Frei Sprechen
23.04.2008 11:32

Abmahnwahn der Deutschen Telekom

Warum konzentriert sich die Telekom nicht auf die wahren Bedrohungen?
teltarif.de Leser peter-z. schreibt:
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teltarif hat am 21. April 2008 über das neusten rechtliche Vorgehen der Deutschen Telekom berichtet: Deutsche Telekom geht gegen Firma mit "Telecom" im Namen vor. Ich dachte eigentlich, dass die Deutsche Telekom aus Ihrer Vergangenheit gelernt hat. Was ist der Sinn und Unsinn dieses Rechtsvorgehens?

Die Telekom ist mittlerweile berühmt dafür, …

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Kommentare zum Thema (19)
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moralisches recht verwirkt
vickycolle2006 antwortet
23.04.2008 19:34
guten abend zusammen,

ich möcht euch gedanklich einen anderen ansatzpunkt geben
und daher kann ich sowohl die meinung des schreibers, wie auch die der meisten antworten nachvollziehen, denn was rechtlich möglich, kann man auch ausschöpfen.

ob es moralisch relevant ist, ist hierbei eine andere frage, denn m.E. hat ein unternehmen, das einen der 5 wertvollsten deutschen markenamen hat "Deutsche Telekom", mit einem bekanntheitsgrad im hauptzielmarkt von faktisch 100% und diesen selber kanabalisiert
und daraus irgendwelche anglizismen macht, die die mehrheit der bevölkerung kaum versteht noch zuordnen kann, jeglichen moralischen anspruch auf den namen, den sie selber in der außenwirkung aufgeben hat, verloren. (auch wenn er rechtlich nachwievor ihr gehört, weil der konzern so heist)

zum rechtlichen aspekt will ich mich nicht auslassen,
denn 3 anwälte = 4 meinungen.

gruss
vicky

ps: das eine argument, das die liebe tante T, die armen kunden nur schützen wollen würde, kann allerdings nur belächeln :-)
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peregrintuk antwortet auf MarcoK
23.04.2008 19:58
Benutzer MarcoK schrieb:
Ich kann beim besten Willen aber nicht nachvollziehen, was es der Telekom bringt, wenn sie einen sehr bekannten amerikanischen Blog abmahnt (https://www.teltarif.de/arch/2008/kw14/... )

Die "armen" Blogs wussten vorher genau dass es ein Unternehmen gibt, welches Probleme verursachen wird, wird man Magenta benutzen, ist also einfach nur Provokation / Marketing des Blogs.

Zu den anderen Punkten gebe ich Ihnen recht, bei obigem bin ich mir da aber nicht so sicher. Besagter Blog hat in meinen Augen eigentlich den Ruf, sehr unabhängig und vor allem fair zu sein. Wenn man die Beiträge zu dem Thema auf dem Blog liest, scheinen die Betreiber auch wirklich und ehrlich erstaunt zu sein über die deutsche Marke (die sie vorher anscheinend überhaupt nicht kannten), die sie da abmahnt. Zugegeben, in den USA gibt es auch T-Mobile, so dass den Betreibern zumindest die Farbe und vor allem das "mobile" wirklich bekannt sein müsste. Aber ich glaube hier mal an die Ehrlichkeit der Blogbetreiber, die sicher nichts böses im Sinn hatten, als sie eine der Grundfarben für ihr Logo verwendeten. Wie gesagt, das ist mein ganz persönlicher Subjektiver Eindruck der Situation in diesem speziellen Fall. Dass es andere genauso sehen (siehe die Blogs, die nach Bekanntwerden ihre kompletten Farben auf Magenta umstellten), ist schlechter für das Image der Telekom als alles vorherige.
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CGa antwortet auf peregrintuk
23.04.2008 21:11
Benutzer peregrintuk schrieb:
Benutzer MarcoK schrieb:
Ich kann beim besten Willen aber nicht nachvollziehen, was es der Telekom bringt, wenn sie einen sehr bekannten amerikanischen Blog abmahnt (https://www.teltarif.de/arch/2008/kw14/... )

Die "armen" Blogs wussten vorher genau dass es ein Unternehmen gibt, welches Probleme verursachen wird, wird man Magenta benutzen, ist also einfach nur Provokation / Marketing des Blogs.

