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Datenmißbrauch bei D2 CallYa


14.04.2002 01:59 - Gestartet von fuispinne
Ich habe vor zwei Tagen einen Brief von D2 vodafone erhalten, indem ich darin erinnert wure, daß ich mein Prepaid-Konto aufladen soll. Da ich ein Vertragshandy von der Konkurrenz habe, war ich zunächst über den Inhalt verwirrt, da auch meine angebliche D2-CallYa-Nummer aufgeführt wurde. Nach mehreren Telefonaten mit D2 stellte sich heraus, daß vor 14 Monaten auf meinem Namen und wahrscheinlich mit einer Ausweiskopie (ich habe meinen Ausweis nicht verloren) eine D2-CallYa-Box in einem Großmarkt gekauft wurde. Ich habe "meine" D2 Nummer angerufen und jemanden erreicht, der nicht seinen Namen nannte. Eine Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt war auch nicht gerade sehr ermutigend, da mir ja kein Schaden entstanden sei und der Beamte mit den Abläufen bei Handyverträgen oder Prepaidhandys überhaupt nicht vertraut war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies ein Einzelfall ist. Hätte mir D2 gleich nach dem Kauf dieser CallYa Box einen Brief geschickt, wäre mir dieser Mißbrauch aufgefallen und ich hätte sofort diese Nummer sperren lassen können. Aber D2 ist anscheinend nur an dem Verkauf seiner Karten interessiert, da im Brief gleichzeitig eine Überweisung enthalten war. Ich bin sehr daran interessiert, ob es ähnliche Fälle gibt und wie man sich in Zukunft davor schützen kann.

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[1] mhnews antwortet auf fuispinne
14.04.2002 10:49
Benutzer fuispinne schrieb:
Ich habe vor zwei Tagen einen Brief von D2 vodafone erhalten, indem ich darin erinnert wure, daß ich mein Prepaid-Konto aufladen soll. Da ich ein Vertragshandy von der Konkurrenz habe, war ich zunächst über den Inhalt verwirrt, da auch meine angebliche D2-CallYa-Nummer aufgeführt wurde. Nach mehreren Telefonaten mit D2 stellte sich heraus, daß vor 14 Monaten auf meinem Namen und wahrscheinlich mit einer Ausweiskopie (ich habe meinen Ausweis nicht verloren) eine D2-CallYa-Box in einem Großmarkt gekauft wurde. Ich habe "meine" D2 Nummer angerufen und jemanden erreicht, der nicht seinen Namen nannte. Eine Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt war auch nicht gerade sehr ermutigend, da mir ja kein Schaden entstanden sei und der Beamte mit den Abläufen bei Handyverträgen oder Prepaidhandys überhaupt nicht vertraut war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies ein Einzelfall ist. Hätte mir D2 gleich nach dem Kauf dieser CallYa Box einen Brief geschickt, wäre mir dieser Mißbrauch aufgefallen und ich hätte sofort diese Nummer sperren lassen können. Aber D2 ist anscheinend nur an dem Verkauf seiner Karten interessiert, da im Brief gleichzeitig eine Überweisung enthalten war. Ich bin sehr daran interessiert, ob es ähnliche Fälle gibt und wie man sich in Zukunft davor schützen kann.

Ihr Fall ist sicher kein Einzelfall, wie die zahlreichen
"voraktivierten" PrePaid-Karten zeigen (u.a. bei eBay).
In Stuttgart wurden mir ebenfalls voraktivierte Karten
angeboten. Möglicherweise werden hier Netzbetreiberaktionen
ausgenutzt (wie Prämien).

Unklar ist, ob die Voraktivierung mit Ausweisdaten von
anderen Dritten durchgeführt wird oder nur Adressdaten
z.B. aus Telefonbüchern verwendet werden.
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[1.1] fuispinne antwortet auf mhnews
14.04.2002 11:12
D2 hatte auch mein Geburtsdatum, daher können die Daten nicht aus dem Telefonbuch stammen. Bis auf meine Hausnummer (eine Zahl wurde vergesssen) stimmen meine Daten. Meine Personalausweisnummer war anscheinend nicht bei D2 gespeichert, obwohl ich nur sehr zögerlich Auskunft erhalten habe, da ich "meine" Kundenkennzahl nicht kenne. Ich glaube kaum, dass meine Anzeige Klarheit in den Vorfall bringt, aber es ist für mich die einzige Möglichkeit gewesen, mich von dieser Nummer zu distanzieren. Man weiß ja schließlich nicht, ob diese Nummer auch für Straftaten genutzt wird. Würden die Netzbetreiber sorgfältiger arbeiten und den Markt nicht mit Prämien füttern, wäre dieses Geschäft nicht rentabel. Aber anscheinend lohnt es sich noch, diese Handys bei ebay zu versteigern...
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[1.1.1] fuispinne antwortet auf fuispinne
14.04.2002 13:59
Diese Informationen habe ich bei den Rechtsanwälten www.flick-sass.de gefunden:


Vorregistrierte Pre-Paid-Karten für Handys:

(Zur 3-sat Fernsehsendung di@lneues vom 15.10.2001)

In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Ungereimtheiten, wenn Kunden über das Internet Pre-Paid Karten gekauft haben. Bei diesen Karten fehlten zum einen die Registrierungskarten und waren zum anderen bereits für einen unbekannten Dritten registriert. Zwar war das Guthaben noch unangetatstet aber ein völlig unbekannter war bereits ohne dessen Wissen für diese Karte und damit für diese Telefonnummer als Kunde registriert (mit Angabe einer Personalausweisnummer!).

