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Mit welcher Karte 0180-Nr. aus Spanien erreichbar?


18.11.2006 13:55 - Gestartet von wolfbln
Hallo.

Ein kurze Frage an die Gemeinde:
Kennt jemand eine Telefonkarte (prepaid) oder einen Anbieter, mit dem es möglich ist sog. deutsche Servicerufnummern 01805 - vom spanischen Festnetz zu erreichen?

Viele Anbieter schalten die Nummerngasse gar nicht, wegen der Kostenstruktur - einige aber schon und verrechnen sie als Mobilfunkgespräche.

Wer hat Erfahrungen gemacht und welcher klappts?

Zur Erklärung: Mein Vater ist im Krankenhaus nur unter einer solchen Nummer erreichbar, da Handyverbot!

Danke für Antwort
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[1] Martin Ramsch antwortet auf wolfbln
18.11.2006 14:18
"wolfbln" schrieb:
Ein kurze Frage an die Gemeinde: Kennt jemand eine Telefonkarte (prepaid) oder einen Anbieter, mit dem es möglich ist sog. deutsche Servicerufnummern 01805 - vom spanischen Festnetz zu erreichen?

http://tocall.de/ mit Einwahlnummer im deutschen Festnetz zum Beispiel. Es wird sogar besser als bei der Telekom im 30s-Takt abgerechnet.

[...]
hat Erfahrungen gemacht und welcher klappts?

Keine eigene Erfahrung, sorry.

Falls Du dort in Spanien auch Internet zur Verfügung hast, kannst Du die Einwahl dann auch per Call-Back mit PeterZahlt.de & Co. kostenlos machen :)

Ciao,
__ Martin
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[2] marbri antwortet auf wolfbln
18.11.2006 20:13
Hallo,

ruf die Zentrale des Krankenhauses an, sag, daß Du aus dem
Ausland anrufst und laß Dich zu ihm aufs Zimmer weiterverbinden.
Oder Du versuchst, die Durchwahl zu ihm aufs Zimmer rauszukriegen, dann kannst Du gleich zu ihm durchwählen. In vielen Krankenhäusern mit solchen Nummern ist es oft die Zahl,
die im Krankenzimmer auf der Telefondose steht. Z.B. in den Wiesbadener städtischen Kliniken ist die Nummer der Zentrale
0611-43-0. Du mußt nur wie folgt wählen: 0611-43xxxx, xxxx steht
für die Nummer des Telefons auf dem Zimmer. Die steht auf dem
Aufkleber an der Telefondose. In der Mainzer Uniklinik mußt Du
06431-17xxxx wählen, xxxx steht für die letzten 4 Ziffern am
Patientenbett. Auch der Einsatz einer Callingcard ist sinnvoll,
funktioniert aber z.B. in der Wiesbadener Klinik nicht, da dort
extra alte technisch überholte Telefone angeschafft wurden, die
kein Tonwahlverfahren haben. Die einzige Möglichkeit, diese alten Geräte zu überlisten, ist die, ein Gerät für Fernabfrage für Anrufbeantworter in die Klinik mitzunehmen, damit der PIN der Callingcard übertragen wird. Aber meist merkt man ja erst
diese Beutelschneiderei, wenn man in der Klinik schon ein Bett belegt hat, dann ist es beim 1. Aufenthalt meist zu spät.


Damit dieser Nepp an den Angehörigen und Freunden schnell
aufhört, sollte man bei einem planbaren Krankenhausaufenthalt
sich vorher über die telefonische Erreichbarkeit erkundigen
und sich nach Möglichkeit nur in Krankenhäuser einweisen lassen,
wo man zu normalen Ortsnetztarifen erreicht werden kann. Wenn
solchen Krankenhäusern die Patienten, die auch Kunden sind,
und das Geld bringen, wegbleiben, wird vielleicht so manches
Krankenhaus wieder zu normalen Telefonnummern zurückkehren.
Vielleicht wäre auch mal ne Beschwerde bei der Verbraucherzentrale sinnvoll, schließlich wird der Patient
bevormundet, denn er zahlt ja eine Tagesmiete für sein Telefon
am Bett, meist so 1,50 € pro Tag. Dafür sollte er auch selbst
frei bestimmen können, mit welcher Telefongesellschaft er angerufen wird, bzw. ob er mit einer Callingkarte abgehende
Gespräche führen will.

