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Nicht als Girokonto oder regelmäßige Ausgaben sinnvoll, wohl aber zum Sparen


11.09.2022 20:55 - Gestartet von michaelmess
einmal geändert am 11.09.2022 21:10
Beim Girokonto gehen Gehaltszahlungen ein und werden regelmäßige Buchungen für Miete, Lastschriften, etc. abgebucht.
Hier ist es essentiell wichtig, daß das Geld, was am Monatsanfang als Gehalt auf dem Konto ist, auch bis zum Monatsende reicht und nicht durch Kursschwankungen, Crashs, etc. plötzlich schrumpft und dann plötzlich nicht mehr reicht.

Auch für die regelmäßigen Ausgaben (Lebensmittel) dürfte das wohl kaum sinnvoll sein, da das Geld erst angelegt und dann wieder kurzfristig später wieder ausgegeben wird und somit der Spread zwischen An- und Verkaufspreis der ETFs regelmäßig am Geld nagen wird.

Aber wirklich sinnvoll ist das Ganze dann, wenn man das Konto benutzt, um für seltene Ausgaben zu sparen, also für den Urlaub, für das nächste Auto, den nächsten Fernseher, etc. und dann regelmäßig dort einzahlt. Dann hat das Geld zwischen Einzahlung und Ausgabe Zeit zum "Arbeiten", so daß nach Spread und eventuellen Gebühren noch ein gutes Plus übrig bleiben kann. Wenn man dann ein Schnäppchen sieht, kann man es mit der Karte gleich kaufen und dies wird dann direkt mit den ETF verrechnet, ohne daß man damit extra Arbeit hat.
Als Alternative kann man natürlich auch eine ganz normale Kreditkarte mitnehmen und dann nach dem Kauf manuell ETFs aus einem normalen ETF-Sparplan verkaufen, aber je nach ausgegebenem Betrag sind möglicherweise dann die Gebühren höher. Aber man hat dann auch die Kontrolle, ob und wieviel ETFs man verkaufen möchte und wieviel Geld man so schon hat.
Auch hat man so mehr Kontrolle darüber, wie Freibeträge ausgenutzt werden oder Steuern anfallen und berechnet werden, was bei beträchtlichen Wertsteigerungen durchaus relevant sein kann.

Wenn das Konto sich auf für regelmäßige Ausgaben eignen können soll, dann könnte man dies auf zwei Arten machen: Beispielsweise auf Guthabenbasis mit einem wählbaren Geldguthaben, welches stets in Euro verfügbar für Ausgaben verfügbar bleiben soll und wobei Beträge, die dieses über eine bestimmte Zeitspanne überschreiten, dann angelegt werden, und/oder beispielsweise mit einem Kreditrahmen, welcher nur geringe oder gar keine Zinsen kostet, und dessen Saldo entweder mit Einzahlungen oder, wenn diese nicht reichen, nach ein paar Tagen mit ETFs getilgt wird.
Damit vermeidet man das Hin und Her zwischen Geld und ETF, welches sprichwörtlich ansonsten Taschen leer macht.
Wenn man wie bei einem Girokonto dann auch einfach Überweisungen tätigen kann, wäre das natürlich sehr flexibel.
Also unterm Strich hätte man dann ja eine Kombination von Konto mit IBAN fürs Geld und Depot, wo die ETFs liegen. Der An- und Verkauf von ETFs könnte dann entweder automatisch nach (eingestellten) Regeln oder manuell erfolgen.
Eventuell könnte es auch bei größeren ETF-Verkäufen zu Weihnachten sinnvoll sein, einen Teil sofort zu machen, um den Freibetrag auszuschöpfen und den Rest erst nächstes Jahr zu machen, um dann den neuen Freibetrag auszunutzen. Da könnten günstige Kreditzinsen eventuell günstiger sein, als mehr Steuern zu bezahlen.