Nun fragt man sich zunächst, was der Grund für diese Vorregistrierung ist. Das kann zum einen an einer gewünschten Vereinfachung liegen, weil dadurch die Registrierung über das Internet entfällt. Allerdings ist diese auch gar nicht notwendig, kann sich doch der Käufer der Karte später selbst bei einem Provider registrieren lassen. Es steht vielmehr zu vermuten, dass die bei Online-Auktionen massenhaft angebotenen vorregistrierten Prepaid-Karten ein Abfallprodukt krimineller Handlungen sind:
Dabei werden die Preise der subventionierten Pre-Paid-Starter-Packete ausgenutzt. Eigentlich sind die Pre-Paid-Starter-Handys mit einem sog. SIM-Lock ausgestattet. Der Käufer kann dieses Handy erst nach Ablauf von 2 Jahren frei nutzen oder er erhält gegen Zahlung von z.B. 200,00 DM einen SIM-Lock-Code, der das Handy für alle Dienste entsperrt. Nun kann man diesen Code aber auch durch Manipulationen an der Software, an dem Gerät oder aber auch durch Aufspielen einer neuen Software knacken. Fast alle diese Handlungen können als strafbar eingestuft werden. Dennoch werden diese geknackten Subventions-Handys vor allem im Ausland zum regulären Preis verkauft. Man schätzt sogar, dass zwei Drittel des gesamten russischen Handy-Marktes mit diesen Grauimporten beliefert werden (vgl. Nachricht v. 02.04.2001 bei heise.de).

Quasi als "Abfallprodukt" bleiben dabei auch viele Pre-Paid-Karten übrig. Diese werden entweder für Anrufe auf eigene 0190er-Nummern verbraucht oder eben über das Internet verkauft und dabei oft auch vorab registriert. Hierzu bleibt zunächst anzumerken, dass die Erstellung einer falschen Registrierungskarte eine Urkundenfälschung sowie eine strafbare Datenverarbeitung nach ¤ 44 BDSG darstellen kann. In jedem Fall ist aber vom Kauf solcher vorregistrierten Pre-Paid-Karten abzuraten, weil z.B. die Benutzbarkeit im Ausland oft eingeschränkt ist. Auch könnte man bei eventuellen Nachteilen für die tatsächlich registrierte Person unter Umständen mithaften.

Nach einem Urteil des VG Köln sind die TelCo-Provider im übrigen auch nicht verpflichtet, die Identität der Kunden, die über das Internet Pre-Paid-Karten erhalten, bei deren Registrierung zu überprüfen. Allerdings hat die RegTP gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Die Behörde sieht die Provider aufgrund der bestehenden Leitlinien bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung des OVG Münster (Termin wohl erst im Herbst 2002) auch weiterhin verpflichtet, Daten der Teilnehmer zu überprüfen. Offensichtlich geschieht dies aber nicht im erforderlichen Maße.

Der Betroffene, dessen Daten für die Registrierung missbraucht wurden, sollte diesen Datenmissbrauch nicht hinnehmen. Zwar sind vermögensrechtliche Nachteile wegen der an das Guthaben gebundenen Leistungsbeschränkung eher gering. Doch gilt der registrierte Kartennutzer zunächst als Urheber aller unter dieser Karte telefonierten Gespräche. Dies kann erhebliche Nachtreile z.B. bei Überwachungsmaßnahmen haben, wenn von dem Pre-Paid-Anschluss beispielsweise Verbrechen geplant wurden. Auch würde gegen ihn z.B. bei von diesem Kartenguthaben ausgeführten Drohanrufen ermittelt. Dies sind erhebliche Nachteile, die nicht hinzunehmen sind. Der Betroffene kann daher bei dem jeweiligen Provider zunächst Aukunft über Art, Herkunft und Umfang der Datenerhebung verlangen. Er kann dann auch negative Feststellung verlangen, dass eine Vertrag nicht bestehe und Telefonate über die registrierte Rufnummer von ihm nicht geführt wurden. Bei Vorliegen weiterer Umstände kann er dann auch Löschung oder Sperrung der Daten verlangen.


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[1.1.2] handy-experte antwortet auf fuispinne
14.04.2002 16:04
Ich habe bei Ebay auch mal eine Loop-Karte ersteigert. Im Loop Kontomanager konnte ich dann feststellen, daß sie auf einen Ivo XXX aus Hamburg registriert ist. Keine Ahnung, ob es eine Fake-Adresse ist oder ob es ihn wirklich gibt.

Der Verkäufer war jemand mit -zig Tausend Bewertungen, also scheint das bei solchen Fällen durchaus der Standard zu sein.

Egal, ob CallYa, Xtra, Loop oder was auch immer.
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[1.1.2.1] T-Gastarbeiter antwortet auf handy-experte
14.04.2002 19:39
Benutzer handy-experte schrieb:
Ich habe bei Ebay auch mal eine Loop-Karte ersteigert. Im Loop Kontomanager konnte ich dann feststellen, daß sie auf einen Ivo XXX aus Hamburg registriert ist. Keine Ahnung, ob es eine Fake-Adresse ist oder ob es ihn wirklich gibt.

Der Verkäufer war jemand mit -zig Tausend Bewertungen, also scheint das bei solchen Fällen durchaus der Standard zu sein.

Egal, ob CallYa, Xtra, Loop oder was auch immer.

Habe mir vor ueber einem Jahr eine Callya Karte auf dem Flomarkt gekauft.... Es gab sie an einem Stand wo ca. 100 Callya Boxen lagen.... Die Callyakarte funzt immer noch!