Gruß

Marbri


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[2.1] toco antwortet auf marbri
18.11.2006 20:20
Benutzer marbri schrieb:

Damit dieser Nepp an den Angehörigen und Freunden schnell aufhört, sollte man bei einem planbaren Krankenhausaufenthalt sich vorher über die telefonische Erreichbarkeit erkundigen und sich nach Möglichkeit nur in Krankenhäuser einweisen lassen, wo man zu normalen Ortsnetztarifen erreicht werden kann.

Es gibt zum Glück auch positive Beispiele.
Letzte Woche lag ich im ev. KH in Oldenburg und hatte dort für einen Euro Grundgebühr am Tag ein Telefon mit erreichbarer Festnetznummer.
Der Anschluß war von EWE, und auch Gespräche nach draußen waren sehr billig.

Daß es Krankenhäuser gibt, die dabei ab*zocken, finde ich auch schlimm - man nutzt die Krankheit eines Menschen aus, um sich daran zu bereichern.
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[2.1.1] marbri antwortet auf toco
18.11.2006 20:47
Benutzer toco schrieb:
Benutzer marbri schrieb:

Damit dieser Nepp an den Angehörigen und Freunden schnell aufhört, sollte man bei einem planbaren
Krankenhausaufenthalt sich vorher über die telefonische Erreichbarkeit erkundigen und sich nach Möglichkeit nur in Krankenhäuser einweisen lassen,
wo man zu normalen Ortsnetztarifen erreicht werden kann.

Es gibt zum Glück auch positive Beispiele.
Letzte Woche lag ich im ev. KH in Oldenburg und hatte dort für einen Euro Grundgebühr am Tag ein Telefon mit erreichbarer Festnetznummer.
Der Anschluß war von EWE, und auch Gespräche nach draußen waren sehr billig.

Daß es Krankenhäuser gibt, die dabei ab*zocken, finde ich auch schlimm - man nutzt die Krankheit eines Menschen aus, um sich daran zu bereichern.

Ja, und die Vorreiter für diesen Nepp spielen ausgerechnet
Krankenhäuser und Kliniken, die in kommunaler Trägerschaft sind.

Ich hab auch schon die Erfahrung gemacht, daß die Krankenhäuser,
die in kirchlicher Trägerschaft sind, sich nicht an der Krankheit der Patienten bzw. ihrer Angehörigen bereichern und
noch normale Festnetzrufnummern an den Patientenbetten schalten.

Mein Schwager, der sich im Sommer diesen Jahres eigentlich
in der Wiesbadener städtischen Klinik einer OP unterziehen
wollte, entschied sich dann, nachdem ich ihm von den 01805-er
Nummern berichtet hatte, für die Asklepios-Paulinenklinik, die
in evangelischer Trägerschaft ist und war unter einer normalen
Ortsnetznummer erreichbar. Auch das Josefshospital in kath.
Trägerschaft hat normale Festnetznummern mit Wiesbadener Vorwahl.

Gleichzeitig jammern die Städtischen Kliniken über 6 Millionen
Euro jährlichen Verlust. Der diesjährige Ärztestreik hätte sie
schon allein 3 Millionen gekostet. Wenn sie ihre Ärzte anständig
bezahlen würden, hätten die auch nicht gestreikt, und mancher
Patient wird es sich überlegen, ob er sich noch ein zweites Mal
in diese Klinik begibt, wenn er, bzw. seine Familie derart über
die Telefongebühren abkassiert werden. Ab Januar sinds dann
schon 14 Ct./pro Minute. Schließlich sind Krankenhäuser keine
Bestellhotline, wo nach 2-5 Minuten der Auftrag notiert ist.

