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selten solchen Unsinn gelesen.


07.01.2021 10:20 - Gestartet von s10t2z3r
"Windows 10 ... übermittelt fleißig Benutzerdaten an Microsoft - wenn man es ihm nicht verbietet."
Das ist, mit Verlaub, gequirlter Quark.

Man kann W-X die Spitzelei für M$ nicht "verbieten". Für normale Kunden (Home und Pro) bleibt immer ein Teil der 'Telemetrie' nicht abschaltbar.

Einzig die Kunden der Enterprise-Ausgabe, also die Behörden, großen Institutionen und Firmen, können inzwischen die Telemetrie ganz abschalten. Jedenfalls gilt das für die gegenwärtige Version; M$ kann das jederzeit wieder ändern. M$ hat diese Option überhaupt erst eingeführt, als die Gefahr bestand, dass unsere Behörden sich wegen der notorischen Verstöße von W-X gegen die DSGVO von W-X abwenden würden.

Wenn man versucht, mittels Registry-Tricks die Spionage zu stoppen, dann erzeugt man als Nebenwirkung diverse Fehlfunktionen des Systems. Faktisch ist es dann nicht mehr benutzbar. Einige Experimente mit "Geheimtipps" habe ich in einer Virtuellen Maschine (VM) mit W-X selber durchgeführt. Dabei ist egal, ab man die Registry-Einträge von Hand manipuliert oder mit einem der vorgestellten Tools.

Dasselbe gilt auch, wenn man versucht, den Netzwerkverkehr von W-X zu beschneiden. In der VM kann ich das machen, indem ich den Netzwerkverkehr über eine Firewall im Host leite, oder man macht es mit einer externen Firewall wie Pi-Hole. Resultat: Die einzige Chance, den Transfer von Nutzerdaten in die USA zu stoppen, ist offline-Betrieb. Sobald man so viel Netzwerkverkehr zulässt, dass man das System sinnvoll online nutzen kann, schlüpfen durch dieselben Kanäle auch wieder Nutzerdaten.

Oben drauf kommt noch, dass alle diese Maßnahmen nur für die jeweils aktuelle Konfiguration gelten. Mit jedem Update, spätestens aber mit jedem Upgrade (alle halbe Jahre), kann M$ alles ändern: neue Spionagetricks, neue Hürden für die Datenverweigerer einführen. So ist auch denkbar und würde mich nicht überraschen, wenn irgendwann M$ die Abschaltbarkeit der Telemetrie in den Enterprise-Ausgaben wieder zurück nimmt. Wenn die Abhängigkeit der Anwender von W-X erst mal groß genug ist, wenn sie erst mal auf der Nadel sind ...

Zusammenfassung: W-X verstößt gegen die DSGVO, Punkt. Wer W-X benutzt, begibt sich völlig in die Abhängigkeit von M$ und unterwirft sich dessen Willkür.