Frei Sprechen
11.06.2008 17:36

CD oder mp3?

Ja, ich kaufe noch Original-CDs
teltarif.de Leser miss piggy schreibt:
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Die Plattenindustrie beschwert sich regelmäßig, dass keiner mehr CDs im Laden kaufe, dass nur noch illegal gebrannt und downgeloaded würde. Die Kunden machen sich ihrerseits sorgen darum, dass ihre geliebten Musikschätzchen im Plattenschrank bald ihr Verfallsdatum erreicht haben. Für mich persönlich wäre es auch ein Desaster wenn die gut gehütete „Slippery“ (erschienen 1986) plötzlich zerfallen würde – einfach so.

Ich habe mittlerweile vorgesorgt und mir einige Titel als Datei auf den Computer „überspielt“, doch leider geht das vor allem mit älteren CDs nicht immer. Schlaumeier werden mir jetzt raten, dann brenn’ sie dir doch einfach. Sicher, könnte ich. Es ist aber nicht das gleiche. Für Sammler und Freaks wie mich zählt auch der Aufdruck auf der CD mit Copy-Right und allem drum und dran. Auch die digital-remasterten Kopien solcher Scheiben aus den 80ern die mittlerweile schon auf dem Grabbeltischen der CD-Abteilungen liegen, können für mich das „Original“ nicht ersetzen.

Amazon oder iTunes?

Bei aktueller Musik bin ich aber ehr aufs Sparen bedacht. Letztens sah ich in der U-Bahn-Haltestelle eine Werbung für das neue Album vom Alanis Morissette. Ich bin kein Fan, besitze aber zwei ältere Alben und höre ihre Musik sehr gerne. Also ging ich in den nächsten Laden einer größeren Elekto-Märkte-Kette und suchte die CD. Das war nicht allzu schwer, denn als Neuerscheinung war die CD offensichtlich präsentiert. Und dann der Schock: knapp 18 Euro für eine CD mit 13 Titel, also Knapp 53 Minuten Musik. Das sind aufgerundet 1,40 pro Titel! Unbefriedigt bin ich aus dem Laden raus und habe den Computer angeschmissen um die CD billiger zu bekommen. Auf der Künstler-Seite habe ich dann die Auswahl zwischen dem Kauf bei Amazon oder iTunes. Bei Amazon ist die CD etwas billiger als im Geschäft, doch werden auf den Kaufpreis noch Versandkosten draufgeschlagen. Da ich momentan nichts anderes bestellen will, erreiche ich die Warenwertgrenze von 20 Euro leider nicht.

Also zu iTunes - wahrscheinlich gibt es noch andere Download-Portale bei denen ich das Album bekäme, doch als sowieso MacUser fühle ich mich zu iTunes hingezogen. Und siehe da, hier gibt es das komplette Album als Download für 9,99 Euro – die gleiche Musik. Allerdings habe ich nichts greifbares in Form von einer CD-Hülle mit Booklet und der CD selbst. Was soll’s, wenn ich dadurch fast 10 Euro spare. Ich habe die Musik dann gekauft und schwupdiwupp downgeloaded. Jetzt habe ich 13 mp3-Dateien die ich anhören und brennen kann. Ein digitales Booklet gab es dazu. Werde ich es wieder tun? Ja. Allerdings nur bei Interpreten die mir nicht viel bedeuten. Denn wie eingangs gesagt, zum Beispiel die CD oder sogar die Platte „Slippery when wet“ in Händen zu halten ist schon ein besseres Gefühl als ein gefüllter Downloadbalken.

Kommentare zum Thema (6)
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CGa antwortet
11.06.2008 17:51
Ich kaufe auch nur noch bei iTunes! Aber wie du es gegen Ende beschrieben hast, bin ich nicht. "Dieses" Gefühl ist mir der Aufpreis nicht wert da die selbstgebrannte CD letztenendes nichts anderes ist. Und bitte ich will jetzt keine Klangdisskussion, da meine Anlage es nicht hergibt und ich mit der Qauali der iTunes Songs zufrieden bin.

cu ChrisX
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Ich kaufe trotzdem...
John Bo antwortet
12.06.2008 08:47
Dieses Posting habe ich schon zu einem ähnlichen Beitrag zum Thema "Rapidshare" https://www.teltarif.de/frei-sprechen/... veröffentlicht.