Diese Machenschaften gehörten gesetzlich verboten, das ist
schon Nötigung, solche Sonderrufnummern in Krankenhäusern zu
schalten. Richtig teuer wirds für diejenigen, die per Handy
diese Sonderrufnummern anrufen, weil sie keinen Festnetzanschluß
haben. So im Durchschnitt mit 69 Ct./Min. sind sie dabei, wenn
sie kein Callthrough nutzen, mangels Wissen. Das kann sich bei
längerem Krankenhausaufenthalt schon summieren.


Gruß


Marbri
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[2.1.1.1] wolfbln antwortet auf marbri
19.11.2006 13:56
Vielen Dank für die Antworten.

Aber sich das Krankenhaus nach dem Telefonsystem auszusuchen, halte ich für etwas abwegig. Finde es aber auch eine Unverschämtheit 25 cent für die Einheit (keiner weiß, wie lange die ist) ausgehend und 12 bzw. ab 1.1.07 14 cent/min eingehend vom Festnetz zu zahlen. Bei einem Tagessatz von ca. 300 Euro im Krankenhaus übrigens.

Das mit der Überlistung eines alten Telefons geht nicht. Es hat auch keine feste Nummer. Man muss eine Chipkarte in das Telefon schieben. Die Identifikation geht per MVP und nicht Impulsverfahren (kann man hören, wenn man die Wähltaste drückt. Karte loggt sich ein.)

Interessant ist es, dass es sich auch um ein Krankenhaus des Asklepios-Konzerns handelt. Selbst die gleichen Krankenhaus(firmen) handeln das offenbar unterschiedlich.

Es mit der versteckten Festnetznummer zu versuchen, geht auch nicht. Bei Anruf auf mein Handy wurde sie mal mitgeschickt - beim Rückruf erhält man eine Bandansage, dass "diese Nummer nicht mehr erreichbar ist" und man die 01805-Gasse wählen muss.

Ist wirklich eine skandalöse Abz*ckerei!
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[2.1.1.1.1] marbri antwortet auf wolfbln
21.11.2006 14:05

2x geändert, zuletzt am 21.11.2006 16:36
Benutzer wolfbln schrieb:
Vielen Dank für die Antworten.

Aber sich das Krankenhaus nach dem Telefonsystem auszusuchen, halte ich für etwas abwegig.

