat man bei Hansenet ebenso wie bei vielen anderen Telekom-Konkurrenten vermutlich wegen der hohen Kosten abgesehen. Daher gilt für die meisten Telekom-Konkurrenten: entweder man ist flächendeckend präsent, dann aber zumindest teilweise mit NGN. Oder man liefert ausschließlich konventionelle Festnetzanschlüsse, welche dafür aber nicht flächendeckend verfügbar sind.

Ein anderer Grund für die Mischung aus NGN und konventionellem Festnetz liegt darin, dass viele Netzbetreiber mit dem Aufbau ihres Netzes begonnen haben, als es noch gar kein NGN gab. Erst als die neue Technik markttauglich wurde, ist man umgestiegen. Bereits bestehende konventionelle Anschlüsse hat man natürlich nicht umgestellt, denn warum sollte man vorhandene und funktionierende Technik brach liegen lassen oder aufs Altenteil schicken? Das gilt insbesondere für Hansenet, die NGN-Vorleistungen nicht selbst erbringen, sondern von anderen Carriern beziehen (z. B. von Telefonica). Das dürfte weniger profitabel sein als der Einsatz eigener Technik.

Gruß

niknuk
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