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Abschaffung von Roaming nicht zwangsläufig von Vorteil


21.05.2015 13:19 - Gestartet von lockkopf
Mir wäre es lieber, die Roaming-Grenzen würden auch für nationale Tarife gelten. Muss ich in Zukunft in der EU für meine SMS nach nationalem Tarif zahlen, kostet das 20 ct/SMS im (jeweiligen?) Inland (oder nur nach Deutschland?) und 30 ct/SMS ins (jeweilige?) Ausland (oder nicht nach Deutschland?). Das ist wesentlich teurer als mit Roaming, wo ich EU-weit immer nur 7,14 ct/SMS zu zahlen haben. Außerdem wäre - wie von mir angemerkt - noch zu klären, was dann jeweils als Inland und Ausland zu verstehen ist (ist Deutschland oder das Gastland dann Inland).
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[1] Christian_Wien antwortet auf lockkopf
21.05.2015 22:38
Benutzer lockkopf schrieb:
Mir wäre es lieber, die Roaming-Grenzen würden auch für nationale Tarife gelten.

Dein Wunsch ist zwar verständlich, aber nicht durchsetzbar, weil die nationalen Preise die EU (noch) nichts angehen.
Wenn dies nicht so wäre, dann müßten z.B. auch die unterschiedlichen Preise bei Lebensmitteln und Konsumgütern sowie Steuersätze reguliert werden.


Muss ich in Zukunft in der EU für meine SMS nach nationalem Tarif zahlen, kostet das 20 ct/SMS im (jeweiligen?) Inland (oder nur nach Deutschland?) und 30 ct/SMS ins (jeweilige?) Ausland (oder nicht nach Deutschland?). Das ist wesentlich teurer als mit Roaming, wo ich EU-weit immer nur 7,14 ct/SMS zu zahlen haben. Außerdem wäre - wie von mir angemerkt - noch zu klären, was dann jeweils als Inland und Ausland zu verstehen ist (ist Deutschland oder das Gastland dann Inland).

Inland ist klarerweise immer das Land deines Heimatnetzbetreibers.
Wenn gesonderte Roamingkosten EU-weit komplett wegfallen, dann gilt überall dein nationaler Tarif.
D.h., daß du dann eben kostenlos in den EU-Ländern angerufen werden kannst und abgehend deine Tarifkonditionen gelten.
Du kannst dann z.B. bei einer Allnet-Flatrate von Italien kostenlos Teilnehmer in Deutschland (ausgenommen natürlich Sonder- und Mehrwertnummern) anrufen.
Ein Anruf von Italien in andere EU-Länder ausgenommen Deutschland kostet dich dann den Tarif, den du auch bisher von Deutschland in das jeweilige Land zahlen mußt.
Gleiches gilt für SMS.
Allerdings kannst du teure Auslandspreise deines Netzbetreibers dann EU-weit genauso wie bisher in Deutschland durch Nutzung von Callthrough-Diensten umgehen oder vom Smartphone via VoIP-Diensten unter Nutzung deines tariflichen Datenvolumens führen.
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[1.1] wolfbln antwortet auf Christian_Wien
22.05.2015 14:14

3x geändert, zuletzt am 22.05.2015 14:21
Benutzer Christian_Wien schrieb:

Allerdings kannst du teure Auslandspreise deines Netzbetreibers dann EU-weit genauso wie bisher in Deutschland durch Nutzung von Callthrough-Diensten umgehen oder vom Smartphone via VoIP-Diensten unter Nutzung deines tariflichen Datenvolumens führen.

Außer Dein Handy läuft im Netz des ehem. Marktführers Deutsche Telekom. Dieser blockt weiter viele VoIP-Dienste für seine Kunden. Die Werbeaktion zum neuen Euro-Tarif: "Europa wird Eins" ist dann für viele Skype-Nutzer nur als Hohn aufzufassen:
Kostprobe: http://www.youtube.com/watch?v=4atCZdikvnM

In den Niederlanden ist dies z.B. dem dortigen Marktführer KPN ausdrücklich verboten worden. KPN musste heftig Strafe zahlen wegen einem Verstoß gegen das dortige Netzneutralitätsgesetz, das Blocken von VoIP verbietet.