Warum nicht, wenn man es planen kann und nicht als Notfall eingeliefert wird. Nur so kann man diese Krankenhäuser, die sich solche Abz0ck-Nummern zulegen, dort treffen, worauf sie aus sind, nämlich beim Geld. Jeder Patient ist auch ein zahlender Kunde. Wenn auch meist nicht als Direktzahler, wenn
er in der GKV ist, so doch als indirekter Zahler, denn seine
Krankenkasse zahlt für ihn den Tagessatz von ca. 300 €, wie Du
selbst schreibst, zuzüglich der durchzuführenden Therapie, bzw.
Operationen. Das ist ne Menge Geld. Und dafür kann man
auch etwas verlangen, wie z.B. ein Telefon, das nicht über
01805-er Sonderrufnummern erreichbar ist. Wenn die "Patientenkunden" nicht zufrieden mit dem gebotenen Service
sind, und sich stattdessen woanders behandeln lassen, brechen
halt die Einnahmen weg. Dann erst findet bei Verantwortlichen
ein Umdenken statt, denn ein Krankenhaus hat feste Kosten, und
braucht deshalb auch unbedingt Einnahmen. Das könnte durchaus
zur Folge haben, daß diese teuren Sonderrufnummern wieder ver-
schwinden und wieder normale Ortsnetzrufnummern geschaltet
werden.
Mein Schwager war eh durch den Ärztestreik d.J. gezwungen, sich umzuhören, denn es war nicht absehbar, wann der Streik zu Ende
sein würde. Außerdem hatte er eine Reise gebucht, und wollte
vorher noch unbedingt seinen Blasenstein loswerden, denn dieser
hätte sich jederzeit vor den Blasenausgang setzen können. Deshalb wollte er auf Nummer Sicher gehen und die OP noch vorm
Urlaub durchführen lassen, bevor das vielleicht grad im Ausland
passiert wäre und er dann wirklich dort als Notfall ins Kranken-
haus gemußt hätte. Also hat er sich dann auf mein Anraten hin umgehört, welches Krankenhaus in Wiesbaden und Umgebung
ebenfalls eine urologische Abt. hat. Der Arzt dieser Abteilung
hat wird auch recht gelobt. Und das war dann halt die Asklepios-Paulinenklinik und die Mainzer UNI-Klinik, die aber ebenfalls
01805-er Nummern hat, die sich aber durch den Einsatz von Calling-Cards mit 0800-er Vorwahl umgehen lassen. Das St. Josefs-Hospital, das zwar normale Ortsnetzrufnummern hat, schied aber mangels urologischer Abteilung aus. So entschied sích mein Schwager dafür, die OP in der Asklepios-Paulinenklinik vornehmen zu lassen. Vorteil gegenüber Uniklinik
in Mainz: keine 01805-er Nummern!
Die OP verlief auch ohne Probleme und mein Schwager war mit Arzt und KH sehr zufrieden. Er war längst schon wieder aus dem KH entlassen, da wurde an der städtischen Klinik immer noch
gestreikt. Der Ärztestreik hat die Wiesbadener Klinik weitaus mehr gekostet, als eine angemessene Gehaltserhöhung der Ärzte
und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, für die
die Ärzte ja auch gestreikt haben, gekostet hätten. Das ohnehin bestehende Defizit wurde durch die Sturheit der Verantwortlichen nur noch vergrößert. Na ja, so wirtschaftlich rechnen die halt!
Nach 6 Wochen Streik mußten sie dann einlenken, weil das Defizit jeden Tag um 200 000 € mangels aufgenommener Patienten und bestehender Fixkosten wuchs.(Es wurden seinerzeit nur Notfälle aufgenommen.) Seinen Urlaub konnte mein Schwager wie geplant und ohne Angst vor einer evtl. Not-OP im Ausland antreten.






Finde es aber auch eine
Unverschämtheit 25 cent für die Einheit (keiner weiß, wie lange die ist) ausgehend und 12 bzw. ab 1.1.07 14 cent/min eingehend vom Festnetz zu zahlen. Bei einem Tagessatz von ca. 300 Euro im Krankenhaus übrigens.

Das mit der Überlistung eines alten Telefons geht nicht. Es hat auch keine feste Nummer. Man muss eine Chipkarte in das Telefon schieben. Die Identifikation geht per MVP und nicht Impulsverfahren (kann man hören, wenn man die Wähltaste drückt.
Karte loggt sich ein.)

Interessant ist es, dass es sich auch um ein Krankenhaus des Asklepios-Konzerns handelt. Selbst die gleichen Krankenhaus(firmen) handeln das offenbar unterschiedlich.

Vielleicht liegts daran, daß an der Wiesbadener Asklepios-
Klinik noch die ev. Kirche Anteile hält, die aus christlichen Grundsätzen die Einführung dieser Sonderrufnummern
verhindert. Früher, bevor die Asklepios-Gruppe dort einstieg,
war das KH zu 100 % in ev. Trägerschaft.

Es mit der versteckten Festnetznummer zu versuchen, geht auch nicht. Bei Anruf auf mein Handy wurde sie mal mitgeschickt - beim Rückruf erhält man eine Bandansage, dass "diese Nummer nicht mehr erreichbar ist" und man die 01805-Gasse wählen muss.

Ist wirklich eine skandalöse Abz*ckerei!

