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Breitband für alle wird Wirklichkeit


03.11.2006 19:20 - Gestartet von kamischke
WIMAX ohne Telekom, die Wettbewerber dürfen sich freuen.
Endlich können sie den von ihnen oft kritisierten,bislang nur schleppend verlaufenden flächendeckenden Breitbandausbau ohne neuerliche Behinderung durch die Telekom selbst vorantreiben.
Breko, VATM und Eco-Verband werden sich in Zukunft mit ihrer Forderung nach "Breitband für alle" noch viel stärker an ihre eigenen Verbandsunternehmen wenden und sich dabei auch an der Höhe ihrer Investitionen messen lassen müssen.
Damit eröffnet sich nun die reelle Chance für viele Wettbewerbsunternehmen zu zeigen, wie Ernst sie es mit ihren Bemühungen um einen Standortverbesserung für Deutschland meinen.

Gruß Kamischke
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[1] techie antwortet auf kamischke
03.11.2006 20:53
Benutzer kamischke schrieb:
WIMAX ohne Telekom, die Wettbewerber dürfen sich freuen. Endlich können sie den von ihnen oft kritisierten,bislang nur schleppend verlaufenden flächendeckenden Breitbandausbau ohne neuerliche Behinderung durch die Telekom selbst vorantreiben. Breko, VATM und Eco-Verband werden sich in Zukunft mit ihrer Forderung nach "Breitband für alle" noch viel stärker an ihre eigenen Verbandsunternehmen wenden und sich dabei auch an der Höhe ihrer Investitionen messen lassen müssen. Damit eröffnet sich nun die reelle Chance für viele Wettbewerbsunternehmen zu zeigen, wie Ernst sie es mit ihren Bemühungen um einen Standortverbesserung für Deutschland meinen.

Daß die T-Com aus dem Bieterwettbewerb aussteigt, mag zwar der Frequenzknappheit zuträglich sein, allerdings ändert dies nichts an den Preisen, die für die Frequenzen gezahlt werden müssen. Kleinere Anbieter können diese Lizenzkosten nicht tragen und insofern wird - aufgrund der politischen Rahmenbedingungen - WiMax nicht wesentlich zur Breitbandversorgung des ländlichen Raums bzw. zur Schließung der weißen Flecken beitragen. Wahrscheinlich wird es dies punktuell, aber nicht in der Fläche.
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[1.1] Dauerwurst antwortet auf techie
04.11.2006 16:00
Auch die neuen Techniken sind nicht in der Lage, drahtgebundenes DSL überall zu ermöglichen, WiMax ist eine notwendige Ergänzung.
Es gibt bei DSL nicht nur das Reichweitenproblem wegen der langen Leitung, sondern auch gegenseitige Beeinflussung hochbitratiger Datenleitungen.
Im Klartext heisst das : Im Kabel müssen Trennungsbedingungen eingehalten werden, in einem Erdkabel mit 50 Doppeladern können keine 50 DSL-Anschlüsse geschaltet werden, sondern in Einzelfällen maximal 6 Anschlüsse.
In einem kleinen Dorf heisst das eben nur eins: DSL nicht für alle.
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[1.1.1] techie antwortet auf Dauerwurst
04.11.2006 16:13
Benutzer Dauerwurst schrieb:
Auch die neuen Techniken sind nicht in der Lage, drahtgebundenes DSL überall zu ermöglichen, WiMax ist eine notwendige Ergänzung.
Es gibt bei DSL nicht nur das Reichweitenproblem wegen der langen Leitung, sondern auch gegenseitige Beeinflussung hochbitratiger Datenleitungen.
Im Klartext heisst das : Im Kabel müssen Trennungsbedingungen eingehalten werden, in einem Erdkabel mit 50 Doppeladern können keine 50 DSL-Anschlüsse geschaltet werden, sondern in Einzelfällen maximal 6 Anschlüsse.
In einem kleinen Dorf heisst das eben nur eins: DSL nicht für alle.

Die technischen Probleme sind mir durchaus bekannt. Ich habe ja auch von politischen / wirtschaftlichen Problemen gesprochen.

