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Arbeitsplatzkiller Amazonen


25.03.2006 11:05 - Gestartet von fernweh
und andere Billiglohnarbeitgeber vernichten qualifizierte Arbeitsplatze.
Das Internet ist kein Scnäppchenmarkt, man sollte es einfach besteuern: 20$ MWst auf Internethandel extra!
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[1] lr antwortet auf fernweh
25.03.2006 11:11
Benutzer fernweh schrieb:
und andere Billiglohnarbeitgeber vernichten qualifizierte Arbeitsplatze.

Werden Amazon-Mitarbeiter schlechter bezahlt als woanders (Quelle?)

Was verstehst Du unter "qualifizierte Arbeitsplätze"?

Das Internet ist kein Scnäppchenmarkt, man sollte es einfach besteuern: 20$ MWst auf Internethandel extra!

Warum ausgerechnet diese (oft sehr kundenfreundliche) Vertriebsform extra besteuern?
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[1.1] fernweh antwortet auf lr
25.03.2006 11:21
Weil junge Leute zu viel Geld haben...
Aber nun mal ernst:
Oder, weils einfach konjunturschädigend ist, wenn Arbeitsplätze abgenaut werden. Auch inden USA geht das, Internet-Hnadel wird extra (bundeseingeitlich) besteuert, denn sonst käme es zu Einbrüchen in den Steuereinnahmen, denn der Internet-Handel wäre immer da, wo niedrigste Steuersätze gelten.
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[1.1.1] dandy85 antwortet auf fernweh
25.03.2006 11:22
Diese Situation haben wir in Deutschland aber nicht.
--> schlechter Vergleich
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[1.1.1.1] platon antwortet auf dandy85
25.03.2006 17:47
Benutzer dandy85 schrieb:
Diese Situation haben wir in Deutschland aber nicht. --> schlechter Vergleich
Und selbst trotz Europa, wo ja die MWSt-Sätze mitunter sehr unterschiedlich sind, hat sich das Bestellen in/aus dem Ausland wegen der hohen Versandkosten nicht durchgesetzt.
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[1.1.2] blondini antwortet auf fernweh
26.03.2006 09:41
Benutzer fernweh schrieb:
Weil junge Leute zu viel Geld haben...
Aber nun mal ernst:
Oder, weils einfach konjunturschädigend ist, wenn Arbeitsplätze abgenaut werden. Auch inden USA geht das, Internet-Hnadel wird extra (bundeseingeitlich) besteuert, denn sonst käme es zu Einbrüchen in den Steuereinnahmen, denn der Internet-Handel wäre immer da, wo niedrigste Steuersätze gelten.

das problem dürfte sich hier so nicht stellen.

blondini
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[2] dandy85 antwortet auf fernweh
25.03.2006 11:15
Hast du diese Nacht schlecht geträumt?
Klar werden durch den Internethandel Arbeitsplätze vernichtet, aber das Beispielt von Amazon zeigt auch dass wieder welche geschaffen werden. (sicher nicht soviele wie vernichtet werden)
Aber das ganze ist nunmal Marktwirtschaft. Ich kann deine Aufregung nicht verstehen.
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[2.1] fernweh antwortet auf dandy85
25.03.2006 11:18
Benutzer dandy85 schrieb:
Hast du diese Nacht schlecht geträumt? Klar werden durch den Internethandel Arbeitsplätze vernichtet, aber das Beispielt von Amazon zeigt auch dass wieder welche geschaffen werden. (sicher nicht soviele wie vernichtet werden) Aber das ganze ist nunmal Marktwirtschaft. Ich kann deine Aufregung nicht verstehen.

