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00800-Nummer 3€/min statt kostenlos


26.10.2012 10:45 - Gestartet von ribo
2x geändert, zuletzt am 26.10.2012 11:00
Wir haben im einem Frankreich/Spanien-Reise mehrfahch die als kostenlose 00800-Nummer von hotel.de angerufen. Diese wird auf der Homepage als kostenfreie Anrufmöglichkeit auch von diesen Ländern gepriesen, ohne einen Hinweis auf Ausnahmen.
Nach 5 Anrufen haben wir am Ende eine Rechnung von ca. 200€ bekommen und niemand will Schuld sein. Hotel.de sagt es liegt daran, dass ihr amerikanischer Telefonprovider nicht mit den lokalen Providern zusammenarbeitet und dass sie für den Schaden nicht aufkommen. Die Bundesnetzagentur sagt, sie vergeben nur 0800-Nummern und sind nicht zusändig. Die Politiker erzählen alle Gespräche innerhalb Europas sind gedeckelt.
Ich habe erwogen hotel.de zu verklagen, weil sie sich einen Vorteil verschaffen durch die Behauptung die Nummer wäre kostenlos ohne dies einuschränken. Aber was ist, wenn es wirklich nicht an hotel.de liegt und die Provider Mist machen. Wer verschafft uns unsere zu Unrecht gezahlten 200€ wieder ? An wen kann man sich wenden ? (die Verbraucherberatung hat auch nur einen Anrufbeantworter und ruft nicht zurück).
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[1] ToWo antwortet auf ribo
26.10.2012 11:05

3x geändert, zuletzt am 26.10.2012 11:08
Hi,

da wirst Du Dich an Deinen Provider wenden müssen, hotel.de kann da definitiv nichts dafür!
00800er Nummer sind (für den Anrufer) kostenlose Rufnummern, deren Gebühren vom Angerufenen übernommen werden. Wenn es nun irgendwelche Provider gibt, die dem Anrufer trotzdem Gebühren (in welcher Höhe auch immer) berechnen, dann ist das dem Vertragsverhältnis des Anrufers mit seinem Provider geschuldet. Hotel.de bekommt davon weder etwas mit noch etwas von dem Geld ab!

Außerdem; Lesen bildet!
Zitat von der hotel.de Webseite: "Bei Anrufen aus dem Mobilfunknetz können im / aus dem Ausland Gebühren entstehen (Kosten abhängig von Ihrem Mobilfunkanbieter)." >>>Fazit: Selber Schuld!

Grüße
ToWo
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[1.1] ribo antwortet auf ToWo
26.10.2012 12:10

3x geändert, zuletzt am 26.10.2012 13:41
Danke für die Antwort. Der Hinweis "Bei Anrufen aus dem Mobilfunknetz können im / aus dem Ausland Gebühren entstehen" ist neu. Da ich mir das schon gedacht hab, hab ich Screenshots und Audruck der alten Seite, auf der der Hinweis fehlt.

Hier noch die Erklärung von hotel.de:
"Nach Rücksprache mit meinen Vorgesetzten wurde mir übermittelt, dass die Gebühr für Telefonate von Ihrem Mobiltelefon aus berechnet wurde, weil Sie aus der EU angerufen haben und hier die Richtlinie für Roaming Telefonate nicht greift.

Da unser Netzbetreiber Verizon mit Sitz in der USA hier nicht mit den französischen und spanischen Netzbetreibern zusammenarbeitet, wurden Ihnen Gebühren in Höhe von 3,00 € pro Minute für die Bereitstellung dieses Netzes berechnet. Über das Festnetz oder die Telefonzelle wären alle Gespräche für Sie kostenlos gewesen.

Leider können wir Ihnen in diesem Fall keine Erstattung der Kosten gewährleisten."