Zu den anderen Punkten gebe ich Ihnen recht, bei obigem bin ich mir da aber nicht so sicher. Besagter Blog hat in meinen Augen eigentlich den Ruf, sehr unabhängig und vor allem fair zu sein. Wenn man die Beiträge zu dem Thema auf dem Blog liest, scheinen die Betreiber auch wirklich und ehrlich erstaunt zu sein über die deutsche Marke (die sie vorher anscheinend überhaupt nicht kannten), die sie da abmahnt. Zugegeben, in den USA gibt es auch T-Mobile, so dass den Betreibern zumindest die Farbe und vor allem das "mobile" wirklich bekannt sein müsste. Aber ich glaube hier mal an die Ehrlichkeit der Blogbetreiber, die sicher nichts böses im Sinn hatten, als sie eine der Grundfarben für ihr Logo verwendeten. Wie gesagt, das ist mein ganz persönlicher Subjektiver Eindruck der Situation in diesem speziellen Fall. Dass es andere genauso sehen (siehe die Blogs, die nach Bekanntwerden ihre kompletten Farben auf Magenta umstellten), ist schlechter für das Image der Telekom als alles vorherige.

Das glaube ich nicht! Das die DT gehen das Layout dieses Blog vorgeht dürfte den meisten Deutschen egal sein, bzw ihnen nicht bekannt sein. Es geht ja hier eher drum eine "Flagge" für die Zukunft zu setzen, sonst macht das Schule, zumal es hier um den amerikansichen Markt geht und man dort eh für fast alles verklagt wird, spielt der Blog wohl drauf ab Grenzen auszutesten. Die hätten sich besser informieren müssten, T-Mobile USA www.t-mobile.com sollte bekannt sein. Einen Imageschaten für DE sehe ich nicht, es wäre ev. eher einer für T-MO USA gewesen, bzw. kostenloses kopiertes Coporate Idendity für das Blog, ich glaube nicht an einen nennenswerten Schaden in DE.
Aber das gegen diese dubiosen Firmen vorgegangen wird die mittels des Namen der DTAG Kunden abgreifen und abzogen wollen ist absolut iO. zb Telecom Service Deutschland GmbH und zb Freenet Drükker im Baumarkt behaupten zuerst von der Deutschen Telekom zu sein und dann von einer Telecom...

cu ChrisX
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Flo1987 antwortet auf MarcoK
23.04.2008 22:04
Benutzer MarcoK schrieb:

Die Telekom ist mittlerweile berühmt dafür, dass Sie hart gegen andere Unternehmen vorgeht, die die Ähnlichkeiten in der Firmierung oder im Corporate Design aufweisen. Für mich stellt sich bei dieser Vorgehensweise die Frage, warum die Telekom diesen Kurs fährt. Ist der Telekom der Imageverlust, den sie in der Gesellschaft durch diesen "Abmahnwahn" zwangsläufig erhält, nicht bewusst?


Imageverlust ganz sicher nicht. Das Gegenteil empfinde ich. Dadurch dass die Telekom gegen andere Unternehmen (zu Recht!) vorgeht, bekommt man wieder vertrauen in das Unternehmen Telekom.



Hat die Telekom solche Angst, dass die meist kleineren Unternehmen, aufgrund der Ähnlichkeit in der Firmierung und des Corporate Design, ihr die Kunden wegschnappen? Warum konzentrieren Sie sich nicht auf die wirklichen Bedrohungen: Discounter, schlechter Service, etc..

Die Telekom hat mühsam für ihr jetziges Image geworben. Ja, ich weiss nun werden einige sagen, "dieses "xxx" Image? Ich bin da anderer Meinung. Jeden den ich frage, der einen seriösen Anbieter sucht mit SERVICE nennt als erstes Telekom. Ja, noch immer. Preise stimmen zwar nicht mehr, aber das ist egal, sofern man Service hat. Wer auf Service verzichten kann, geht zu Freenet, Hansenet, etc. und spart dann 3,33 Euro.


Der Imageverlust, den die Deutsche Telekom mit ihrem harten Rechtskurs fährt, steht meiner Meinung nach nicht im Verhältnis mit dem Gewinn, den sie durch die gewonnenen Klagen erhält.