Wenn man ne Rechtsschutzversicherung hat, sollte man sich evtl.
von einem Anwalt sich beraten lassen, ob durch solche Sonderrufnummern nicht der Tatbestand der Nötigung vorliegt
und wenn Aussicht auf Erfolg besteht, mit einer einstweiligen
Verfügung dagegen vorgehen. Außerdem sind diese 0180-er Sonderrufnummern aus dem Ausland oft garnicht erreichbar, weil
ausländische Telefongesellschaften nicht zu diesen Nummern
durchstellen. Die kennen nur die hiesigen Ortsnetzkennzahlen. In den Wiesbadener städtischen Kliniken erging
seit dem letzten Jahr jedenfalls die Anweisung an die Telefon-
zentrale, Anrufer aus dem Ausland weiterzuverbinden, wenn diese
sagen, daß sie aus dem Ausland anrufen. Das aber auch erst, seit
über den Fall einer Anruferin aus dem Ausland mal groß in der örtlichen Presse berichtet wurde, nachdem sich die Telefonzentrale geweigert hatte, eine deutsche Urlauberin, die
aus Neuseeland ihre Tochter anrufen wollte, die in der städtischen Klinik früher als geplant entbunden hatte, zu verbinden. Diese Urlauberin kam von dort aus nicht mit der 01805-er Nummer zu ihrer Tochter durch, die ihr der Schwiegersohn gegeben hatte.
Sie wählte mit 0611-43-0 die Zentrale an und es wurde der frischgebackenen Großmutter erstmal die Weiterverbindung mit der Tochter verweigert. Es gab wohl erst mal Diskussionen darüber, ob sie nun mit ihrer Tochter verbunden wird oder nicht. Darüber ärgerte sich die Frau so sehr, daß sie sich nach ihrer Rückkehr an die örtliche Tageszeitung wandte und diese Unverschämtheit und Geldgier der Klinik durch die Presse ging. Daraufhin gab die Klinikleitung Anweisung an die Telefonzentrale
der Klinik, Anrufer, die sich als Anrufer aus dem Ausland zu erkennen geben, über die Zentrale zu dem Patienten weiterzuver- binden. Fazit: Wenn man aus Deutschland mit unterdrückter Rufnummer von einem Festnetzanschluß oder Handy anruft, muß man eigentlich nur sagen, man rufe aus dem dem Ausland, am besten
Neuseeland, an und habe über die 01805-er Nummer mehrfach keine
Verbindung bekommen.

Wenn die Telefonzentrale einem Anrufer aus dem Ausland, aus dem
keine Anwahl von 0180-er Nummern möglich ist, die Weiterverbindung zu seinem Angehörigen verweigert, erfüllte das meiner Meinung nach sowieso den Tatbestand der Nötigung und damit sollte man auch mal ruhig drohen, Anzeige zu erstatten. Ich denke schon, daß sowas hilft. Man muß es nur mal probieren und darf sich nicht alles gefallen lassen.

Außerdem kommen nur zufriedene Patienten wieder in ein Krankenhaus, in dem sie schon mal behandelt wurden zurück oder empfehlen es weiter, sollte noch mal ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden. Unzufriedene Patienten werden,
sollten sie nochmal in ein Krankenhaus müssen, dieses meiden, und sich nach einem anderen Krankenhaus umschauen und ganz bestimmt keine Weiterempfehlung im Familien- oder Bekanntenkreis
aussprechen, sondern eher auch dazu raten, sich ein anderes KH
z.B auch wegen den teuren Sonderrufnummern zu suchen, obwohl die medizinisch Behandlung noch nicht mal schlechtgewesen sein muß. Aber welcher Patient will schon nach seiner Rückkehr eine 50 oder 100 € oder noch höhere Telefonrechnung bei einem
vielleicht mehrwöchigem Aufenthalt vorfinden, weil in sein
Ehepartner oder seinen Kinder nur über 01805.... erreichen konnten, zusätzlich zu der 10 € pro Tag fälligen Eigenbe-
teiligung und Fahrtkosten, die für Besuche am Krankenbett ja auch noch anfallen. Wie soll denn z. B. ein Sozialhilfe-
Hartz IV-Empfänger oder Leute mit kleiner Rente noch Geld übrig haben, solch teuren Rufnummern anzurufen, wenn sie nicht verhungern wollen. Darüber sollten sich die Geschäftsführung
der Kliniken mit solchen Rufnummern mal Gedanken machen.
Zufriedene Patienten sind auch zufriedene Kunden, die Geld
bringen. Wenn sie wegbleiben, bleibt auch das Geld weg, bzw.
Defizite entstehen.