Erstens wenigere als diese Firma vorher an Arbeitsplätzen gekostet hat.
Zweitens schlechte, unqualifizierte Arbeitsplätze, davon nur wenige werden durch solcche Unternehmen geschaffen, ganz geschweige von den dort herrschenden Arbeitsbedingungen.
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[2.1.1] dandy85 antwortet auf fernweh
25.03.2006 11:21
Benutzer fernweh schrieb:
Erstens wenigere als diese Firma vorher an Arbeitsplätzen gekostet hat.
Das hatte ich bereits geschrieben.
Zweitens schlechte, unqualifizierte Arbeitsplätze, davon nur wenige werden durch solcche Unternehmen geschaffen, ganz geschweige von den dort herrschenden Arbeitsbedingungen.
Hast du Erfahrungen mit den Arbeitsbedingungen? Oder woher nimmst du die Behauptung? Warum schlechtere, unqualifizierte Arbeitsplätze?

Noch ein Kommetar zu der Arbeitsplatzvernichtung:
Sollte in D der Internethandel behindert werden, so werden die Verbraucher auf günstige Angebote aus dem Ausland greifen. Dies würde unter dem Strich noch mehr Arbeitsplätze vernichten. Vielleicht sagt dir das Wort Globalisierung etwas.
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[2.1.1.1] fernweh antwortet auf dandy85
29.04.2006 01:02
Benutzer fernweh schrieb:
Erstens wenigere als diese Firma vorher an Arbeitsplätzen gekostet hat.
Das hatte ich bereits geschrieben.
Zweitens schlechte, unqualifizierte Arbeitsplätze, davon nur wenige werden durch solcche Unternehmen geschaffen, ganz geschweige von den dort herrschenden Arbeitsbedingungen.
Hast du Erfahrungen mit den Arbeitsbedingungen? Oder woher nimmst du die Behauptung? Warum schlechtere, unqualifizierte Arbeitsplätze?

Noch ein Kommetar zu der Arbeitsplatzvernichtung: Sollte in D der Internethandel behindert werden, so werden die Verbraucher auf günstige Angebote aus dem Ausland greifen. Dies würde unter dem Strich noch mehr Arbeitsplätze vernichten. Vielleicht sagt dir das Wort Globalisierung etwas.
Mit fairen Regulierungen nicht, z.B. wenn Preise immer korrekt angezeigt werden müssten, dann würde sich das nämlich u.a. durch die Versandkosten relativieren!
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[2.2] franzi antwortet auf dandy85
26.03.2006 19:50
Benutzer dandy85 schrieb:
Hast du diese Nacht schlecht geträumt? Klar werden durch den Internethandel Arbeitsplätze vernichtet, aber das Beispielt von Amazon zeigt auch dass wieder welche geschaffen werden. (sicher nicht soviele wie vernichtet werden) Aber das ganze ist nunmal Marktwirtschaft. Ich kann deine Aufregung nicht verstehen.

Und Paketdienste brauchen ja auch noch ein bisschen Personal für all die schönen Pakete und Päckchen.
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[2.2.1] GKr antwortet auf franzi
26.03.2006 19:56
Benutzer franzi schrieb:
Benutzer dandy85 schrieb:
Hast du diese Nacht schlecht geträumt? Klar werden durch den Internethandel Arbeitsplätze vernichtet, aber das Beispielt von Amazon zeigt auch dass wieder welche geschaffen werden. (sicher nicht soviele wie vernichtet werden)
Aber das ganze ist nunmal Marktwirtschaft. Ich kann deine Aufregung nicht verstehen.

Und Paketdienste brauchen ja auch noch ein bisschen Personal für all die schönen Pakete und Päckchen.

Mh... mh...
schlechtes Argument, glaube ich.

Ich versende sehr viele Pakete (Ebay-Verkäufe) über Hermes.
Zumeist sind das ganz nette, freundliche Jungs. Die
a) sehr schlecht bezahlt werden
b) alle selbständig sind.

Also Arbeitsplätze werden dadurch nicht geschaffen.
Die Fluktuation ist sehr hoch.

