IFA-Kurztest

Ausprobiert: freenet.de Foto-Viewer für Amazon Fire TV

Der Cloud-Dienst von freenet.de kommt auf den Fernseher: Per Amazon-App lassen sich nun eigene Fotos ohne Umweg auf dem Fernseher betrachten. Wir haben den Foto-Viewer auf der IFA ausprobiert.
Von der IFA in Berlin berichtet
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Ein deutscher Cloud-Dienst, der in der öffentlichen Wahrnehmung etwas weniger bekannt ist, stammt von freenet: Mit demselben Account wie für den Mail-Dienst des Dienste­an­bieters erhalten Kunden 2 GB Online-Speicher bei der freenetcloud gratis. 20 GB Speicher kosten 1,99 Euro monatlich, 50 GB 3,99 Euro pro Monat, wobei der Vertrag stets mit Monatsfrist kündbar ist. Alle Daten liegen ausschließlich auf deutschen Servern.

Bislang war diese Cloud nur webbasiert im Browser sowie per App für iOS und Android zugänglich. Die Apps bieten zudem die Möglichkeit, Dokumente zu scannen und in der Cloud abzulegen.

Auf der IFA hat freenet nun die erste Smart-TV-App für die freenetcloud präsentiert, mit der die in der Cloud gespeicherten Fotos direkt auf dem Fernseher angesehen werden können.

Präsentation des Foto-Viewers für den Fire TV auf dem freenet-Messestand
Präsentation des Foto-Viewers für den Fire TV auf dem freenet-Messestand

Kurztest: freenet.de Foto-Viewer für Amazon Fire TV

Die Smart-TV-App der freenetcloud ist zum Start ausschließlich für den Amazon Fire TV und damit natürlich auch für den Fire TV Stick verfügbar. Der freenet-Kunde kann die App ab sofort im Amazon-Appstore der Fire-TV-Geräte herunterladen.

Auf dem IFA-Messestand der freenet Group konnten wir die neue App einem ersten Kurztest unterziehen. Auffallend ist, dass die App außer der Präsentation von Fotos keine weitere Funktion hat. Im Gespräch mit den anwesenden Sprechern von freenet.de erfuhren wir, dass die Einfachheit und intuitive Bedienung der App eines der zentralen Anliegen bei der Programmierung gewesen sei. Der Nutzer soll nicht durch zu viele Funktionen oder Menüs verwirrt werden.

Navigation innerhalb der freenetcloud-App
Navigation innerhalb der freenetcloud-App
Im gegenwärtigen Zustand kann die App darum auch ausschließlich dies: Die in der freenetcloud gespeicherten Fotos oder Alben werden nach Jahren und innerhalb eines Jahres nach Monaten sortiert. Der Anwender kann dann direkt in die Bilderübersicht dieses Monats springen und die Fotos entweder manuell mit der Fire-TV-Fernbedienung durchklicken oder er startet die automatische Wiedergabe. Dann laufen die Bilder automatisiert mit einer Standzeit von jeweils acht Sekunden durch - diese Zeit kann der Kunde nicht ändern.

Auch sonst bietet die App keine weiteren Einstellmöglichkeiten - nach dem Login taucht sofort die Jahresübersicht auf. Nutzen mehrere Anwender an einem Fernseher mehrere freenet.de-Logins, beispielsweise in einer Familie oder WG, müssen sie sich übrigens jedesmal an- und wieder abmelden.

Manuelle Bildweiterschaltung oder automatischer Durchlauf
Manuelle Bildweiterschaltung oder automatischer Durchlauf

Ausblick: Weitere Funktionen und Plattformen

Damit ist der momentane Funktionsumfang der Fire-TV-App komplett beschrieben. Auf unsere Frage, ob auch die Wiedergabe von Videos geplant sei, bestätigten die freenet.de-Sprecher entsprechende Pläne. Auch die Portierung der App auf weitere Plattformen sei geplant. Beispielsweise sei der Sprung zu einer regulären Android-App ja nicht weit, da auch die Amazon-Apps auf Android basieren.

Zu einer Chromecast-Unterstützung wollten unsere Gesprächspartner noch keinen Kommentar abgeben, den Apple Fire TV würden sie aber als potenzielles Ziel für die App sehen. Auch andere Smart-TV-Plattformen würden nicht ausgeschlossen. Zunächst wolle man aber einmal die Akzeptanz der Fire-TV-App bei den jetzigen Kunden testen und den Funktionsumfang behutsam erweitern, bevor man über eine Portierung auf weitere TV-Plattformen nachdenke.

Impressionen vom freenet-Messestand
Impressionen vom freenet-Messestand

Auf unserem heimischen Samsung-Smart-TV nutzen wir bereits die Amazon-App, die mit Amazon Prime Photos gekoppelt ist. Der Vorteil dieses Angebots liegt darin, zum Preis des regulären Amazon-Prime-Abos unbegrenzten Foto-Speicherplatz zu bieten allerdings auf US-amerikanischen Servern. Die Samsung-TV-App von Amazon ist bei der Foto-Wiedergabe allerdings nicht zu gebrauchen, da die Alben völlig willkürlich angezeigt werden, Unteralben aus dem übergeordneten Album einfach ohne Nachfrage herausgenommen werden und ein Teil der Alben gar nicht erscheint.

Diese "Schwäche" der Amazon-Photos-App wollten sich die Macher der freenetcloud zunutze machen und eine App bieten, die einfacher und komfortabler zu bedienen ist - wenngleich der Nutzer keinen unbegrenzten Speicherplatz erhält und für höhere Speicherkontingente bezahlen muss.

Eine weitere Neuerung auf dem Messestand in der Abteilung von mobilcom-debitel ist die weltweite WLAN-Flat mit 50 Millionen Hotspots.

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