Gruß

Marbri




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[2.1.1.1.1.1] marbri antwortet auf marbri
26.12.2006 01:43
Benutzer marbri schrieb:
Benutzer marbri schrieb:
Benutzer wolfbln schrieb:
Vielen Dank für die Antworten.

Aber sich das Krankenhaus nach dem Telefonsystem auszusuchen, halte ich für etwas abwegig.

Warum nicht, wenn man es planen kann und nicht als Notfall eingeliefert wird. Nur so kann man diese Krankenhäuser, die sich solche Abz0ck-Nummern zulegen, dort treffen, worauf sie aus sind, nämlich beim Geld. Jeder Patient ist auch ein zahlender Kunde. Wenn auch meist nicht als Direktzahler, wenn er in der GKV ist, so doch als indirekter Zahler, denn seine Krankenkasse zahlt für ihn den Tagessatz von ca. 300 €, wie Du selbst schreibst, zuzüglich der durchzuführenden Therapie, bzw.
Operationen. Das ist ne Menge Geld. Und dafür kann man auch etwas verlangen, wie z.B. ein Telefon, das nicht über 01805-er Sonderrufnummern erreichbar ist. Wenn die "Patientenkunden" nicht zufrieden mit dem gebotenen Service sind, und sich stattdessen woanders behandeln lassen, brechen halt die Einnahmen weg. Dann erst findet bei Verantwortlichen ein Umdenken statt, denn ein Krankenhaus hat feste Kosten, und braucht deshalb auch unbedingt Einnahmen. Das könnte durchaus zur Folge haben, daß diese teuren Sonderrufnummern wieder ver-
schwinden und wieder normale Ortsnetzrufnummern geschaltet werden.
Mein Schwager war eh durch den Ärztestreik d.J. gezwungen, sich umzuhören, denn es war nicht absehbar, wann der Streik zu Ende sein würde. Außerdem hatte er eine Reise gebucht, und wollte vorher noch unbedingt seinen Blasenstein loswerden, denn dieser hätte sich jederzeit vor den Blasenausgang setzen können. Deshalb wollte er auf Nummer Sicher gehen und die OP noch vorm Urlaub durchführen lassen, bevor das vielleicht grad im Ausland passiert wäre und er dann wirklich dort als Notfall ins Kranken-
haus gemußt hätte. Also hat er sich dann auf mein Anraten hin umgehört, welches Krankenhaus in Wiesbaden und Umgebung ebenfalls eine urologische Abt. hat. Der Arzt dieser Abteilung hat wird auch recht gelobt. Und das war dann halt die Asklepios-Paulinenklinik und die Mainzer UNI-Klinik, die aber
ebenfalls 01805-er Nummern hat, die sich aber durch den Einsatz von Calling-Cards mit 0800-er Vorwahl umgehen lassen. Das St. Josefs-Hospital, das zwar normale Ortsnetzrufnummern hat, schied aber mangels urologischer Abteilung aus. So entschied
sích mein Schwager dafür, die OP in der Asklepios-Paulinenklinik vornehmen zu lassen. Vorteil gegenüber
Uniklinik
in Mainz: keine 01805-er Nummern! Die OP verlief auch ohne Probleme und mein Schwager war mit Arzt und KH sehr zufrieden. Er war längst schon wieder aus dem KH entlassen, da wurde an der städtischen Klinik immer noch gestreikt. Der Ärztestreik hat die Wiesbadener Klinik weitaus mehr gekostet, als eine angemessene Gehaltserhöhung der Ärzte und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, für die die Ärzte ja auch gestreikt haben, gekostet hätten. Das ohnehin bestehende Defizit wurde durch die Sturheit der Verantwortlichen nur noch vergrößert. Na ja, so wirtschaftlich
rechnen die halt!
Nach 6 Wochen Streik mußten sie dann einlenken, weil das Defizit jeden Tag um 200 000 € mangels aufgenommener Patienten und bestehender Fixkosten wuchs.(Es wurden seinerzeit nur Notfälle aufgenommen.) Seinen Urlaub konnte mein Schwager wie geplant und ohne Angst vor einer evtl. Not-OP im Ausland antreten.






