Diskussionsforum
Menü

Da ist doch 'was dran!


20.09.2007 13:18 - Gestartet von MGrotegut

Ist ja schließlich eine Initiative von gebildeten Leuten. Die Grenzwerte in Deutschland (vermutl. auf Druck der Industrie, die damit Geld spart) sind um das 10.000-fache (!) höher als in der Schweiz! Das stimmt schon nachdenklich.
Und trotzdem gibt es hier jeweils Sendeanlagen für 900 MHz, 1800 MHz und auch noch UMTS von D1, D2, E+, O2. M. a. W. 3*4=12 Sendeanlagen je Standort, die alle Mikrowellen abstrahlen. 24 h je Tag, 7 Tage die Woche.

Wie hat in einem anderen Thread neulich jemand so schön geschrieben, in dem es um eine Vollversorgung des Ruhrgebiets mit WLAN durch rd. 10.000 Access Points ging: "Das Ruhrgebiet wird größter Mikrowellenherd Deutschlands". Denn das kommt auch noch dazu: Fast jeder hat zuhause WLAN.

Das macht in der Summe schon etliche Kilo- und Megawatt Strom, die als Microwave auf uns einprasseln.
Ich frage mich zudem, ob die MF-Anbieter ihre Netze nicht zusammenlegen könnten, anstelle jeweils 12 Sender aufzubauen.
Menü
[1] handytim antwortet auf MGrotegut
20.09.2007 13:23
Benutzer MGrotegut schrieb:
Ist ja schließlich eine Initiative von gebildeten Leuten. Die Grenzwerte in Deutschland (vermutl. auf Druck der Industrie, die damit Geld spart) sind um das 10.000-fache (!) höher als in der Schweiz! Das stimmt schon nachdenklich.

Nicht die Grenzwerte sind entscheidend, sondern das, was wirklich "rauskommt". Und da kannst Du gerne mal die deutschen und schweizer Sender vergleichen :-)
Menü
[2] J.Malberg antwortet auf MGrotegut
20.09.2007 13:43

Ich frage mich zudem, ob die MF-Anbieter ihre Netze nicht zusammenlegen könnten, anstelle jeweils 12 Sender aufzubauen.

Ein Monopol ist dass letzte was Deutschland braucht. Dann hat man wieder Preise wie unter der damaligen unsäglichen Deutschen Bundespost Telekom Diktatur.

NEVER AGAIN!!!

Menü
[2.1] Supaka antwortet auf J.Malberg
21.09.2007 12:48
Benutzer J.Malberg schrieb:

Ich frage mich zudem, ob die MF-Anbieter ihre Netze nicht zusammenlegen könnten, anstelle jeweils 12 Sender aufzubauen.

Ein Monopol ist dass letzte was Deutschland braucht. Dann hat man wieder Preise wie unter der damaligen unsäglichen Deutschen Bundespost Telekom Diktatur.

NEVER AGAIN!!!
Das Eine schließt das Andere ja nun nicht aus!
Oder hast du 4 Telefonleitungen, die bei dir in die Wohnung gelegt wurden? Jeweils von Arcor, Alice, Freenet und co?

Menü
[3] tommy0910 antwortet auf MGrotegut
21.09.2007 09:46
Benutzer MGrotegut schrieb:

Ist ja schließlich eine Initiative von gebildeten Leuten. Die Grenzwerte in Deutschland (vermutl. auf Druck der Industrie, die damit Geld spart) sind um das 10.000-fache (!) höher als in der Schweiz! Das stimmt schon nachdenklich.

Tja, zwar huebsch plakativ aufbereitet, leider dennoch falsch. Die Grenzwerte sind zunaechst einmal ueberhaupt nicht hoeher als in Deutschland, die gehen naemlich grundsaetzlich genauso von ICNIRP aus wie wir. Zusaetzlich sind jedoch Anlagengrenzwerte fuer "Orte mit empfindlicher Nutzung" definiert, die niedriger liegen. Bei manchen Anlagen ist das durchaus in der genannten Groessenordnung, allerdings in der Leistungsflussdichte, nicht in der Feldstaerke. Und bei Mobilfunk, um den es ja wohl gerade geht, handelt es sich um einen Faktor 10 in der Feldstaerke, ergo 100 in der Leistungsflussdichte. Also nix mit "Schweiz zehntausendfach niedriger"!
Menü
[3.1] MGrotegut antwortet auf tommy0910
21.09.2007 12:43
Benutzer tommy0910 schrieb:
Benutzer MGrotegut schrieb:

Ist ja schließlich eine Initiative von gebildeten Leuten.
Die Grenzwerte in Deutschland (vermutl. auf Druck der Industrie, die damit Geld spart) sind um das 10.000-fache (!) höher als in der Schweiz! Das stimmt schon nachdenklich.

Tja, zwar huebsch plakativ aufbereitet, leider dennoch falsch. Die Grenzwerte sind zunaechst einmal ueberhaupt nicht hoeher als in Deutschland, die gehen naemlich grundsaetzlich genauso von ICNIRP aus wie wir.

