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Die Entzauberung des Unmöglichen


07.11.2022 23:43 - Gestartet von dirknb
Es ist wie leider mittlerweile viel zu oft im Leben: Anbieter X bringt ein Angebot Y auf den Markt, bei dem jeder vernünftig denkende Mensch sofort sieht, dass sich das nie rechnen wird, oder/und das nur funktioniert, weil Beteiligter Z ausgebeutet wird.
Und die Kunden fangen an zu nörgeln, weil die liebgewonnene Dienstleistung irgendwann doch in der Realität ankommt und dann - je nach Gusto - extrem teurer wird, das Leistungsangebot eingeschränkt, auf die Kostenbremse getreten wird o.ä.
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[1] Thomas Beh aus Enn antwortet auf dirknb
11.11.2022 09:38
Kappes, ich denke doch nicht bei allem was ich konsumiere an den, der dabei verliert. Da hätte ich aber viel zu tun. Einen Qualitätsverlust zu beklagen, hat nichts mit Unvernunft zu tun.

Realität ist: Jedwede Musik ist kostenlos verfügbar - wenn man denn will und Zeit investiert. Ja, es war mal einfacher: So reichten mal 1 Kabel und 1 Cassettenrecorder aus, um ganze Sammlungen zu kopieren und weiterzugeben. Die Geldschneiderei der Musikindustrie fing an, als man jedweden akustischen Müll als mp3 verkaufen(!) wollte. - Mir ist es nur recht, wenn das Überangebot sich selbst reduziert und wir wieder zu Komponisten, Musik und Liedern kommen, die diesen Namen auch verdienen.


Benutzer dirknb schrieb:
Es ist wie leider mittlerweile viel zu oft im Leben: Anbieter X bringt ein Angebot Y auf den Markt, bei dem jeder vernünftig denkende Mensch sofort sieht, dass sich das nie rechnen wird, oder/und das nur funktioniert, weil Beteiligter Z ausgebeutet wird.
Und die Kunden fangen an zu nörgeln, weil die liebgewonnene Dienstleistung irgendwann doch in der Realität ankommt und dann
- je nach Gusto - extrem teurer wird, das Leistungsangebot
eingeschränkt, auf die Kostenbremse getreten wird o.ä.
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[1.1] dirknb antwortet auf Thomas Beh aus Enn
11.11.2022 10:42
Benutzer Thomas Beh aus Enn schrieb:
Realität ist: Jedwede Musik ist kostenlos verfügbar - wenn man denn will und Zeit investiert.

Genau hier fängt es ja an: Diese Aussage an sich ist falsch. Die Musik, die "kostenlos" verfügbar war, war entweder keine 1:1-Kopie, sondern immer schlechter als das Original (siehe Analogkopie á la Kassettenrecorder) oder eigentlich illegal. Die Musikindustrie hat am Musikgeschäft sicher nicht nur rühmliche Anteile, aber ohne sie kommt auch bei den Urhebern und schöpfern nix an. Und genau hier liegt das Problem. Solange Musiknutzer nix zahlen, bekommen die Ersteller nix. Und das ist Diebstahl.
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[1.1.1] Thomas Beh aus Enn antwortet auf dirknb
11.11.2022 11:08
Es braucht keine "Musikindustrie", die Künstlern zu ihrem Einkommen verhilft. Es hat und braucht die GEMA. Der Fluch der Digitalisierung der Musik liegt darin, daß immer mehr Leute Stücke vom gleich großen Kuchen abhaben wollen. Das siehst Du z.B. daran, daß gute Konzertkarten heute im 3-steligen Euro-Bereich liegen. Ein deutliches Zeichen dafür, daß die Einnnahmen breiter gestreut werden und der Künstler anders an seinen Batzen kommen muß.- Das große Wort vom Diebstahl halte ich für völlig überzogen. Allenfalls mag ich hier von "Ohrraub" sprechen, erzwungen durch das unlautere Geschäftsgebaren von Amazon & Co., die sich an kurzlebiger, immaterieller Ware bereichern und sogar selbst Schrott produzieren, um ihn als Silber zu verkaufen. Nur weil plötzlich mehr Leute an der gleichen Sache verdienen sollen, wird sie nicht wertvoller! Ihr Preis wird nur künstlich in die Höhe getrieben. Selbiges siehst Du im Sportbereich, z.B. der Fußball-Bundesliga. Mit welcher Berechtigung werden Traumgehälter gezahlt, Eintrittspreise für die Masse unerschwinglich und Fernsehzuschauer ausgeschlossen? Ich habe großes Verständnis für Märkte und Mechanismen, aber bei kulturellem Allgemeingut hört der Spaß für mich bei allem auf, das über die reine Kostendeckung hinausgeht.


Benutzer dirknb schrieb:
Benutzer Thomas Beh aus Enn schrieb:
Realität ist: Jedwede Musik ist kostenlos verfügbar - wenn man denn will und Zeit investiert.

Genau hier fängt es ja an: Diese Aussage an sich ist falsch. Die Musik, die "kostenlos" verfügbar war, war entweder keine 1:1-Kopie, sondern immer schlechter als das Original (siehe Analogkopie á la Kassettenrecorder) oder eigentlich illegal. Die Musikindustrie hat am Musikgeschäft sicher nicht nur rühmliche Anteile, aber ohne sie kommt auch bei den Urhebern und schöpfern nix an. Und genau hier liegt das Problem. Solange Musiknutzer nix zahlen, bekommen die Ersteller nix. Und das ist
Diebstahl.
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[1.1.1.1] dirknb antwortet auf Thomas Beh aus Enn
11.11.2022 17:09
Raub ist strafrechtlich gesehen aber schlimmer als Diebstahl. Danke also, dass Du meinem Gedankengang folgst. ;-)