Gerade wo Du die kleineren Ortschaften ansprichst: Genau die werden (auch wieder aufgrund der politischen Rahmenbedingungen) eher nicht oder wenn überhaupt erst später von einer WiMax Versorgung profitieren können, da die Gebiete für die Lizenzzuteilungen recht groß gewählt sind und dann eine Versorgungspflicht von xxx % (der Bevölkerung / der Gemeinden - bin da nicht auf dem aktuellen Stand) vorgeschrieben ist. Dadurch werden die Anbieter dazu neigen (durch die Rahmenbedingungen fast schon dazu gezwungen), erstmal die lukrativeren, größeren Ortschaften / Großstädte / Ballungsräume zu versorgen, statt die kleineren, abgelegenen Gemeinden zu versorgen.

Klar, ich würde auch lieber ein Tortenstück essen wollen, statt Kuchenkrümel zu knabbern.
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[1.1.1.1] Dauerwurst antwortet auf techie
06.11.2006 11:29
Das mit der politischen Einflussnahme lasse ich mal aussen vor, ich habe mich damit einfach zu wenig beschäftigt.
Der wirtschaftliche Aspekt ist hier etwas interressanter, denn die Festnetzsparte der Telekom will mit Macht ihre drahtgebundenen DSL-Anschlüsse vermarkten, natürlich mit der Zwangsverheiratung mit einem Telefonanschluss, sei es analog oder ISDN.
Wesentlich einfacher wäre es für T-Mobile, die könnten auf ihre vorhandene Infrastruktur, sprich Sendemasten problemlos aufsetzen und damit per Wimax die letzten Löcher stopfen. Die Wimax-Technologie ist meines Erachtens wesentlich preiswerter als die auf UMTS aufsetzende HSPDA-Technik.
Gerade in meinem Heimatbereich hätte ich von T-Mobile-Sendemasten eine fantastische Reichweite, eine Station in meiner Nähe ist noch auf 150 Km Luftlinie zu erkennen.

Ich denke mal, in anderen Gebieten ist eine ähnliche Struktur vorzufinden, so dass der Rosa Riese durchaus in der Lage wäre, DSL wirklich flächendeckend anzubieten.

Ich persönlich brauche eigentlich nur einen schnellen Internetzugang, vom Festnetzanschluss habe ich mich bereits vor einem Jahr getrennt.
Internet fahre ich über Mobilfunk, leider wegen fehlender UMTS-Versorgung nur mit Modemgeschwindigkeit.
Wenigstens habe ich hier einen Volumentarif, den gibt es nun mal bei nicht über Festnetzzugang.

Gruss aus dem Wendland zu Beginn der Grünen Woche.
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[1.1.1.1.1] techie antwortet auf Dauerwurst
06.11.2006 18:11
Benutzer Dauerwurst schrieb:
Der wirtschaftliche Aspekt ist hier etwas interressanter, denn die Festnetzsparte der Telekom will mit Macht ihre drahtgebundenen DSL-Anschlüsse vermarkten, natürlich mit der Zwangsverheiratung mit einem Telefonanschluss, sei es analog oder ISDN.

Ja und aus Sicht des Anbieters ist dies auch verständlich. Leider sind nunmal die Interessen eines Anbieters nicht immer mit denen der Nutzer identisch. Man muß halt (bei aller Wut auf die T-Com) beide Seiten der Medaille betrachten. Ich möchte auch nicht einen Haufen Kohle investieren und dann auf meinem Mist sitzen bleiben oder gar nochmal Geld ausgeben, nur weil ein paar Leute es gerne anders hätten.

Wesentlich einfacher wäre es für T-Mobile, die könnten auf ihre vorhandene Infrastruktur, sprich Sendemasten problemlos aufsetzen und damit per Wimax die letzten Löcher stopfen. Die

Jaein. Dazu müßte jetzt ein Nachrichtentechniker ein Statement abgeben, ob man Antennen im 900 MHz Band so dicht auf einem Sendemast mit 3500 MHz Antennen aufbauen kann und sich keine gegenseitige Beeinflussung ergibt. Es würde natürlich Sinn machen, bereits vorhandene Senderstandorte zu nutzen (recyceln), da die Infrastruktur bereits vorhanden ist (Strom, Backbone).

Wimax-Technologie ist meines Erachtens wesentlich preiswerter als die auf UMTS aufsetzende HSPDA-Technik.

Woher hast Du Deine Informationen? Oder ist das nur eine Ableitung aus der Zellengröße?