Da es sich um ein Firmentelefon eines großen Betriebes handelt, ist es entsprechend schwierig überhaupt Vertragsdetails oder Ansprechpartner zu finden. Bleibt die Frage: Ist hotel.de nicht in der Pflicht wenn sie die Nummer bewerben OHNE auf Ausnahmen hinzuweisen. (So hat sich jedenfalls ein Redakteur der ct ausgedrückt). Der Provider wurde natürlich befragt und die Antwort war glaube ich, dass er nur die Forderungen weiterleitet.

Es kann doch nicht sein, dass bei 00800-Nummer in der Regel der Angerufene bezahlt, vielleicht aber auch nicht. Dass muss doch vorher klar sein und dann auch für alle Anrufe gelten für die keine Ausname verkündet wird. Es besteht nach meinem Verständnis eine Vertragsbeziehung zw. dem Provider und dem Angerufen der die Kosten übernimmt. Diese Verplichtung kann doch nicht davon abhängen wie der Anruf geroutet wird, mit der Folge, dass mal die Kosten übernommen werden und mal nicht. Das kann doch kein Anrufer wissen.

Was ist zu tun ?
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[1.1.1] raio-k antwortet auf ribo
27.10.2012 19:30
Benutzer ribo schrieb:
Es kann doch nicht sein, dass bei 00800-Nummer in der Regel der Angerufene bezahlt, vielleicht aber auch nicht. Dass muss doch vorher klar sein und dann auch für alle Anrufe gelten für die keine Ausname verkündet wird. Es besteht nach meinem Verständnis eine Vertragsbeziehung zw. dem Provider und dem Angerufen der die Kosten übernimmt. Diese Verplichtung kann doch nicht davon abhängen wie der Anruf geroutet wird, mit der Folge, dass mal die Kosten übernommen werden und mal nicht. Das kann doch kein Anrufer wissen.

Was ist zu tun ?

Hier auf teltarif gibt es einen Artikel zu - 0800 und 00800: Die kostenlosen Vorwahlen. Interessant ist hier der der letzte Abschnitt - 00800: Freephone international:

"Das gilt jedoch nicht, wenn sich jemand mit einem deutschen Handy im Ausland befindet. Hier berechnen die Anbieter teilweise Gebühren - genau so, wie zu lokalen kostenfreien Rufnummern."

http://www.teltarif.de/i/sonderrufnummern-...

Interessant?! Dies war mir derzeit aber auch noch nicht bekannt :(
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[1.1.1.1] peso antwortet auf raio-k
28.10.2012 00:56
wir hatten dieses thema schon vor vielen jahren. die auskunft war seinerzeit, von der regtp, das eine freephonenummer nicht bepreist werden darf.

wir haben seinerzeit bei vodafone einen widerspruch eingelegt und das geld einbehalten. unser ziel war es, dass vodaone uns verklagt. das hat man wohlweislich nicht gemacht und lieber auf das geld verzichtet. was im tarifheft steht, ist völlig egal. das hat man ja nicht dabei.

unsere argumentation war seinerzeit, dass eine freephonenummer nichts kosten darf. die kosten übernimmt immer der angerufene. wenn der angerufene mit bestimmten anbietern keine leistungsvertrag hat, dann hat er gefälligst die verbindung zu sperren und nicht heimlich was zu berechnen. hier liegt schon der anfangsverdacht eines betruges vor.

ich würde eine einwendung fertigen, dass geld einbehalten und abwarten. kaum zu erwarten, dass die bande klagt. der schuss könnte nach hinten losgehen.

wenn freephone draufsteht, muss auch freephone drinsein.

interessant war seinerzeit auch der klageort. hätte man uns im ausland verklagt, wäre es uns egal gewesen. hätte uns vodafone im inland verklagt, gilt deutsches recht und das ist 00800 kostenlos.

die mobilfunkanbieter meinen immer noch, dass gesetze für diese nicht gelten. da werden rechtsauskünfte gegeben, die einer juristischen prüfung kaum standhalten werden.

hier denke ich gerade an die einführung einer tarifwechselpämie für bestandskunden der telekom-mobil und die heimliche änderung der agb im mai.