GKr
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[2.2.1.1] dandy85 antwortet auf GKr
26.03.2006 20:03
Einige dieser Leute wären aber unter Umständen Arbeitslos wenn nicht soviele Pakete verschickt werden.
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[2.2.1.1.1] GKr antwortet auf dandy85
26.03.2006 20:45
Benutzer dandy85 schrieb:
Einige dieser Leute wären aber unter Umständen Arbeitslos wenn nicht soviele Pakete verschickt werden.

Das stimmt.
Grundsätzlich besser, man sucht sich so etwas, als arbeitslos zu bleiben. Das sehe ich auch so.

GKr
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[2.2.1.1.2] platon antwortet auf dandy85
27.03.2006 09:46
Benutzer dandy85 schrieb:
Einige dieser Leute wären aber unter Umständen Arbeitslos wenn nicht soviele Pakete verschickt werden.
Das Problem ist gerade bei Hermes nur, daß da einige auch mit Schulden und ggf. ruinierter Gesundheit wieder aussteigen (müssen).
Die Hermes-Fahrer sind ja inzwischen größenteils sogenannte Selbstständige und sehen von allen Paketauslieferern (und da wird ja überall, auch bei DHL, ordentlich Druck gemacht) meist am besch... aus (ich meine einfach von der körperlichen Verfassung her, d.h. müde und ungesund).
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[2.2.1.2] franzi antwortet auf GKr
26.03.2006 23:59
Benutzer GKr schrieb:
Benutzer franzi schrieb:
Benutzer dandy85 schrieb:
Hast du diese Nacht schlecht geträumt? Klar werden durch den Internethandel Arbeitsplätze vernichtet, aber das Beispielt von Amazon zeigt auch dass wieder welche geschaffen werden. (sicher nicht soviele wie vernichtet werden)
Aber das ganze ist nunmal Marktwirtschaft. Ich kann deine Aufregung nicht verstehen.

Und Paketdienste brauchen ja auch noch ein bisschen Personal für all die schönen Pakete und Päckchen.

Mh... mh...
schlechtes Argument, glaube ich.

Ich versende sehr viele Pakete (Ebay-Verkäufe) über Hermes. Zumeist sind das ganz nette, freundliche Jungs. Die a) sehr schlecht bezahlt werden
b) alle selbständig sind.

Also Arbeitsplätze werden dadurch nicht geschaffen.
Die Fluktuation ist sehr hoch.

GKr

Ein Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, auch wenn er schlecht bezahlt wird. Ein Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, auch wenn ihn ein (Schein-)Selbständiger innehat. Ein Arbeitsplatz ist ein Arbeitsplatz, auch wenn auf ihm die Fluktuation sehr hoch ist.

Wer es nicht gut findet, dass Paketdienste mit schlechtbezahlten Subunternehmern arbeitet, kann ja einen Paketversender nehmen, der mit festangestelltem, gut bezahltem Personal arbeitet (sofern es das gibt). Aber Achtung! Der Paketpreis könnte ein paar Cent/Paket höher liegen.

Amazon versendet soviel ich weiß mit DHL. Dort gibt es (noch) überwiegend fest angestelltes Personal.


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[2.3] fernweh antwortet auf dandy85
29.04.2006 01:01
Benutzer dandy85 schrieb:
Hast du diese Nacht schlecht geträumt? Klar werden durch den Internethandel Arbeitsplätze vernichtet, aber das Beispielt von Amazon zeigt auch dass wieder welche geschaffen werden. (sicher nicht soviele wie vernichtet werden) Aber das ganze ist nunmal Marktwirtschaft. Ich kann deine Aufregung nicht verstehen.
DUmmheit siegt!
Viele Buchhändler müssen qualifizierte Leute entlassen, dafür werden ein paar ungelernte in Sachsen für 5-6 Euro die Stunde beschäftiugt!
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[3] zaphod70 antwortet auf fernweh
25.03.2006 12:50
Das verstehe ich nicht. Sieht man hier die Frustration/Motivation eines Fachhändlers.