Gerade in meinem Heimatbereich hätte ich von T-Mobile-Sendemasten eine fantastische Reichweite, eine Station in meiner Nähe ist noch auf 150 Km Luftlinie zu erkennen.

WiMax hat aber keine Reichweite von 150 km. Theoretische Laborwerte gehen von 50 km aus, die Praxis wird sich aber voraussichtlich auf ca. 10-25 km einpendeln (LOS).

Ich denke mal, in anderen Gebieten ist eine ähnliche Struktur vorzufinden, so dass der Rosa Riese durchaus in der Lage wäre, DSL wirklich flächendeckend anzubieten.

Wieso jetzt DSL?

Internet fahre ich über Mobilfunk, leider wegen fehlender UMTS-Versorgung nur mit Modemgeschwindigkeit.
Wenigstens habe ich hier einen Volumentarif, den gibt es nun mal bei nicht über Festnetzzugang.

Ich bin schon seit Jahren ein Befürworter von Volumentarifen im Schmalband, solange wir keine flächendeckende Breitbandversorgung haben. Leider scheitert auch das am politischen Unwillen der über uns herrschenden Klasse.

Gruss aus dem Wendland zu Beginn der Grünen Woche.

Grüne Woche? Die ist doch erst im Januar... in Berlin! ;)

Gruß aus dem berliner Raum! :)
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[1.1.1.1.1.1] Dauerwurst antwortet auf techie
07.11.2006 12:06
Zu den Kosten:

Nach Angaben des Mobilfunkausrüsters Motorola kostet der Aufbau eines Wimax-Netzes durch Telekommunikatio­nsgesellschaften derzeit nur gerade halb so viel wie UMTS mit HSDPA. Künftig sollen die Wimax-Investitionskosten Motorola zufolge auf ein Siebtel der Kosten eines vergleichbaren UMTS-Netzes fallen.

Quelle : http://www.verivox.de/News/ArticleDetails.asp?aid=16832

Der Begriff DSL in diesem Zusammenhang habe ich leider etwas unglücklich gewählt, gemeint habe ich einen schnelleren Zugang als 384 kbit/s.

Das WiMax keine Reichweite von 150 Km hat, ist völlig klar, es geht mir nur darum, dass Wimax als Zuführungsleitung für ein örtliches Wlan-Netz herhalten könnte.
Ähnliches wird in der Altmark praktiziert "www.altmark-dsl.de"

In der Chip war mal ein Artikel bezüglich der Reichweite:

27.04.2006, 15:30

Rekord: W-LAN-Verbindung über 279 Kilometer
Einer Gruppe von venezuelanischen Netzwerktechnikern haben einen inoffiziellen W-LAN-Reichweitenrekord aufgestellt. Sie überbrückten in den Anden mit handelsüblicher WLAN-Hardware eine Strecke von 279 Kilometer mit einer stabilen Richtfunkverbindung.

Das Signal wurde dabei von den Technikern nicht verstärkt. Die PDF-Dokumente wurden mit einer Geschwindigkeit bis zu acht Kilobyte in der Sekunde übertragen. Beschränkt war der Rekordversuch durch venezuelanische gesetzlichen Bestimmungen, daher musste die Sendeleistung der Router bei 100 Milliwatt belassen und durfte nicht hochgeschraubt werden.

Zum Einsatz kamen dabei zwei Router des Typs WRT54G von Linksys. Diese eigneten sich nach Ansicht der Techniker für das Experiment besonders, da sich deren Linux-Firmware austauschen lässt. Eines der Geräte diente als Access Point, das andere als Client. (dcn)

Antennenproblematik:

Mehrere Antennen mit den unterschiedlichsten Frequenzen auf einem gemeinsamen Masten sollten wirklich nicht das Problem sein, denn von der Richtcharakteristik her sind in diesem Frequenzbereich die Antennen fast wie Scheinwerfer zu betrachten.

Ein nicht ganz so ernstgemeinter Artikel ist hier zu finden:

http://newedu.de/board/viewtopic.php?t=293&sid=5f1c8bd323e2f94600eeb32ca49ffeb6

Dieser Artikel sollte vielleicht auch mal zum Nachdenken anregen, wo und wieviel Masten eigentlich nötig sind, um auch ein kleines Dorf mit den Errungenschaften der modernen Informationstechnologie zu versorgen. Ich denke da besonders an die Problematik der lückenlosen Funkversorgung im BOS-Bereich, also Rettungsdienste und Feuerwehr.