Auch wenn so viele es immer behaupten... ich sehe keinen Imageverlust... die meisten die ich kenne waren bei Alternativanbietern WEGEN des Preises... sind aber ALLE wieder zurück bei der guten alten Telekom.


Du sagst es und ich habe auch viele gehört, bzw weiß es aus eigener Erfahrung, dass die anderen Anbieter nur da sind, um Geld zu machen. Service ist da Fehl am Platz. Wir sind z.B. bei 1&1 und waren davor bei AOL, was bei diesen Anbietern, ganz besonders Service sein soll, weiß ich nicht. Vielleicht wurde der ganz einfach eingespart.

Jedenfalls ist die Service Hotline von 1&1 unfreundlich, unkompetent und alles andere als eine Service Hotline!

Mir haben sogar mehrere 1&1 Call-Center Mitarbeiter gesagt:

"Wenn Sie was Vernünftiges wollen, gehen Sie zur Telekom"

Und da stimme ich auch voll und ganz zu! Dann bezahl ich eben mal ein paar Euro mehr. Habe aber dafür Qualität und keine ständigen Ausfälle, z.b. VoIP Ausfälle und muss dann die teure Hotline anrufen, so dass ich auch ne Menge Geld los werde.

Aber das weicht jetzt alles zu sehr vom Thema ab ;)

Ich finds gut, dass die Telekom gegen diese Firmen vorgeht! Und stehe voll und ganz hinter der Telekom :)
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Imageverlust bei der älteren Generation
seb.gross antwortet
23.04.2008 23:42
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Telekom bei der älteren Generation einen Imageschaden erlangt. Meine Eltern, die typischen Telekom-Kunden, können es absolut nicht verstehen, was die Telekom mit den Abmahnungen vor hat. Sie verstehen es einfach nicht. Ich kann mir, vorsichtig ausgedrückt, gut vorstellen, dass viele älter Menschen kein Verständnis für den Abmahnwahn haben.

Ich selber kann es gut nachvollziehen, warum die Telekom gegen Unternehmen vorgeht, die sich auf deren Kosten bereichern wollen. Aber bei Vorgehen wie z.B. dem hier beschriebenen Blog hört mein Verständnis auch iregendwann auf und es wird lächerlich...
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Klar im Sinne der Bestandskunden
kamischke antwortet auf seb.gross
24.04.2008 10:50

einmal geändert am 24.04.2008 10:52
Benutzer seb.gross schrieb:
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Telekom bei der älteren Generation einen Imageschaden erlangt. Meine Eltern, die typischen Telekom-Kunden, können es absolut nicht verstehen, was die Telekom mit den Abmahnungen vor hat. Sie verstehen es einfach nicht. Ich kann mir, vorsichtig ausgedrückt, gut vorstellen, dass viele älter Menschen kein Verständnis für den Abmahnwahn haben.

Das Verständnis kommt sicher dann, wenn Deine Eltern persönlich den Telecom Service Deutschland kennengelernt haben und der eigene Telefonanschluß unter mysteriösen Umständen auf einen anderen Betreiber umgestellt worden ist.
Spätestens dann dürfte es mit dem jetzt beklagten Imageverlust nicht mehr allzu weit her sein und das Verständnis für das Vorgehen der Deutschen Telekom würde obsiegen.
Beispiele dazu gab es im Teltarifforum schon reichlich:
https://www.teltarif.de/forum/a-freenet/289-...
https://www.teltarif.de/forum/x-festnetz/2303-...
https://www.teltarif.de/forum/a-freenet/289-...
https://www.teltarif.de/forum/s29698/1-1.html

Gruß Kamischke
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'Telekom' schützenswert?
thomasmaibaum antwortet auf Flo1987
24.04.2008 12:26
Benutzer Flo1987 schrieb:
Ich frage mich, was das für dich dann als Kunde zu tun hat? Ich finde das Vorgehen der Telekom genau richtig, denn die Firmen, die sich Telecom o.ä. nennen,sind meist irgendwelche Betrüger Firmen. Wenn zum Beispiel die Firma "Telecom Deutschland" anruft, würden sicherlich viele denken, dass es sich um die Deutsche Telekom handelt. Solche Firmen ziehen nur den Namen der Telekom in den Dreck. Oder denkst du tatsächlich, dass z.B. Aldi eine Firme namens Aldie Shopping zulassen würde?