Finde es aber auch eine
Unverschämtheit 25 cent für die Einheit (keiner weiß, wie lange die ist) ausgehend und 12 bzw. ab 1.1.07 14 cent/min eingehend vom Festnetz zu zahlen. Bei einem Tagessatz von ca. 300 Euro im
Krankenhaus übrigens.

Das mit der Überlistung eines alten Telefons geht nicht.
Es hat auch keine feste Nummer. Man muss eine Chipkarte in das Telefon schieben. Die Identifikation geht per MVP und nicht Impulsverfahren (kann man hören, wenn man die Wähltaste drückt.
Karte loggt sich ein.)

Interessant ist es, dass es sich auch um ein Krankenhaus des Asklepios-Konzerns handelt. Selbst die gleichen Krankenhaus(firmen) handeln das offenbar unterschiedlich.

Vielleicht liegts daran, daß an der Wiesbadener Asklepios- Klinik noch die ev. Kirche Anteile hält, die aus christlichen Grundsätzen die Einführung dieser Sonderrufnummern verhindert. Früher, bevor die Asklepios-Gruppe dort einstieg,
war das KH zu 100 % in ev. Trägerschaft.

Es mit der versteckten Festnetznummer zu versuchen, geht auch nicht. Bei Anruf auf mein Handy wurde sie mal mitgeschickt -
beim Rückruf erhält man eine Bandansage, dass "diese Nummer nicht mehr erreichbar ist" und man die 01805-Gasse wählen muss.

Ist wirklich eine skandalöse Abz*ckerei!

Wenn man ne Rechtsschutzversicherung hat, sollte man sich evtl.
von einem Anwalt sich beraten lassen, ob durch solche Sonderrufnummern nicht der Tatbestand der Nötigung vorliegt und wenn Aussicht auf Erfolg besteht, mit einer einstweiligen Verfügung dagegen vorgehen. Außerdem sind diese 0180-er Sonderrufnummern aus dem Ausland oft garnicht erreichbar, weil ausländische Telefongesellschaften nicht zu diesen Nummern durchstellen. Die kennen nur die hiesigen
Ortsnetzkennzahlen.
In den Wiesbadener städtischen Kliniken erging seit dem letzten Jahr jedenfalls die Anweisung an die Telefon-
zentrale, Anrufer aus dem Ausland weiterzuverbinden, wenn diese sagen, daß sie aus dem Ausland anrufen. Das aber auch erst, seit über den Fall einer Anruferin aus dem Ausland mal groß in der örtlichen Presse berichtet wurde, nachdem sich die Telefonzentrale geweigert hatte, eine deutsche Urlauberin, die aus Neuseeland ihre Tochter anrufen wollte, die in der städtischen Klinik früher als geplant entbunden hatte, zu verbinden. Diese Urlauberin kam von dort aus nicht mit der 01805-er Nummer zu ihrer Tochter durch, die ihr der Schwiegersohn gegeben hatte.
Sie wählte mit 0611-43-0 die Zentrale an und es wurde der frischgebackenen Großmutter erstmal die Weiterverbindung mit der Tochter verweigert. Es gab wohl erst mal Diskussionen darüber, ob sie nun mit ihrer Tochter verbunden wird oder nicht. Darüber ärgerte sich die Frau so sehr, daß sie sich nach ihrer Rückkehr an die örtliche Tageszeitung wandte und diese Unverschämtheit und Geldgier der Klinik durch die Presse ging.
Daraufhin gab die Klinikleitung Anweisung an die Telefonzentrale der Klinik, Anrufer, die sich als Anrufer aus dem Ausland zu erkennen geben, über die Zentrale zu dem Patienten weiterzuver- binden. Fazit: Wenn man aus Deutschland mit unterdrückter Rufnummer von einem Festnetzanschluß oder Handy anruft, muß man eigentlich nur sagen, man rufe aus dem dem Ausland, am besten Neuseeland, an und habe über die 01805-er Nummer mehrfach keine
Verbindung bekommen.

