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deutlich komplexer...


24.01.2023 11:43 - Gestartet von 388
Da wundert man sich schon, wie widersprüchlich Politik und BNA vorgehen!
Nehmen Milliarden bei Versteigerungen ein und schimpfen dann über schlechte Netze. Die rechtlichen Voraussetzungen für den Bau von Masten werden aber nicht vereinfacht, Bedenkenträger und lahme Verwaltungen dürfen fleißig weiterbremsen.

Außerdem ist gerade bei der Bahn die Angelegenheit komplexer. Betriebspausen bei der Bahn müssen nur abgewartet werden, wenn Betriebsstätten betreten werden müssen, z.B. Tunnels. Das ist bei Masten an der freien Strecke aber meist nicht der Fall. Wichtig sind auch die Fahrzeuge selbst: sind die mobilfunkdurchlässig? Oder mit Repeatern ausgestattet? Das ist aber Zuständigkeit der Bahnunternehmen und im Regionalverkehr sogar der Länder, weil die als Auftraggeber entscheiden und bezahlen.
Auch das Zusammenrechnen der drei Netze ergibt zum Teil sehr wohl Sinn: die WLAN-Geräte in den Zügen (ICE, IC aber auch viele Regional- und S-Bahnen) machen nämlich genau das, weil sie alle drei Netze parallel nutzen können. Und dann wären wir bei der Bundesnetzagentur selbst: für Bahnstrecken eignen sich die Flächenfrequenzen besonders gut. Nun hat aber die BNA kurzfristig die Freigabe von LTE 900 um zwei Jahre verschoben. Die Netzbetreiber haben mit diesen Frequenzen geplant, die Standortwahl müsste sonst ganz anders aussehen. Jetzt nochmal umplanen würde Jahre dauern, bis dahin ist LTE 900 längst freigegeben. Bleibt also nur das Abwarten!
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[1] Blue_Fire antwortet auf 388
24.01.2023 12:14

einmal geändert am 24.01.2023 12:28
Danke du hast Recht.

In 50% der Fälle könnte man sich aber an vorhandene Masten des Mitbewerbers dran hängen. Zumindest so lange bis man einen eigenen Standort hat. Gerade die Telekom braucht diesen Stups.

Folgendes brauchen wir:

Harte Deadlines und Strafen für die Bahn bei Umstellung auf LTE-Rail

Laufende crowd Messungen

Standard miet Preise für Standorte auf staatlichen Gebäuden

Zwang für staatliche Stellen ihre Grundstücke, Gebäude zur Verfügung zu stellen und Masten zu dulden.

Auch für privat Besitzer anwendbarer Zwang zur Duldung von Masten

Härtere Versorgungsauflagen so dass mehr Standort Sharing oder sogar MOCN indirekt erzwungen werden

Zustimmungsfiktion, verpflichtende Antwort Zeiten bei Genehmigungen und auch Ausweisung geeigneter Flächen für Mobilfunk, wie bei Windrädern.

Maximal eine Ablehnung eines Antrages mit Pflicht zur Nennung einer Standort Alternative.

Smallcells nahezu Genehmigungsfrei.

Dienste Anbieter Verpflichtung für Anbieter, Netzbetreiber.
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[1.1] 388 antwortet auf Blue_Fire
24.01.2023 13:24
Benutzer Blue_Fire schrieb:
Folgendes brauchen wir:
...
Härtere Versorgungsauflagen so dass mehr Standort Sharing oder sogar MOCN indirekt erzwungen werden
...

Dazu ein interessantes Beispiel aus Italien: die dortige Fusion von 3 und Wind ist mit der Übernahme von Eplus durch o2 vergleichbar. Um Konkurrenz zu erhalten, wurden in Deutschland 1&1 Kapazitäten im o2-Netz zugesprochen (MVNO). In Italien ging man weiter: da war Bedingung für die Fusion, dass ein neuer vierter Betreiber in den Markt einsteigt - und der musste von Anfang an über MOCN auf die fusionierten Netze gelassen werden. Die Fusion dort erfolgte später als in Deutschland - inzwischen gibt es dort aber schon wieder vier vollwertige Netze (Iliad kam dazu) und deutlich niedrigere Preise als in Deutschland. Und wie es hierzulande um 1&1 steht wissen wir Teltarif-Leser nur zu gut...

Die Politik muss eben auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Netzbetreiber arbeiten können. Frequenzkosten, langsame und teure Gnehmigungsverfahren, wenig Konkurrenz, wenig Transparenz der Angebote... so sorgt man für eine teure und festgefahrene Mobilfunklandschaft. Die Netzbetreiber können sich weder über die Preise noch über die Qualität wirklich Konkurrenz machen und viel zu viel Geld wird in Bürokratie verbrannt, statt es für spürbare Qualität zu nutzen.