Ich kaufe gern im Internet und besonders gerne bei Amazon ein.
Im Internet kann ich mich gut informieren, einfach vergleichen, günstig Einkaufen und auch noch innerhalb von 14 Tagen vom Kauf zurücktreten. Enttäuscht wäre ich bisher nur einmal. Und das Ebay.

Meine Erlebnisse im Handel und Fachhandel sehen da leider ganz ander aus.

Unkompetent:
Beim Waschmaschinenkauf im Dezember, beantworte die Fachhändlerin meine Frage nach der Funktion der speziellen Trommel(Es handelte sich um eine Miele-Schontrommel), mit der Aussage "Die ist für die Wäsche". Ausserdem hat Sie mir von Funktionen erzählt die lt. Produktbeschreibung von Miele gar nicht vorhanden waren.

Schlechte Beratung: Ich habe so gut wie noch nie erlebt, das der Verkäufer über mehr Wissen verfügt als eine 10minütige Recherche im Internet ergibt. Ausnahmen gibt glücklicherweise, die sind aber selten. Wenn ich sie mal finde zahle ich gerne mehr für ein Produkt.

Verfügbarkeit von Produkten: Es kommt leider viel zu häufig vor, das Produkte für die man sich interessiert gar nicht vorhanden sind und der Fachhändler auch nicht mehr tut als das Internet: Eine Bestellung aufnehmen. Natürlich verbindlich und rücktrittsrecht und ohne gute Information im Vorfeld.

Wenn Fachhändler ihre potentiellen Stärken nicht nutzen und ausbauen so ist es doch nur natürlich das diese vom Markt verschwinden.

Die Vorteile im Fachhandel könnten sein:
- Sehen und Anfassen
- Gute Beratung
- Sofort zum Mitnehmen
- und und und....

Nichts wie ungut: Gutes Geld ohne Leistung gibt es vielleicht auf etwaigen Ämtern, aber eben nicht vom Kunden

Pauschale Angriffe gegen Menschen die das Internet nutzen um Produkte an den Mann zu bringen oder zu erwerben, halte ich nicht für zielführend.

Und warum jemand unqualifiziert sein sollte, weil er für Amazon und Co. tätig ist erschließt sich mir nicht.

Ich denke, Kundenorietierung und Qualität setzen sich langfristig durch. Sei es im Internet oder im stationären Handel. Die Trägheit der Masse sorgt sorgt dabei oft für eine erträgliche Dynamik, dies dürfte den "Etablierten" aber doch recht sein.


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[3.1] fernweh antwortet auf zaphod70
29.04.2006 01:06
Nun, Du bist jetzt gesopeichert, wenn Du arbeitslos wirst, bekommst Du Arbeitslosengeld, musst aber erst mal 13 Monate darauf warten, Sperrfrist, weil Du ja selber nicht nur den Arbeitsplatz gekillt hast (wie selbst Kündigen), sondern das noch gut findest.
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[4] GKr antwortet auf fernweh
25.03.2006 13:27
Benutzer fernweh schrieb:
und andere Billiglohnarbeitgeber vernichten qualifizierte Arbeitsplatze. Das Internet ist kein Scnäppchenmarkt, man sollte es einfach besteuern: 20$ MWst auf Internethandel extra!

Das Problem liegt meines Erachtens woanders.

Für Bücher gebe ich gern und viel Geld aus.
Ich mag meinen Buchhändler.
Er ist kompetent und freundlich.
Die persönliche Atmosphäre im Gespräch mit ihm schätze ich.

Und wenn ich irgendetwas belletristisches suche, dann gehe ich gern zum ihm, schildere, für wen das Buch sein soll und er sucht mir dann etwas entsprechendes aus.