Ich habe gar nicht behauptet, dass die Grenzwerte in der Schweiz höher wären als in D. Es ist genau anders herum!

Zusaetzlich sind jedoch Anlagengrenzwerte fuer "Orte mit empfindlicher Nutzung" definiert, die niedriger liegen. Bei manchen Anlagen ist das durchaus in der genannten Groessenordnung, allerdings in der Leistungsflussdichte, nicht in der Feldstaerke. Und bei Mobilfunk, um den es ja wohl gerade geht, handelt es sich um einen Faktor 10 in der Feldstaerke, ergo 100 in der Leistungsflussdichte. Also nix mit "Schweiz zehntausendfach niedriger"!

Begriffe wie "Feldstärke" und "Leistungsflussdichte" sagen mir nicht so viel. Bin kein Physiker. Die Zahl 10^4 stammt von jemanden, den ich für kompetent und erfahren in diesen Dingen halte.
Vielleicht er er recht, vielleicht Du. Aber ich möchte betonen, dass für jeden, der in der Nähe von diesen Masten lebt, es sicher bereits einen Unterschied macht, ob er 12 mit niedriger oder mit 10, oder gar mit 100-facher Leistung "gegrillt" wird!!!
Menü
[3.1.1] Kai Petzke antwortet auf MGrotegut
21.09.2007 13:12
Benutzer MGrotegut schrieb:

oder mit 10, oder gar mit 100-facher Leistung "gegrillt" wird!!!

Die Grenzwerte sind so festgelegt, dass niemand gegrillt wird. Dazu braucht man etliche hundert Watt auf den Bruchteil eines Quadratmeters, wie sie z.B. in der Mikrowelle herrschen. Handys und Basisstationen erreichen davon nur einen minimalen Bruchteil, sowohl in der Deutschland als auch der Schweiz als auch allen anderen Ländern.

Ironischerweise ist es nun so, dass man, um besonders niedrige Leistungsflussdichten zu erreichen, mehr Basisstationen aufbauen muss. Denn weniger Sendeleistung geht nur, wenn Handy und Basisstation näher zueinander sind. Dann müssen beide sinngemäß "nicht so laut schreien", um doch die Verbindung aufrecht halten zu können. Doch die Folge von mehr Basisstationen sind auch mehr schlaflose Leute, die Angst vor den Strahlen haben.

Hier gibt es keine einfache Lösung. Ebenso sollten positive Folgen des Mobilfunks nicht unterschätzt werden - insbesondere die Möglichkeit, nach Verkehrsunfällen schnell den Notarzt rufen zu können. In den letzten Jahren ist in Deutschland die Zahl der Todesopfer bei Verkehrsunfällen kontinuierlich gesunken. Ich gehe davon aus, dass zumindest ein Teil dieses Rückgangs mit der besseren Alarmierung der Rettungsdienste durch Handys zusammenhängt.


Kai
Menü
[4] mho73 antwortet auf MGrotegut
21.09.2007 14:39
Benutzer MGrotegut schrieb:

Die Grenzwerte in Deutschland (vermutl. auf Druck der Industrie, die damit Geld spart) sind um das 10.000-fache (!) höher als in der Schweiz!

Ok, die Schlussfolgerung ist aber falsch, dass durch die höheren Grenzwerte auch die Belastung entsprechend höher wäre. Wenn man sich die Werte ansieht, die hierzulande an den Kontrollpunkten gemessen werden, dann nutzt man vielerorts den erlaubten Wert nur zu 1% aus, in größerem Abstand noch weit weniger.

Soll heissen:
Würde man in Deutschland die Grenzwerte entsprechend verschärfen, müsste man an der bestehenden Netzinfrastruktur vermutlich kaum Änderungen vornehmen, da die heute theoretisch erlaubten Werte größtenteils gewaltig unterschritten werden.

Unabhängig davon sind sowohl die schweizer wie auch die deutschen Werte sehr willkürlich gewählt. Mit einer tatsächlichen Bedrohung/Gefährdung haben beide nichts zu tun.

Gruß,
Markus

Menü
[4.1] tommy0910 antwortet auf mho73
22.09.2007 22:42
Unabhängig davon sind sowohl die schweizer wie auch die deutschen Werte sehr willkürlich gewählt. Mit einer tatsächlichen Bedrohung/Gefährdung haben beide nichts zu tun.

Da sich die deutschen Werte nach ICNIRP richten, sind sie ueberhaupt nicht willkuerlich, sondern orientieren sich eben an nachgewiesenen gesundheitlichen Beeintraechtigungen. Das einzige, was man da als "willkuerlich" ansehen kann, ist der Sicherheitszuschlag in Form eines Faktors 50 zwischen diesen nachgewiesenen Beeintraechtigungen und dem Grenzwert an sich. Will sagen: die Willkuer besteht in der Wahl von "50", man haette genausogut auch "20" oder "100" nehmen koennen.