Ich kenne dieses oben genannte Gefühl. Aus folgenden Gründen:
Ich höre und sammle leidenschaftlich Musik. Mein Hör- und Kaufverhalten hat sich dabei vom Prinzip her im Laufe der Zeit nicht verändert. Es gibt heutzutage nur viel mehr Möglichkeiten.

Es ist Ich weiß noch genau wie das war, als die ersten CD´s auf dem Markt kamen. Ich war damals noch Schüler und mein Taschengeld war dementsprechend knapp. Als meine Eltern mir meine erste HiFi-Anlage mit CD-Player schenkten, brauchte ich natürlich auch gleich CD´s. Diese waren damals noch recht teuer, aber mit der Zeit wuchs meine Sammlung.

Auch viele meiner Freunde bekamen CD´s geschenkt oder kauften sich welche. Da jeder immer Up-to-Date seine wollte, es aber einen CD-Brenner noch nicht gab, wurde untereinander fleißig getauscht und auf Kassette kopiert. Diese waren für uns Schüler recht erschwinglich und gut per Walkman zu hören. Mit der Zeit haben sich so unsere Sammlungen vermehrt. Es herrschte ein gesundes Geben und Nehmen. Und was auch noch hinzu kam: Wir kaufen und tauschten nicht nur die CD´s der Künstler, sondern wir gingen auch zu deren Konzerte.

Dann kamen die CD-Brenner auf dem Markt und meine Freunde und ich sind von Kassetten auf CD-Brennen umgestiegen. Ich habe mir aber trotzdem immer noch CD´s im Laden gekauft.

Nach dem CD-Brennern entdeckte ich das Internet und die damit verbundenen Vorzüge des „CD-Saugens“ Trotz des vielseitigen Angebotes habe ich mir bislang aber noch immer weiterhin noch CD´s im Laden gekauft. Und das aus einem guten Grund: Zum einen, weil eine CD einen gewissen Status für mich hat und weil ein gut gefüllter CD-Ständer sich optisch einfach gut im Wohnzimmer macht.

Ein weiterer Grund, warum ich mir immer noch CD´s kaufe ist, dass ich damit meine Anerkennung für die jeweiligen Künstler ausspreche. Ich habe früher selbst in einer Band gespielt und weiß, dass das Musikerleben doch nicht nur aus Sex, Drucks and Rock´n Roll besteht. Gute Musik machen ist echte Arbeit und sollte dementsprechend honoriert werden.

Heutzutage hat man viel mehr Möglichkeiten an Musik heranzukommen. Ich höre speziell auf meinem Musikgeschmack ausrichtete Internetradiosender, durchforste Amazon nach neuen CD´s, die ich dann gleich anhören kann und tausche fleißig mp3´s sowie CD´s mit meinen Freunden. Diese Möglichkeiten unterstützen nur meine Kaufentscheidung. Sobald ich eine CD gut finde, kaufe ich sie mir aus den oben genannten Gründen auch. Auch auf Konzerte gehe ich heute immer noch, denn wer schon einmal ein richtig gutes Konzert live miterlebt hat, der weiß wovon ich spreche.

Meiner Meinung nach sollte die Musikindustrie lieber für mehr Abwechslung und Qualität in ihrem Angebot und für mehr echte Erlebnisse sorgen. Die Musikindustrie produziert in meinen Augen derzeit zu viel Einheitsbrei. Fast jedes Lied, jeder Künstler und jeder Gruppe hört sich gleich an. Sie sollten lieber die Chancen der neuen Möglichkeiten nutzen, anstatt sie zu bekämpfen. Und es funktioniert ja, Dies beweisen so erfolgreiche Bands wie „My Chemical Romance“ oder aber auch „Radiohead.
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uwm antwortet auf John Bo
12.06.2008 10:49
Ich hatte auch mal den Gedanken das MP3s auf dem Rechner ja ganz toll sind ... nach diversen Abstürzen, Hängern und Ärger mit dem DRM Management habe ich das Experiment aufgegeben und kaufe wieder fleißig CDs.
Außerdem hat das Einlesen meiner CDs nicht wenig Zeit gekostet.