Problematisch wird es dann, wenn ich spezielle Wünsche habe - und genau für die geht ein Großteil meines Bücher-Budget drauf. Beraten kann er mich dann nicht mehr, weil er von diesem Thema keine große Ahnung hat. Jedenfalls weniger als ich selbst. Er recherchiert dann in meinem Beisein auf irgendwelchen internen Seiten der Verlage, von denen er Bücher bezieht. Hat er das Buch - meist mit meiner Hilfe - gefunden, bestellt er mir's auch und ich kann es mir ein paar Tage später abholen.

Recherchieren kann ich aber selbst im Internet.
Und entweder finde ich die ISBN-Nummer heraus und kann es dann über Amazon bestellen, die mir das Buch sehr schnell ins Haus liefern und sich die Bezahlung per Bankeinzug von mir holen. Oder es ist ein antiquarisches Buch und ich finde es bei www.zvab.com

Warum sollte ich also länger zu meinem Buchhändler gehen, wenn ich die von mir gesuchte Lektüre einfacher, besser, schneller im Internet besorgen kann?

Hier in Ratingen bei Düsseldorf schließen immer mehr Einzelhändler für immer. Das geht quer durch alle Branchen. Und es hat wohl überall die gleichen Ursachen - siehe oben. Das Beispiel ist übertragbar. Wer sich hier heute noch hält, der zahlt zumeist keine Miete oder Pacht für seinen Laden, weil er Hauseigentümer ist und neben seinen Einnahmen aus dem Einzelhandel noch Mieteinnahmen abwirft.

Das Problem liegt meiner Meinung nach darin begründet, daß der Einzelhandel die Entwicklung des Internet verpaßt hat. Sie hätten viel früher eine parallele Vertriebsschiene über eigene Internet-Shops aufbauen müssen. Sich Nischen-Märkte suchen müssen.

Positiv-Beispiel: Beim Zweitausendeins-Verlag kaufe ich schon seit.. ich weiß es nicht. 25 Jahre? http://www.zweitausendeins.de/

Das war schon immer ein Versandhandel, spezialisiert auf Nischen-Angebote. Bis vor fünf Jahren kam, ich glaube, quartalsmäßig, ein sog. "Merkheft". Dünnes Papier, sehr kleine Schrift, sehr viele günstige Angebote. Seit ca. 5 Jahren bauen sie ihr Internet-Angebot immer weiter aus. Eröffnen parallel aber auch in immer mehr Städten, z.B. in Düsseldorf direkt am Karlplatz in der Altstadt, einen großen Buchladen. Es funktioniert also. Die nutzen die Möglichkeiten des Internet, schaffen aber auch durch den Aufbau eines Filialnetzes Arbeitsplätze.

GKr


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[4.1] comedian antwortet auf GKr
25.03.2006 19:39
Benutzer GKr schrieb:

Das Problem liegt meiner Meinung nach darin begründet, daß der Einzelhandel die Entwicklung des Internet verpaßt hat. Sie hätten viel früher eine parallele Vertriebsschiene über eigene Internet-Shops aufbauen müssen. Sich Nischen-Märkte suchen müssen.

Der Einzelhandel hat das definitiv verschlafen. Im Gegensatz zu vielen Herstellern, die den 'Fabrikverkauf' heute über das Internet an den Endverbraucher betreiben. Beispiel ist ein Schokocreme-Hersteller aus Radebeul, der auf diese Art und Weise nach eigenen Angaben seine Produkte an Privatkunden ins Ausland verkauft:
http://www.nudossi.de/shop_new/
oder ein Gurken-Fabrikant aus dem Spreewald
http://www.rabe-markt.de/
Bei beiden Firmen bestelle ich regelmäßig und ich würde die Produkte hier in Südhessen über den Einzelhandel gar nicht bekommen.