Wenn die Telefonzentrale einem Anrufer aus dem Ausland, aus dem keine Anwahl von 0180-er Nummern möglich ist, die Weiterverbindung zu seinem Angehörigen verweigert, erfüllte das meiner Meinung nach sowieso den Tatbestand der Nötigung und damit sollte man auch mal ruhig drohen, Anzeige zu erstatten.
Ich denke schon, daß sowas hilft. Man muß es nur mal probieren
und darf sich nicht alles gefallen lassen.

Außerdem kommen nur zufriedene Patienten wieder in ein Krankenhaus, in dem sie schon mal behandelt wurden zurück oder
empfehlen es weiter, sollte noch mal ein
Krankenhausaufenthalt notwendig werden. Unzufriedene Patienten werden, sollten sie nochmal in ein Krankenhaus müssen, dieses meiden,
und sich nach einem anderen Krankenhaus umschauen und ganz bestimmt keine Weiterempfehlung im Familien- oder Bekanntenkreis aussprechen, sondern eher auch dazu raten, sich ein anderes KH z.B auch wegen den teuren Sonderrufnummern zu suchen, obwohl die medizinisch Behandlung noch nicht mal schlechtgewesen sein muß. Aber welcher Patient will schon nach seiner Rückkehr eine 50 oder 100 € oder noch höhere Telefonrechnung bei einem vielleicht mehrwöchigem Aufenthalt vorfinden, weil ihn sein Ehepartner oder seinen Kinder nur über 01805.... erreichen konnten, zusätzlich zu der 10 € pro Tag fälligen Eigenbe- teiligung und Fahrtkosten, die für Besuche am Krankenbett ja auch noch anfallen. Wie soll denn z. B. ein Sozialhilfe- Hartz IV-Empfänger oder Leute mit kleiner Rente noch Geld übrig haben, solch teuren Rufnummern anzurufen, wenn sie nicht verhungern wollen. Darüber sollten sich die Geschäftsführung der Kliniken mit solchen Rufnummern mal Gedanken machen. Zufriedene Patienten sind auch zufriedene Kunden, die Geld bringen. Wenn sie wegbleiben, bleibt auch das Geld weg, bzw.
Defizite entstehen.




Gruß

Marbri

>PS: Kürzlich habe ich erfahren, daß das Bad Schwalbacher Kreiskrankenhaus seine 01805-er Nummern wíeder abgeschafft hat.
Vielleicht hat Patientenprotest ja doch was genutzt, oder sie
hatten auch Umsatzeinbrüche.


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[3] tb_m antwortet auf wolfbln
28.11.2006 15:31
Benutzer wolfbln schrieb:
Hallo.

Ein kurze Frage an die Gemeinde:
Kennt jemand eine Telefonkarte (prepaid) oder einen Anbieter, mit dem es möglich ist sog. deutsche Servicerufnummern 01805 - vom spanischen Festnetz zu erreichen?

Bin Kunde bei 107082 Telecom (www.107082.es). Über
die kann man deutsche 0180-Nummern anwählen.

CU

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[4] romank888 antwortet auf wolfbln
08.03.2007 07:15
Dein Vater sollte auf das Handyverbot scheißen, weil es meine Familie im Allgemeinen tut. Das ist am einfachsten.
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[4.1] marbri antwortet auf romank888
08.03.2007 11:49
Benutzer romank888 schrieb:
Dein Vater sollte auf das Handyverbot scheißen, weil es meine Familie im Allgemeinen tut. Das ist am einfachsten.

Stimmt! Aber man kann als Anrufer auch mit unterdrückter
Telefonnummer anrufen und behaupten, man rufe aus dem Ausland,
z.B. Luxemburg an und bekäme über die 0180-er Nummer keinen
Anschluß:-)), dann sollte man in den allermeisten Fällen durchgestellt werden. Habe das letztens bei einem Anruf bei
der Postbank so gemacht und wurde dann sofort weiterverbunden,
nachdem mir zuerst gesagt wurde, ich solle die 01803-er Nummer
anrufen.

Gruß Marbri