Beschwerden

freenet Funk: Die Flatrate ist nicht wirklich flat

Viel­nutzer von freenet Funk beklagen, dass ihnen der Mobil­funk­anschluss vom Provider gekün­digt wurde. Auch die Allge­meinen Geschäfts­bedin­gungen wurden erwei­tert.
Kommentare (293)
AAA
Teilen (60)

freenet Funk gehört zu den inter­essan­testen Mobil­funk­tarifen, die in diesem Jahr bislang auf den Markt gekommen sind. Der Provider bietet eine Allnet-Flat für Tele­fonie und den SMS-Versand, die mit einer echten Daten-Flat­rate kombi­niert wird. Dabei verzichtet das Unter­nehmen sogar auf feste Vertrags­bindung und die Kunden können den Tarif sogar pausieren, wenn sie ihn nicht benö­tigen. Die Handy­nummer bleibt erreichbar. Abge­hende Anrufe und SMS sowie die Daten-Nutzung sind dann aber gesperrt.

Nun beklagen teltarif.de-Leser sowie Kunden von freenet Funk in Foren­posts, dass die Flat­rate wohl doch keine echte Flat­rate ist. Viel­nutzern scheint der Provider ohne Vorwar­nung zu kündigen. Aller­dings ist es nicht ganz klar, was genau freenet Funk unter Viel­nutzung versteht - ganz abge­sehen davon, dass ein Provider, der mit einer Flat­rate wirbt, auch damit leben können sollte, dass es eben auch einige Anwender gibt, die die SIM-Karte sehr intensiv nutzen.

Ein Nutzer hat nach eigenen Angaben in zwei Monaten 1,39 TB Daten über­tragen. Er hat von freenet Funk ebenso eine Kündi­gung erhalten wie ein anderer Kunde, der nach 25 Tagen rund 500 GB Daten­verbrauch auf dem Zähler hatte. Bei einem weiteren Anwender wurden monat­lich etwa 500 GB Daten­volumen verbraucht. Nach dem zweiten Monat erhielt der Kunde nach eigener Aussage eine Kündi­gung.

Neuer Punkt in den AGB entdeckt

Flatrate-Probleme bei freenet FunkFlatrate-Probleme bei freenet Funk Aufmerk­same Kunden haben zudem Ände­rungen in den Allge­meinen Geschäfts­bedin­gungen (AGB) von freenet Funk fest­gestellt. So habe die freenet-Marke den neuen Punkt 5.8 ergänzt: "Der mobile Inter­netzu­gang kann/darf nur mit Smart­phones, Tablets oder sons­tigen Geräten genutzt werden, die eine mobile Nutzung unab­hängig von einem perma­nenten kabel­gebun­denen Strom­anschluss ermög­lichen (nicht z.B. in statio­nären LTE-Routern)." Ein Nutzer, der auf der Face­book-Seite von freenet Funk nach diesem neuen AGB-Punkt gefragt hat, berichtet, das Posting sei nicht beant­wortet, dafür aber wieder gelöscht worden.

Vergleich­bare Hinweise finden sich auch bei anderen Flat­rate-Tarifen für Smart­phone-Nutzer. Aller­dings ist es auch direkt über ein mobiles Endgerät möglich, große Daten­mengen zu über­tragen. Tethe­ring wird eben­falls nicht ausge­schlossen und es gibt nach wie vor keine Fair-use-Rege­lung, mit der poten­zielle Kunden beur­teilen könnten, ob die angeb­liche Flat­rate für ihre Bedürf­nisse geeignet ist oder eben nicht.

Auf der anderen Seite gibt es beim Anbieter selbst "Baustellen", unter denen die Kunden leiden und die auch Monate nach dem Start noch bestehen. So beklagen Anwender, dass ihre SIM-Karte 14 Tage nach der einge­legten Pause auto­matisch reak­tiviert wurden - aller­dings nur hinsicht­lich der Berech­nung des Tarifs, während der Mobil­funk­anschluss den Kunden­berichten zufolge nicht nutzbar war. Wir haben die freenet-Pres­sestelle um eine Stel­lung­nahme gebeten und werden darüber berichten, sobald weitere Details bekannt sind. In einer weiteren Meldung lesen Sie Details zu Erfah­rungen mit freenet Funk.

Teilen (60)

Mehr zum Thema Echte, mobile Internet-Flatrate