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Limit bei anderen Netzbetreibern?


09.03.2010 10:56 - Gestartet von skyrock
Bisher habe ich nur von der Begrenzungsmöglichkeit bei E+ gelesen. Wie sieht das bei den anderen Netzbetreibern aus?
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[1] koelli antwortet auf skyrock
09.03.2010 12:38

einmal geändert am 09.03.2010 12:46
Schade, dass sich die Netzbetreiber mal wieder nur an die Mindestforderungen halten.
Kundenfreundlicher wäre es gewesen, einen deutlich niedrigeren Airbag für Datenroaming anzubieten, etwa 20 Euro. Oder besser noch ein frei definierbares Limit.
Im Übrigen ist es ja sehr interessant, dass man diese Limits nun überhaupt angeben kann. Bedeutet das doch, dass Roaming-Kosten sehr wohl in Echtzeit in Deutschland vorliegen. Früher wurde ja immer behauptet, durch die verzögerte Lieferung der Abrechnungsdaten könnten auch noch 1-2 Monate später Auslandskosten auf der Rechnung erscheinen.
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[1.1] luke_s antwortet auf koelli
11.03.2010 12:36
Benutzer koelli schrieb:
Im Übrigen ist es ja sehr interessant, dass man diese Limits nun überhaupt angeben kann. Bedeutet das doch, dass Roaming-Kosten sehr wohl in Echtzeit in Deutschland vorliegen. Früher wurde ja immer behauptet, durch die verzögerte Lieferung der Abrechnungsdaten könnten auch noch 1-2 Monate später Auslandskosten auf der Rechnung erscheinen.

Bei abgehenden Gesprächen im Ausland wird mit Ausnahme des HLRs ausschließlich das Mobilfunknetz im Roamingland benutzt. Deshalb können im Heimatland keine Billingdaten erfasst werden. Die Abrechnung ist erst nach der Übertragung der Daten zum Heimatnetzbetreiber möglich, was der Grund für die Verzögerung ist.

Der Aufbau von Datenverbindungen erfolgt dagegen immer über den Server (APN -> GGSN) des Heimatnetzbetreibers. Die Daten gehen nicht lokal ins Internet, sondern werden in die Heimat übertragen und dort weiter geroutet. Deshalb können alle Services auch im Ausland genutzt werden und deshalb ist die Erfassung der Roaminggebühren ohne Verzögerung möglich.
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[1.1.1] koelli antwortet auf luke_s
11.03.2010 12:53
Benutzer luke_s schrieb:
Bei abgehenden Gesprächen im Ausland wird mit Ausnahme des HLRs ausschließlich das Mobilfunknetz im Roamingland benutzt. Deshalb können im Heimatland keine Billingdaten erfasst werden. Die Abrechnung ist erst nach der Übertragung der Daten zum Heimatnetzbetreiber möglich, was der Grund für die Verzögerung ist.

Dann frage ich mich aber, wieso die Guthabenansage bei Prepaidkunden auch im Ausland SOFORT nach dem Roaming-Anruf den richtigen, reduzierten Kontostand ansagt???
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[1.1.1.1] luke_s antwortet auf koelli
12.03.2010 13:32
Benutzer koelli schrieb:
Benutzer luke_s schrieb:
Bei abgehenden Gesprächen im Ausland wird mit Ausnahme des HLRs ausschließlich das Mobilfunknetz im Roamingland benutzt. Deshalb können im Heimatland keine Billingdaten erfasst werden. Die Abrechnung ist erst nach der Übertragung der Daten zum Heimatnetzbetreiber möglich, was der Grund für die Verzögerung ist.

Dann frage ich mich aber, wieso die Guthabenansage bei Prepaidkunden auch im Ausland SOFORT nach dem Roaming-Anruf den richtigen, reduzierten Kontostand ansagt???

Prepaid und Postpaid benutzen unterschiedliche Abrechnungssysteme. Die Abrechnung der Postpaid-Kunden erfolgt nach Auswertung der gesammelten Billingdaten, die aus den verschiedenen Systemen (MSC, GGSN, SMSC etc.) gezogen werden. Die Abrechnung erfolgt deshalb im Inland wie auch im Ausland verzögert.

Prepaid-Kunden sind im 'Intelligent Network' realisiert, eine Erweiterung des eigentlichen Mobilfunknetzes. Bei jedem Anruf oder sonstigen Ereignis muss eine direkte Verbindung zum IN bestehen, damit das Prepaid-Konto online aktualisiert werden kann. Das ist auch im Roamingfall notwendig. Deshalb gibt es im Ausland unterschiedliche Varianten. Die einfache Version ist das Callback-Verfahren. Hier läuft ein Gespräch immer durch das Heimatnetz, um die Verbindung zum IN zu realisieren.

Inzwischen unterstützen immer mehr Netzbetreiber die sog. CAMEL-Signalisierung (http://en.wikipedia.org/wiki/Customised_Appl­ications_f­or_Mobile_­networks_E­nhanced_Logic). Sie realisiert die direkte Kommunikation des Roamingnetzes mit dem IN des Heimatnetzes auch ohne Callback. Jedes Gespräch / SMS etc. kann online dem Kundenkonto belastet werden. Ein Gespräch kann bei leerem Konto sogar unterbrochen werden.

Langer Rede, kurzer Sinn: bei Prepaidkarten wird der Verbrauch online zum Heimatnetzbetreiber übertragen, bei Postpaidkunden nicht!

Viele Grüße
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[1.1.1.1.1] koelli antwortet auf luke_s
12.03.2010 16:26
Benutzer luke_s schrieb:
Langer Rede, kurzer Sinn: bei Prepaidkarten wird der Verbrauch online zum Heimatnetzbetreiber übertragen, bei Postpaidkunden nicht!

Viele Grüße

Vielen Dank für die interessante Erklärung!
Somit ist das Abrechngssystem für Vertragskunden ja schlechter/altmodischer als bei Prepaidkunden.

Und ich hab mich immer gefragt, warum bei simyo online ein tagesaktueller EVN einsehbar ist und beim BASE-Vertrag nicht.
Da sollten die Netzbetreiber mal nachbessern und auch bei Verträgen ein Live-Billing ermöglichen.

Naja, die Preise sind bei Prepaid mitlerweile ja auch oft besser als bei Vertragstarifen.