CD Player an, CD rein und es kommt Musik ... da kann für mich das ganze tolle Musik auf dem Computer und über W-Lan in der ganzen Wohnung hören nicht mithalten - es gibt nichts einfacheres und bequemeres als einen CD Player und eine CD ;-)
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Baghee antwortet auf uwm
12.06.2008 15:47

einmal geändert am 12.06.2008 15:50
Benutzer uwm schrieb:

- es gibt nichts einfacheres und bequemeres als einen CD Player und eine CD ;-)


Doch: einen MP3-Player, den ich immer und überall mit hin nehmen kann, den es überhaupt nicht stört, wenn ich jogge oder Inliner oder meinetwegen auch Motocross fahre und den ich zur Not auch noch an die heimische Stereo-Anlage anschliessen kann. Ausserdem bekomme ich via MP3 zehn CDs auf einen einzigen Rohling, den ich in mein Autoradio einschieben kann - für diese Menge an im Auto verfügbarer Musik musste ich früher mal einen CD-Wechsler für rund 600 DM einbauen lassen und / oder das Verkratzen wertvoller Original-CDs in Kauf nehmen.

CDs mögen einen gewissen Status haben - meine allerdings verschimmeln in ihren Covern. Aber um der Wahrheit die Ehre zu geben: natürlich sichere ich mir meine MP3s auch auf CD- / DVD-Rohlingen.

An meinem Dolby-Surround-Verstärker werkelt als Signalgeber ein Gerät, dass CDAs, MP3-CDs und -DVDs sowie natürlich über den ebenfalls angeschlossenen Beamer auch so gut wie alle Video-Formate abspielen kann: ein HomeTheater- / Multimedia-PC. Einen Standalone-DVD-Player nutze ich als Signalgeber eigentlich nur noch in einem einzigen Raum: in meinem Badezimmer. :D

Ein Festplatten-Crash hat nur noch für die User einen Schrecken, deren Daten unersetzlich sind. Aber die sollten sich vielleicht ohnehin mal Gedanken machen über eine adäquate Backup-Lösung - externe Festplatten im Halb-Terabyte-Bereich kosten nur noch einen Witzbetrag und DVD-Rohlinge sind auch längst erschwinglich geworden. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als man für Backups im 4-Gigabyte-Bereich auf DAT-Tape per Profi-Streamer eine ganze Nacht kalkulieren und warten musste.
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CGa antwortet auf Baghee
13.06.2008 00:31
Wie schon oben schrieben! Für mich spielt die Original CD keine Rolle, da ich überall meinen iPod mithabe und zu Hause immer der PC an ist und mir dessen Soundqualität, (natürlich nicht mit den billigsten Boxen) reist, zählt nur noch eines, der Preis. Und da zahle ich lieber 10 Euro bei iTunes als 18 Euro im Laden. Da ich ich meine Musik ja meist auf dem Mp3-Player und PC höre, wäre es auch problematisch nur CDs zu kaufen, da meinstens die CDs kopiergeschützt sind bzw. sich gar nicht mehr auf dem PC abspielen lassen. Es gibt zwar illegale Tools doch wir gehen vom legalen Gebrauch aus und somit bringt es auch Probleme mit sich CDs auf den Rechner zu bringen!

cu ChrisX
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peregrintuk antwortet
19.06.2008 15:58
Beindruckend finde ich die Zahl, die Apple heute vermeldet:

Im iTunes-Store wurden mittlerweile 5 Milliarden Musiktitel verkauft. Es gibt insgesamt 8 Millionen Lieder in iTunes und pro Tag werden 50000 Filme ausgeliehen oder gekauft.

http://www.apple.com/pr/library/2008/06/19itunes.html
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