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Flickr, Instagram & Co.: Foto-Sharing vom Smartphone

Apps und Plattformen erleichtern das Bearbeiten und Verwalten mobiler Schnappschüsse vom Smartphone. Entsprechende Dienste gibt es zahlreiche auf dem Markt. Wir stellen einige Apps und Plattformen vor.
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Das Smartphone ersetzt mehr und mehr die Kompaktkamera. Fürs Bearbeiten und Verwalten mobiler Schnappschüsse bieten sich Apps der Fotodienste an. Über einige von ihnen kann man Bilder sogar verkaufen. Doch es gibt rechtliche Grenzen.

Eine der ältesten und etabliertesten Foto-Communitys ist Flickr, sagt Florian Blaschke vom Internetmagazin T3N. Größtes Plus sei die gut gelöste Organisation der Bildrechte: "Bei jedem Foto, das ich hochlade, kann ich wählen, ob es unter Copyright, einer der vielen CC-Lizenzen oder ohne Beschränkung zur Verfügung stehen soll." Zudem kann man gezielt einzelne Bilder oder ganze Alben freigeben.

Da die Plattform seinen Nutzern zudem ein Terabyte kostenlosen Speicherplatz zur Verfügung stellt, eignet sich Flickr auch als Foto-Cloudspeicher. Zusätzlich kann der Nutzer das automatische Hochladen seiner Bilder einstellen. Dieses Feature bieten viele andere Dienste jedoch ebenfalls.

Während sich bei Flickr eine bunt gemischte Nutzerschar tummelt, richtet sich die Fotocommunity eher an ambitioniertere Fotografen, sagt Blaschke. "Alle Fotos bleiben hier Eigentum des Fotografen - die Nutzung außerhalb der Plattform ohne Genehmigung ist nicht erlaubt." Gleiches gelte für den Google-Bilderdienst Picasa. Auch hier gebe es die Möglichkeit, verschiedene Lizenzen zu nutzen.

Instragram, Fotolia & Co. als Alternativen

Mithilfe von Apps können Schnappschüsse zum Meisterwerk werdenMithilfe von Apps können Schnappschüsse zum Meisterwerk werden Äußerst populär ist nach wie vor das vergleichsweise junge Instagram, das durch seine Filter bekannt geworden ist, die sich über die Fotos legen lassen. "Sie ist vor allem aufgrund der entsprechenden Apps unglaublich beliebt", sagt Blaschke über die Community mit 150 Millionen Nutzern. "Dazu bietet die Facebook-Tochter die Möglichkeit, Fotos schnell und unkompliziert auch auf anderen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Tumblr zu teilen."

Hier werde es allerdings heikel, was die Bildrechte angeht. "Sowohl Instagram als auch Facebook räumen sich selbst weitere Nutzungsrechte ein, wenn auch nach eigenen Aussagen nur, damit die Inhalte auf Facebook auch angezeigt werden dürfen", sagt Blaschke. Wer Instagram nutzt, sollte sich bewusst sein, dass Facebook die Bilder auch außerhalb des Netzwerkes - etwa kommerziell - einsetzen könnte.

Allerdings hat Instagram vor kurzem auf Kritiken bezüglich der Einsehbarkeit der Fotos reagiert. So können künftig Bilder und Videos auch nur an einzelne Kontakte verschickt werden. Bisher konnten Bilder über die App auch öffentlich weitergeleitet werden. Instagram hat nach eigenen Angaben mehr als 150 Millionen Nutzer. Sie können mit der App Fotos mit dem Handy aufnehmen, mit Farbfiltern und Effekten versehen und veröffentlichen. Dabei können sie nun entscheiden, ob sie ein Bild öffentlich mit allen Kontakten oder direkt mit einer oder mehreren Personen teilen wollen.

Instagram-Alternativen, bei denen die Bildrechte beim Fotografen verbleiben, sind etwa Tadaa oder Eyeem. Allerdings seien die Nutzerzahlen noch nicht annähernd vergleichbar mit Instagram, sagt Blaschke. Ziel der Eyeem-Betreiber sei es, Nutzern bald auch den Verkauf ihrer Bilder zu ermöglichen.