Gruß
Comedian
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[4.2] fernweh antwortet auf GKr
29.04.2006 01:09
Und dann ruf mal ein call center an, wenn Dein Buchhändler auch dichtmacht, kostet ja nur ein paar Euro pro Anruf mit einer unqulaifizierten, mies bezahlten Kraft am anderen Ende. Und irgendwann wirst Du auch nicht mehr bei "2001" einkaufen können, denn Dein Arbeitsplatz ist auch bald fällig, und Du kannst ja für 1-2 Euro die Stunde Auslieferunsgfahrer werden oder OPacker für 5-6 Euro bei "Amazinen"...
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[5] denti antwortet auf fernweh
25.03.2006 15:01
ich sehe die problematik aus meiner ganz persönlichen sicht als verbraucher:

im internet, meist bei ebay und amazon, bekomme ich alles, was ich wünsche, kann mich informieren, alle möglichen produkte aller denkbaren hersteller miteinander vergleichen und spare dabei nicht nur geld, da sich immer irgendwo günstige angebote finden lassen, sondern auch noch zeit und aufwand, da ich nicht in die stadt fahren muss, keinen parkplatz suchen muss, nicht bei schlechtem wetter rumlaufen muss, nicht ein geschäft nach dem anderen "abklappern" muss, um ein ganz spezielles produkt, sagen wir eine bestimmte jacke in meiner größe der marke XY zu bekommen.

rein egoistisch gesehen überwiegen schon strukturell die vorteile des internets.
diese werden noch verstärkt, wenn man an die häufig inkompetenten verkäufer denkt.

aber bekanntlich will ja jeder nur eines von dir: DEIN GELD.

und ich, ganz eigennützig, will für mein geld auch etwas geboten bekommen - dies ist dann ein echter mehrwert.
eine kompetente beratung wäre ein solcher echter mehrwert.

ausserdem:
die wirtschaft ist nichts statisches, sondern befindet sich täglich im wandel.
und der einzelhandel hat jahrzehntelang den kunden schlecht bedient (stichwort "servicewüste deutschland").
und der kunde geht nun zunehmend neue wege.

aber ganz sachlich:
welcher verkäufer kann dich bei z.b. bei computern umfassender und neutraler beraten als du selber bei internetrecherchen?

eben.

gruß
denti
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[5.1] fernweh antwortet auf denti
29.04.2006 01:14
Denk doch mal weiter?
Warum hat Otto z.B. ie so viel Erfolg wie z.B. ein lokaler Modeanbieter. Weil der Otto-Kunde immer auf die -Ware warten muss, meist nur eine Beanchrichtigung über erfolglose Zustellung erhält und dann alles zurückschicken muss, was er nicht haben möchte. Also, kurz zum Einzelhändler fahren, dort die Waren angucken, sich beraten lassen (nicht für 12-48 cent die Minute mit einem Call center) oder deine Arbeitszeit am Rechner rumsurfen, die Ware aus bzwanprobieren und nur bei tatsächlichem Gefallen mitnehmen, keinen Kreditkartenbetrug riskieren, keine langen Schlangen beim Postamt...
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[6] TechGuru antwortet auf fernweh
25.03.2006 15:05
Benutzer fernweh schrieb:
und andere Billiglohnarbeitgeber vernichten qualifizierte Arbeitsplatze. Das Internet ist kein Scnäppchenmarkt, man sollte es einfach besteuern: 20$ MWst auf Internethandel extra!

Diese Argumentation ist ja nun völlig lächerlich - bist Du ein stationärer Buchhändler, der seine Felle davonschwimmen sieht?! Wir leben halt nicht mehr im vorigen Jahrhundert; Technologien entwickeln sich weiter, die Kundenbedürfnisse ändern sich. Wer nicht bereit ist, sich Veränderungen anzupassen, darf nicht auch noch nach dem Staat schreien!

