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Es scheitert auch an vielen anderen Dingen


23.01.2022 19:46 - Gestartet von Tzupa
einmal geändert am 23.01.2022 19:55
- Anwendungen werden im Hintergrund nicht ausgeführt und sind auf Pushmeldungen angewiesen
- Das Hantieren mit E-Mails ist umständlich: es fehlen viele Funktionen und man kann E-Mails nur für einen begrenzten Zeitraum lokal speichern
- Durch den fehlenden Fenstermodus ist die Anzahl parallel genutzter Browser-Fenster und Applikationen stets begrenzt, das fixe Andocken von Fenstern in iPadOS ist kein Ersatz für die vollkommene Freiheit diesbezüglich in macOS (oder Windows)
- Der Betrieb eines externen Monitors ist extrem eingeschränkt. 13“ sind ok für unterwegs, aber auf dem Schreibtisch braucht man in der Regel mehr.
- Das Dateimanagement ist in iPadOS furchtbar umständlich und vor allem fehlerhaft: Allzu oft kommt es zu Fehlermeldungen oder generellen Problemen wenn man Dateien auf einem Cloud Speicher ablegen möchte (etwa OneDrive oder Dropbox). Dann fehlt wieder die Möglichkeit, einen Ordner zu erstellen usw. Kurzum: es ist eine Katastrophe.

Ich besitze ein iPhone, ein iPad und ein MacBook Air. Wenn alle drei auf der Couch neben mir liegen, Greife ich für alles, was im Prinzip nur den Konsum von Inhalten bedeutet, schnelle WhatsApp oder E-Mails intuitiv zum iPhone. Für alles, was Arbeiten angeht, greife ich zum MacBook. Das iPad schließt für mich hier generell kaum Lücken. Nur auf Reisen, da verwende ich es gerne für Netflix und Co.

Das eigentlich beste „iPad“, das Apple je hatte, war für mich das 12“ MacBook, welches heute leider nicht mehr hergestellt wird. Mit gut 1kg war es leichter und dünner als ein 13“ iPad mit Tastaturhülle, extrem mobil und bot aber trotzdem ein vollständiges Betriebssystem inkl 8-10 Stunden Akkulaufzeit. Externe Monitore waren bis 4K Auflösung möglich. Leider war die verwendete, passiv gekühlte Intel CPU sehr leistungsschwach. Mit den heutigen M1 CPUs wäre das sicher sehr viel besser.
Und nein, das MacBook Air ist nicht ähnlich: es ist sehr viel schwerer, dicker und größer als das 12“ MacBook. Das 12“ MacBook nimmt man problemlos mit einer Hand und hat es auf der Couch auf dem Schoß, eben wie das iPad. Aber Apple will sich wohl das iPad Geschäft nicht verderben.
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[1] grafkrolock antwortet auf Tzupa
24.01.2022 11:15

2x geändert, zuletzt am 24.01.2022 11:16
Tatsächlich bedauere ich auch sehr, dass es das kleine 12"-MacBook nicht mehr gibt (mit m1). Ich hatte es (mit Core m3) und nun ein MacBook Air m1. Beide sind tolle Rechner, aber das kleine auf jeden Fall deutlich sofatauglicher. Es stand aber seinerzeit schon im Schatten des alten Air, das seinen Namen eigentlich zu Unrecht trug, denn federleicht war das nie - im Gegensatz zum 12er. Dieses mit m1 und einem zweiten USB-C-Port wäre schon eine nette Abrundung des Programms gewesen.
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[2] blumenwiese antwortet auf Tzupa
24.01.2022 17:10
Super Kommentar. Kann ich in praktisch allen Punkten nur unterstreichen.

Auch ich habe kein Notebook, Desktop, PC oder Mac. Ich habe ein iPad. Genau genommen ein iPad Pro. Also das teuerste und größte und laut Apple beste, was es zu kaufen gibt.

Ein Ersatz für einen Mac oder PC ist es nicht! Die meisten Punkten wurden von dir im Kommentar ja bereits genannt.

Mich persönlich stören dabei insbesondere diese Punkte: fehlendes beziehungsweise deutlich erschwertes Multitasking. Auch wenn man mittlerweile unter iOS mit mehreren Fenstern arbeiten kann, bleibt dies doch immer stark hinter den Möglichkeiten auf einem Mac oder PC zurück.

Das Datei Management ist von Apple bewusst unfassbar kompliziert und unverständlich gemacht worden. Wohl jeder kennt das Problem unter iOS, dass er nicht weiß, wo eigentlich Dateien abgelegt sind und wir sie jemals wiederfindet. Dies macht auch nur halbwegs produktives Arbeiten unmöglich in meinen Augen.

Das Schlimmste: die Apple eigene Textverarbeitung. Hier meine ich insbesondere Pages und Keynote. Natürlich muss man nicht mit diesen Apple Programmen arbeiten. Man kann sich auch ein normales Office Programm, inclusive Microsoft Office auf sein iPad bringen.

Aber Apple bewirbt seine Office Programme nicht nur als kostenlos sondern auch als vollwertig. Ich habe in meinem Leben unglaublich oft mit Word und Exel und PowerPoint gearbeitet. Das selbe tat ich mit den entsprechenden Gegenstücken von Open Office oder LibreOffice. Alles kein Problem, auch wenn sich natürlich der Funktionsumfang und die Bedienung im Detail unterscheiden.

Und dann versucht man mit Pages oder auch mit Keynote beispielsweise eine Präsentation zu erstellen. Obwohl ich das schon längere Zeit tue, braucht jede am iPad erstellte Keynote Präsentation mindestens die 5-6 fache Zeit gegenüber PowerPoint. Die Bedienung ist hoffnungslos und unfassbar unintuitiv. Apple hat zumindest auf diesem Gebiet leider nie verstanden, dass anders sein nicht automatisch besser sein bedeutet.

Für den reinen privaten Gebrauch kann das iPad insbesondere die große Variante das iPad Pro, einen PC oder einen Mac zumindest ansatzweise ersetzen. Das setzt aber voraus, dass man auch nicht entfernt produktiv arbeiten will inklusive in Richtung Textverarbeitung oder Präsentationserstellung. Weil dann wird es ganz schnell zu einem Krampf.

Dabei ist nicht der von Natur aus kleinere Bildschirm das Problem. Auch nicht die Touch Bedienung ist das Problem, eben weil man Tastatur und Maus anschließen kann. Es ist das fehlende Multitasking und eben vor allem die Apps, auch die von Apple, die nicht auf produktives Arbeiten ausgelegt sind.

Gerade das iPad Pro was nicht nur sehr teuer ist sondern von Apple ausdrücklich für den professionellen Bereich beworben wird, enttäuscht meiner persönlichen Erfahrung nach auf diesem Gebiet extrem stark. Es ist leider nicht zu Ende gedacht. Es gibt gute Ansätze die aber dann von Apple nicht verfolgt werden. Und um wieder auf Keynote oder Pages zurückzukommen, niemand bei Apple kann mir weismachen, dass man mit solchen Programmen produktiv arbeiten kann. Und das gilt keinesfalls nur auf dem iPad.