peso
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[1.1.1.1.1] ribo antwortet auf peso
29.10.2012 09:20
Prima wenn es bei euch geklappt hat. Das Geld einbehalten ist in unserem Fall kaum durchführbar, da es sich um Firmentelefon eines Konzern handelt. Da wäre wahrscheinlich einige damit überfordert, dass zu organisieren.
Zu freephone: Die 00800-Nummern werden von einer internationalen Agentur (in der Schweiz ?) vergeben. Das Anrufe kostenlos sind, ist angeblich eine Empfehlung, die umgesetzt werden kann oder auch nicht.
Inzwischen hat hotel.de ja den Hinweis ergänzt, dass Anrufe von Mobiltelefonen zu Gebühren führen können. Es ist daher die Frage, ob hotel.de haftbar gemacht werden kann, wenn dieser Hinweis fehlt, es so zu einen unwahren Behauptung kommen kann, von der hotel.de dann noch profitiert (unlauterer Wettbewerb ?).
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[1.1.1.1.1.1] b-zeichen antwortet auf ribo
01.11.2012 18:12
Der Fall ist doch wie geschaffen für eine Redaktion (Zeitung/TV), die sich für die Rechte ihrer Leser/Zuschauer einsetzt und vor Kostenfallen warnt.
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[1.1.1.2] Christian_Wien antwortet auf raio-k
01.11.2012 22:22

einmal geändert am 01.11.2012 22:32
Benutzer raio-k schrieb:


Hier auf teltarif gibt es einen Artikel zu - 0800 und 00800: Die kostenlosen Vorwahlen. Interessant ist hier der der letzte Abschnitt - 00800: Freephone international:

"Das gilt jedoch nicht, wenn sich jemand mit einem deutschen Handy im Ausland befindet. Hier berechnen die Anbieter teilweise Gebühren - genau so, wie zu lokalen kostenfreien Rufnummern."

http://www.teltarif.de/i/sonderrufnummern-...

Interessant?! Dies war mir derzeit aber auch noch nicht bekannt :(


00800 sind internationale Freephone Nummern, welche - wie der Name schon sagt - auch vom Ausland her kostenlos für den Anrufer erreichbar sein müssen, wenn der Nummerninhaber bereit ist, die vom jeweiligen Netz anfallenden Gebühren zu übernehmen.
Somit müßten eigentlich solche Nummern auch im Roaming kostenlos erreichbar sein.
Ob da irgendwelche Vertragsgestaltungen im Hintergrund Kosten zulassen, kann dem Anrufer egal sein, da aus der Nummerndefinition die internationale Gebührenfreiheit definiert wird.
Wenn ein Nummerninhaber Anrufe bestimmter teurer Ziele kostenmäßig nicht tragen will, dann muß er diese eben entsprechend sperren (lassen).
So versuchen offenbar manche Netzbetreiber, sich auf Kosten von Kunden ein Körberlgeld zu machen, weil es offenbar (noch) nicht viele betrifft und die meisten wohl den strittigen Betrag nicht (notfalls gerichtlich) anfechten werden.
Erst wenn massive Beschwerden und/oder extreme Preise verlangt werden, wird es wohl zu einer definitiven Aussage bzw. Reaktion der Aufsichtsbehörden kommen.


Bei den nationalen Freephone Nummern 0800 hingegen ist klar, daß sich die Gebührenfreiheit prinzipiell nur auf nationale Anrufe aus dem jeweiligen Land bezieht - sofern der Nummerninhaber bereit ist, die Kosten aus dem jeweiligen Netz zu übernehmen.
Im Roaming sind daher solche Nummern normalerweise **nicht ** kostenlos zu erreichen.


Um unnötige Streitigkeiten und Kosten zu vermeiden, würde ich im Roaming sehr dazu raten, 00800 und insbesondere 0800 Nummern nur von einem nationalen Festnetzanschluß (Telefonzelle) oder einem nationalen Handy aus anzurufen.