Freitod

Zehnter Selbstmord beim iPhone-Fertiger Foxconn

Unternehmen verlangt angeblich Unterschriften gegen Freitod
Von dpa / Lars Hessling

Ein weiterer Mitarbeiter des weltweit größten Elektronik-Herstellers Foxconn im südchinesischen Shenzhen hat Selbstmord begangen. Der neue Todesfall ereignete sich nur wenige Stunden nachdem der Vorsitzende des taiwanesischen Mutterunternehmens Hon-Hai mit einer Gruppe von Journalisten die Fabrik besucht hatte, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der neunte Freitod eines Foxconn-Mitarbeiters sorgte am Dienstag für Schlagzeilen.

In dem Werk hat es eine Serie von Selbstmorden gegeben. Es war der zehnte tödliche Zwischenfall und zwölfte Sturz dieser Art in der Fabrik seit Jahresanfang. Zwei Mitarbeiter wurden zudem bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt. Zuvor hatte der Hon-Hai-Chef Terry Kuo den Reportern das Unternehmen gezeigt, um Vorwürfe über schlechte Arbeitsbedingungen als Ursache zu entkräften.

Mitarbeiter sollen angeblich Erklärungen gegen Selbstmord abgeben

Das Foxconn-Logo Obwohl der iPhone-Fertiger Foxconn inzwischen angeblich Unterschriften gegen Selbstmord verlangt, hat sich nun der zehnte Mitarbeiter umgebracht.
Grafik: Foxconn
Vor Mitternacht sprang dann allerdings wieder ein Beschäftigter vom Balkon des siebten Stocks eines Wohnheimes in den Tod, wie Augenzeugen beobachteten. Die Polizei sprach von einem Selbstmord. In der Fabrik arbeiten mehr als 300 000 Beschäftigte. Foxconn fertigt für Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell oder Sony.

Der Spiegel berichtet unterdessen davon, dass Foxconn seinen Mitarbeitern in einem Brief Unterschriften für eine Unterlassungs-Verpflichtung bezüglich Selbstmorden abringen möchte. Darüber hinaus sollen die Mitarbeiter sich bei "anormaler geistiger oder körperlicher Verfassung" in eine psychiatrische Klinik einliefern lassen. Zu guter Letzt berichtet das Nachrichtenmagazin davon, dass Foxconn seine Gebäude mit Netzen abhängen will, damit Stürze in den Tod in Zukunft erschwert werden.