Diesen sogenannten Microstock-Ansatz verfolgt auch die Bildagentur Fotolia. Hier sind allerdings, wie bei anderen Microstock-Diensten, die Fotos im Internet ohne Anmeldung frei einsehbar. Es ist also ratsam Dienste zu wählen, bei denen der Betrachterkreis eingeschränkt werden kann.

Fotos teilen via App

Eine Community mit Fokus auf den Spaßfaktor ist dagegen Molo.me [Link entfernt] . Die App mit vielen Filtermöglichkeiten gebe es neben iOS und Android auch für Nokia und Blackberry, sagt Blaschke. "Bei Molo.me ist klar in den AGB geregelt, dass der Nutzer dem Plattformbetreiber umfassende Rechte an den eigenen Bildern einräumt - auf oder in Verbindung mit der Molo.me-Webseite."

Pixlr-o-matic, Streamzoo [Link entfernt] oder Hipstamatic heißen bekannte Apps, mit denen man Fotos schießen, taggen oder mit Effekten versehen kann - alles auf dem Handy. Anschließend können die Werke auf angebundenen Diensten wie Facebook, Twitter, Tumblr, Flickr & Co. geteilt werden.

Bei der App Pixlr-o-matic steht eher das Nachbearbeiten der geschossenen Fotos im Vordergrund der Nutzung. Es bietet eine umfangreiche Zahl an Filtern und Effekten. Zudem kann man die Weitergabe persönlicher Daten in den Programm-Einstellungen untersagen. Die kostenlose App Streamzoo stellt eher das Teilen von Fotos und Fotokollagen via Facebook oder Twitter in den Vordergrund. Die App lässt sich daher nur nach vorheriger Verknüpfung mit dem entsprechenden Social-Media-Account nutzen.

Eher nicht empfehlenswert ist die App Hipstamatic. Einige Nutzer beschweren sich über die Instabilität des Programms, da es bereits nach dem ersten Schießen eines Fotos abstürzt. Dies war bei unserem Test nicht der Fall. Allerdings ist es umständlich, die passende Linse für das jeweilige Foto einzustellen. Die Handhabung sowie die anschließende Qualität der Fotos rechtfertigten nicht den recht hohen Preis der App (1,79 Euro im iTunes Store).

Sollte neben dem Teilen der Fotos auch das Schießen und anschließende Bearbeiten der Fotos wichtig für den iOS-Nutzer sein, ist die relativ teure App ProCamera 7 zu empfehlen.

Von den Plattformen, auf denen man seine Fotos präsentieren kann, will neben der Facebook-Tochter Instagram auch der Kurznachrichtendienst Twitter seine Funktion für Privatnachrichten stärken. Denn wie Instagram war Twitter vor allem auf den öffentlichen Austausch ausgerichtet.

Rechtevergabe steht im Kleingedruckten

Wer sich nicht sicher ist, ob und wie ein Dienst Bilder für Werbezwecke oder anderweitig nutzen könnte, sollte nachlesen, rät Christian Schlüter von der Stiftung Warentest. "Es lohnt ein Blick ins Kleingedruckte." Bei privaten Fotos müsse der Nutzer immer überlegen, ob er damit leben kann, dass Dritte die Bilder sehen können, sagt Schlüter. "Das sind nicht nur andere Nutzer, was ja bei Foto-Communities in der Regel erwünscht ist, sondern auch der Anbieter oder aber Ermittlungsbehörden." Viele der Dienste stammen aus den USA, wo ein geringeres Datenschutzniveau als in Europa herrsche.

Wichtig sind zudem das Urheber- und Persönlichkeitsrecht. "Nutzer sollten nur Bilder hochladen, die sie auch selbst geschossen haben", sagt Schlüter. "Hat jemand Fotos von Menschen gemacht, darf er diese Fotos meiner Meinung nach nicht ohne Einverständnis der betroffenen Personen hochladen." Und Florian Blaschke rät: "Meine Empfehlung für Nutzer, die nicht wollen, dass ihre Bilder die Runde machen, wäre, solche Apps und Plattformen nicht zu nutzen."

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