Wir kochen schön weiter unser Süppchen. Jemand schon mal auf die Idee gekommen, dass ein Blocken bestimmter Dienste (ich meine jetzt keine illegalen) gegen die Idee der Netzneutralität verstoßen könnte???
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[1.1.1] IMHO antwortet auf wolfbln
23.06.2015 13:32
Benutzer wolfbln schrieb:
Benutzer Christian_Wien schrieb:

Wir kochen schön weiter unser Süppchen. Jemand schon mal auf die Idee gekommen, dass ein Blocken bestimmter Dienste (ich meine jetzt keine illegalen) gegen die Idee der Netzneutralität verstoßen könnte???

Unsere Politiker kochen ein Süppchen. Es lautet hohe Oligopolgewinne für Telefonate und SMS sichern einen hohen Marktwert der Mobilfunker und garantieren dem Finanzinister hohe Frequenz-Lizenz-Erlöse.

Schon mal auf die Idee gekommen, dass die "linke Bazillenidee der Netzneutralität" die Amigowirtschaft bei der Selbstbedienung stört? Mal sehen, ob Dobrindt nach dem Verteilen der DSL-Ausbau-Subventions-Milliarden später bei der dt. Telekom auch so einen Pofalla/Bahr-Posten bekommt. Schließlich beweist er durch sein Verhalten ja eine gewisse "Expertise", die ihn für einen Posten in der Privatwirtschaft prädestiniert.
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[2] lucky2029 antwortet auf lockkopf
23.06.2015 14:34
Vielleicht ist es dann interessant einfach seinen Mobilfunktarif in einem anderen EU Land zu besorgen.

Ist doch eigentlich egal ob man deine Deutsche Rufnummer hat oder nicht.
Besonders dann wenn es um reine Daten Tarife geht.
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[3] Leiter Kundenverarsche³ antwortet auf lockkopf
23.06.2015 16:44
Benutzer lockkopf schrieb:
Mir wäre es lieber, die Roaming-Grenzen würden auch für nationale Tarife gelten.

Mir aber nicht. Ich zahle derzeit 9 Cent pro SMS und Minute über mein kleines Freikontingent hinaus. Das zahle ich zur Not auch gerne im Ausland.

Muss ich in Zukunft in der EU für meine SMS nach nationalem Tarif zahlen, kostet das 20 ct/SMS im (jeweiligen?) Inland (oder nur nach Deutschland?) und 30 ct/SMS ins (jeweilige?) Ausland (oder nicht nach Deutschland?).

Na und? Das ist doch dein höchstpersönliches Pech. Dann nimm' dir halt künftig einfach einen anderen Tarif und die Sache ist geritzt. Wenn du dir einen Tarif mit Mondpreisen buchst, sollten das doch nicht all diejenigen ausbaden müssen die in der Sache klüger agieren als du.

Das > ist wesentlich teurer als mit Roaming, wo ich EU-weit immer nur 7,14 ct/SMS zu zahlen haben. Außerdem wäre - wie von mir angemerkt - noch zu klären, was dann jeweils als Inland und Ausland zu verstehen ist (ist Deutschland oder das Gastland dann Inland).

Wie gesagt - pech. Auch für mich würde der SMS-Versand dadurch ein wenig teurer. Viel wichtiger ist mir aber, dass ich künftig für ankommende Gespräche nicht weiterhin blechen muss, denn dann wird meine weltweite Homezone erst so richtig lohnenswert... ;-)

Eine Unterscheidung zwischen In- und (EU-)Ausland wird es bezogen auf den nationalen Markt natürlich nicht mehr geben. Wenn du im Ausland einen ausländischen Anschluss anrufst, wird es weiterhin eine andere Tarifierung geben. Alles andere wäre auch absurd und würde zu MASSIVEN VERWERFUNGEN auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt führen. Eine Deutsche Allnetflat gilt ja für Verbindungen zu den nationalen Providern im Fest- und Mobilfunknetz. Wenn du dich im "deutschen" Inland aufhältst, musst du erhöhte Kosten in Kauf nehmen oder zusatztarife Buchen um bessere Konditionen für Gespräche ins Ausland zu erhalten. Mit dem angedachten Reformpaket wäre es eben so, dass - logischerweise - das gesamte Gebiet der europäischen Union nun als Inland bei der Tarifierung gelten würde. Rufst du künftig z. B. in Spanien von deiner deutschen SIM eine andere deutsche SIM an, gelten künftig die Inlandkonditionen, rufst du dort hingegen eine spanische oder portugiesische SIM an, gilt entsprechend der für dich jeweils gültige Auslandstarif bzw. ggf. die in einer EU-Verordnung festgelegten Höchstentgelte. Logisch, oder?