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Buch(fach-)händler auf Grund des Preisdruckes selbst das Personal durch studentische Aushilfen und 400-EUR-Kräfte ersetzen -- jedenfalls bekam ich in den vergangenen 10 Jahren in KEINEM Buchladen mehr ein qualifizierte Auskunft. Und selbst Bücher auf den Bestseller-Listen sind den Mitarbeitern tlw. unbekannt und müssen für die Suche in der Datenbank sogar buchstabiert werden. Die Buchpreisbindung sorgt zumindest dafür, dass ich dieses unqualifierte Personal nicht noch durch teurere Preise bezahlen muss. Aber wenn ich die Zeit rechne, die ich zu einem Buchladen fahre, dann einen Parkplatz suche, weil der Laden in einer Fußgängerzone ist und dann im Laden selbst ewig kein Verkäufer auftaucht, weil er/sie sich gerade ein Käffchen mit den Kollegen gönnen muss, frage ich mich, ob diese 'Faulenzer' überhaupt noch durch Kunden subventioniert werden sollten und mir damit letztlich Zeit und Geld stehlen. Wenn die Händler pleite gehen, können die Mitarbeiter sich vielleicht eine sinnvolle(re) Aufgabe suchen.

Neben dem Zeit- und Logistikvorteil, den eine Online-Bestellung nachweislich bietet, sind es die sonstigen Rahmenbedingungen, die Online-Shopping so attraktiv machen. Das Data-Mining, d.h. die Analyse des Kaufverhaltens, wird zwar von vielen Datenschützern mißtrauisch beäugt, aber die meisten Kunden lieben die Funktionalität: 'Weil Sie Buch X und Buch Y gekauft haben, könnte Sie vielleicht auch Buch Z interessieren'. Einen derartigen Überblick über tausende von Artikeln und deren möglichen Kombinationen kann heute kein 'herkömmlicher' Händler mehr bieten. Auch der 'Wunschzettel' spart die leidige 'Was wünscht Du Dir denn zum Geburtstag/zu Weihnachten?!' etc. Befragung. Damit sind wirklich noch gewünschte Überraschungen möglich. Und wenn man fernab von seinen Lieben und dem nächsten Postamt wohnt, kann man gleich noch einen Gruß eintippen und schön verpackt findet das Geschenk seinen Empfänger.

Es stünde den Buchhändlern in Deutschland ja frei, sich zusammenzuschließen und selbst neue Geschäftsmodelle zu entwickeln -- beispielsweise ein kostenloser oder -günstiger (2 EUR?!) Lieferservice nach Hause oder auf die Arbeit. Wer näher dran ist, 'bringt's vorbei' -- bei Geschenken zum Geburtstag z.B. noch mit 'nem kleinen Ständchen - gg. Gebühr versteht sich. Oder z.B. gleich mit Blumenstrauß und Pralinen. Oder wenn ein Buch in einem Laden in München noch vorrätig ist, geht's per 'Buch-Kurier' noch pünktlich zur Geburtstagsparty am gleichen Tag nach Hamburg. 'Versandfertig in 24 Stunden' von Amazon läßt sich eben nur durch ein 'Versand in den nächsten 8-12 Stunden' toppen. Und wenn man auf einen Sonntag oder in der Woche Abends noch ein Geschenk braucht, muss es eben auch den 'Buch-Notdienst' geben. SERVICE heißt das Stichwort!!! Nur so kann der stationäre Handel ggü. dem Internet bestehen.

Bei uns haben sich auch die Apotheken zusammengeschlossen und bringen nicht-vorrätige Medikamente noch am gleichen Abend KOSTENLOS nach Hause. Schneller als jede Versand-Apotheke.
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[6.1] gotcha! antwortet auf TechGuru
26.03.2006 01:24
Benutzer TechGuru schrieb:
Benutzer fernweh schrieb:
und andere Billiglohnarbeitgeber vernichten qualifizierte Arbeitsplatze.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Buch(fach-)händler auf Grund des Preisdruckes selbst das Personal durch studentische Aushilfen und 400-EUR-Kräfte ersetzen -- jedenfalls bekam ich in den vergangenen 10 Jahren in KEINEM Buchladen mehr ein qualifizierte Auskunft. Und selbst Bücher auf den Bestseller-Listen sind den Mitarbeitern tlw. unbekannt und müssen für die Suche in der Datenbank sogar buchstabiert werden.