Das Problem dabei ist: Im Gegensatz zu "Aldi" ist "Telekommunication" bzw. "telecommunication" an sich zunächst mal ein Allerweltsbegriff, der eigentlich nicht zu schützen sein dürfte. (Genau so wenig, wie sich jemand Begriffe wie "Computer", "EDV", "Straßenverkehr" etc. schützen lassen kann.) "Telecom" war bereits ein im internationalen Verkehr eingeführter Begriff, bevor die Deutsche Bundespost 1995 auf die Idee kam, ihren privatisierten Fernmeldebereich so zu nennen. Die britische Post hatte das z.B. schon um 1980 so gemacht und ihren Telefonableger entsprechend "British Telecom" getauft. Auch in Deutschland hatten bis dahin zahlreiche Unternehmen das Kürzel in ihre Namen aufgenommen - wohlgemerkt meist mit "c" (Englisch = modern...). Ich mag mich irren, aber nicht zufällig richtete sich nach meiner Erinnerung die erste Klage der Telekom kurz nach ihrer Gründung auch gegen ein kleines Unternehmen, das irgendwas mit "Telecom" hieß (wohlgemerkt schon länger als es die "Deutsche Telekom" überhaupt gab). Überhaupt scheinen in erster Linie solche Unternehmen von dieser Strategie betroffen zu sein, die sich finanziell "nicht wehren" können; an "Hutchison Telecom" (seinerzeit übrigens von René Obermann geführt) hat man sich meines Wissens nie herangetraut.

Um auf das obige zurückzukommen: Natürlich darf und muss die DT gegen Namen vorgehen, die versehentlich oder absichtlich, lautlich oder im Schriftbild, beim Verbraucher eine Verwechselung mit "der" Telekom provozieren. "Deutsche Telecom" oder "Telekom Deutschland" sind auf jeden Fall unzulässig. Die Abmahnung des Begriffs "Telekom" als solcher, solange nach billigem Ermessen keine Verwechslung mit der "großen" Telekom besteht (z.B. in "Karl-Heinz Müller Telekom & TV GbR", "Die kleine Telekom an der Ecke - Handys und mehr e.K") ist dagegen bedenklich. Klar - die demente Oma mag das durchaus verwechseln. Die könnte aber im Zweifel auch den Obststand auf dem Wochenmarkt mit einem Stand von "Orange" verwechseln. Wenn das Markenrecht oder die Wirtschaft insgesamt die kognitiven Fähigkeiten dementer Omas sich zum Maßstab nehmen müsste, sähe die Welt etwas anders aus...

Unbestritten - solange der Gesetzgeber bzw. die zuständigen Stellen der Deutschen Telekom quasi das Exklusivrecht einräumen, kann man dieser das juristische Recht nicht absprechen, es auch zu nutzen. Wenn aber das Recht im Gegensatz zum allgemeinen Rechtsempfinden steht, bleibt ein Imageschaden nun mal nicht aus. Viele Kunden möchten sowas lieber nicht mit ihrem Geld unterstützen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie befürchten könnten, selbst Opfer solcher absurden Praktiken zu werden, falls es mal zu Unstimmigkeiten kommt...
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sams45
MartyK antwortet auf thomasmaibaum
29.04.2008 09:54
Hallo,

dass eine Firma eine Farbe schützen kann, ist Schwachsinn und hat der Telekom zurecht Kritik beschert. Demnach müsste ja auch Apple klagen, wenn deren Farbe irgendwo benutzt wird.
Und der Rosa Riese hat ja sogar mal geklagt, obwohl die auf einer Homepage verwendete Farbe Magenta überhaupt nichts mit dem Telekommunikationsbereich zu tun hatte!
Nene, hier gehts einzig um Machtspielchen, sonst nix. Mag die allgemeine Qualität der Telekom gut sein, das Preis/Leistungs-Verhältnis war es noch nie. Und nur auf Druck der Konkurrenz ist der Riese mit den Preisen runtergegangen - ansonsten würden wir heute noch exorbitant hohe Preise zahlen.
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