Ein einziger, nach hochfrequenztechnischen Gesichtspunkten optimierter Standort eines Antennenträgers kann ein recht grosses Gebiet versorgen, im Einzelfall ist auf der Empfängerseite etwas mehr Aufwand zu treiben.

Gruss aus dem Wendland, der Castor rollt.......
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[2] superhase antwortet auf kamischke
03.11.2006 21:03
willst du wissen auf was ich jetzt schon warte?
Auf die ersten Protest-Kundgebungen der "Landbevölkerung", weil diese keinen Wimax sender in der Nachbarschaft haben wollen ;-)))

So ist es auch schon bei uns im Dorf, hier versucht E-Plus seit 2001 vergebens irgendwo einen Mobilfunk Masten aufzustellen.
Die Gemeinde sagt da nur: ein Sender von T-Mobile und Vodafone muss reichen, basta!

Benutzer kamischke schrieb:
WIMAX ohne Telekom, die Wettbewerber dürfen sich freuen. Endlich können sie den von ihnen oft kritisierten,bislang nur schleppend verlaufenden flächendeckenden Breitbandausbau ohne neuerliche Behinderung durch die Telekom selbst vorantreiben. Breko, VATM und Eco-Verband werden sich in Zukunft mit ihrer Forderung nach "Breitband für alle" noch viel stärker an ihre eigenen Verbandsunternehmen wenden und sich dabei auch an der Höhe ihrer Investitionen messen lassen müssen. Damit eröffnet sich nun die reelle Chance für viele Wettbewerbsunternehmen zu zeigen, wie Ernst sie es mit ihren Bemühungen um einen Standortverbesserung für Deutschland meinen.

Gruß Kamischke
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[2.1] techie antwortet auf superhase
06.11.2006 18:10
Benutzer 1und1surfer schrieb:
Benutzer superhase schrieb:
So ist es auch schon bei uns im Dorf, hier versucht E-Plus seit 2001 vergebens irgendwo einen Mobilfunk Masten aufzustellen.
Die Gemeinde sagt da nur: ein Sender von T-Mobile und Vodafone
muss reichen, basta!

Kann sich E-Plus denn da nicht bei der Bundesnetzagentur beschweren oder die Gemeinde wegen Wettbewerbsverzerrung verklagen?

IMHO wäre ein solches Verhalten einer Gemeinde tatsächlich wettbewerbsdiskriminierend. Dagegen könnte der Anbieter vor dem Verwaltungsgericht vorgehen. Auch das Kartellamt könnte sich für solche Fälle interessieren.

Ich denke, ein solcher Fall wäre es auch glatt wert, den mal polititsch und juristisch auszuschlachten. Sowas darf es bei uns nicht geben.
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[2.2] techie antwortet auf superhase
06.11.2006 18:12
Benutzer superhase schrieb:
willst du wissen auf was ich jetzt schon warte? Auf die ersten Protest-Kundgebungen der "Landbevölkerung", weil diese keinen Wimax sender in der Nachbarschaft haben wollen ;-)))

Du wirst bestimmt nur noch bis zum nächsten Jahr warten müssen. :)
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[2.3] Handyfreak56 antwortet auf superhase
06.11.2006 18:34
Da zahlt D1 und VF wohl etwas Geld an die Gemeinde und schon ist leider kein platz mehr für E+ oder o2 da ;-)

Nein mal im ernst ich finde das eine sauerrei erst zahlen die Betreiber Millionen an Gebühren und dann können Sie nicht einmal Ihre Sender aufstellen.

Benutzer superhase schrieb:
willst du wissen auf was ich jetzt schon warte? Auf die ersten Protest-Kundgebungen der "Landbevölkerung", weil diese keinen Wimax sender in der Nachbarschaft haben wollen ;-)))

So ist es auch schon bei uns im Dorf, hier versucht E-Plus seit 2001 vergebens irgendwo einen Mobilfunk Masten aufzustellen. Die Gemeinde sagt da nur: ein Sender von T-Mobile und Vodafone muss reichen, basta!