Da kann ich nur ein Liedchen von singen. Letztes hat mich die Verkäuferin gefragt wie man "Wahrig" (!!!) schreiben würde, tippte dies in ihrem PC ein, meinte dabei von so einem Buch noch nie was gehört zu haben und dann in einem nicht so freundlichen Ton "Ne, müssen sie bei uns im Internet bestellen"....
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[6.1.1] fernweh antwortet auf gotcha!
29.04.2006 01:16
Benutzer TechGuru schrieb:
Benutzer fernweh schrieb:
und andere Billiglohnarbeitgeber vernichten qualifizierte Arbeitsplatze.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Buch(fach-)händler auf Grund des Preisdruckes selbst das Personal durch studentische Aushilfen und 400-EUR-Kräfte ersetzen -- jedenfalls bekam ich in den vergangenen 10 Jahren in KEINEM Buchladen mehr ein qualifizierte Auskunft. Und selbst Bücher auf den Bestseller-Listen sind den Mitarbeitern tlw. unbekannt und müssen für die Suche in der Datenbank sogar buchstabiert werden.

Da kann ich nur ein Liedchen von singen. Letztes hat mich die Verkäuferin gefragt wie man "Wahrig" (!!!) schreiben würde, tippte dies in ihrem PC ein, meinte dabei von so einem Buch noch nie was gehört zu haben und dann in einem nicht so freundlichen Ton "Ne, müssen sie bei uns im Internet bestellen"....

Ausnahmen bestätigen die regel...
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[6.1.2] denti antwortet auf gotcha!
06.09.2006 17:17
Benutzer gotcha! schrieb:
Benutzer TechGuru schrieb:
Benutzer fernweh schrieb:
und andere Billiglohnarbeitgeber vernichten qualifizierte Arbeitsplatze.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Buch(fach-)händler auf Grund des Preisdruckes selbst das Personal durch studentische Aushilfen und 400-EUR-Kräfte ersetzen -- jedenfalls bekam ich in den vergangenen 10 Jahren in KEINEM Buchladen mehr ein qualifizierte Auskunft. Und selbst Bücher auf den Bestseller-Listen sind den Mitarbeitern tlw. unbekannt und müssen für die Suche in der Datenbank sogar buchstabiert werden.

Da kann ich nur ein Liedchen von singen. Letztes hat mich die Verkäuferin gefragt wie man "Wahrig" (!!!) schreiben würde, tippte dies in ihrem PC ein, meinte dabei von so einem Buch noch nie was gehört zu haben und dann in einem nicht so freundlichen Ton "Ne, müssen sie bei uns im Internet bestellen"....


Ist alles soweit richtig, aber trotzdem nur eine Seite der Medaille.

Deutschland war seit jeher eine Servicewüste und die Geschäftsleute behandelten die Kunden in der grauen Vorzeit, bevor das Internet massentauglich wurde, nicht als Könige, sondern oft als Bittsteller.

Wie oft habe ich Sätze gehört wie "haben wir nicht / gibt es nicht / können wir nicht nachbestellen / Sie müssen dann halt die Jacke in einer anderen Größe oder einer anderen Farbe kaufen usw.".

Jetzt rächt sich oftmals diese mangelnde Kundenbindung und der mangelnde Service von damals, da die Kunden so keine Loyalität oder Bindung gegenüber einzelnen Geschäften aufgebaut haben...

Hinzu kommt dann noch die "geiz ist geil" - Mentalität der meisten Leute und nun haben wir alle -volkswirtschaftlich betrachtet- eben genau dieses Problem.

Grüße,
Denti