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Ergänzungen


13.08.2021 08:48 - Gestartet von helmut-wk
einmal geändert am 13.08.2021 08:50
Eine wichtige Korrektur hat schon christian_koehler geliefert, siehe

https://www.teltarif.de/forum/s85364/ibm-hat-...

Weitere Ergänzungen:

Nachdem der führende Softwareentwickler Gary Kildall von Digital Research die IBM-Offerte nicht ernst nahm ...

Angeblich hat dessen Sekretärin sich geweigert, dem Anrufer von IBM mitzuteilen, wie er am Wochenende telefonisch erreicht werden kann, worauf dann Bill Gates seien Chance bekam. Die zitierte Formulierung erweckt den Eindruck, als ob teltarif weiß, dass diese Erzählung nicht stimmt - habt ihr da wirklich genauere Informationen (woher?).

Gates kaufte bei einem Entwickler in der Nachbarschaft für läppische 25.000 Dollar den Kern für eine Systemsoftware zusammen

Und ein wichtiger Bestandteil war CP/M von Digital Reseach, der Firma von Gary Kildall, lizenziert.

Diese komplexe Situation führte dazu, dass es drei DOS-System gab, die weitgehend kompatibel waren: PC-DOS von IBM, MS-DOS von Micro$oft, und DR-DOS von Digital Research.

PC-DOS lief nur auf original IBM-PCs und verlor mit denen an Bedeutung, DR-DOS wurde von MIcro$oft mit unfairen Tricks kleingehalten, die meisten PCs liefen also mit MS-DOS.

Der Chip war für eine vernünftige Grafikdarstellung nicht leistungsstark genug.

Sviw wurde das von IBM als Absicht verkauft: Der Computer sollte fürs Büro sein, und nicht zum Herumspielen. Also nur ernsthafte Textdarstellung und kein Grafik (doch, Grafik war möglich, aber nicht allzu viel bzw. langsam).

Dazu trugen auch bessere Bedienoberflächen wie Windows 95 bei

Win95 war mehr als eine "Benutzeroberfläche".

Windows 1 war eine Benutzeroberfläche (kann ich beurteilen, da ich einige Jahre ein Grafikprogramm hatte, das mit einem extra für dieses Programmpaket gepatchten Kernel vom Windows 1.0.2 geliefert wurde - mehr Windows war nie auf meinem Rechner). Aber schon Win3.1 war mehr als das, es wart ein halbes Betriebssystem (die andere Hälfte war natürlich DOS). So dass einige Jahre die meisten System auf halben Betriebssystemen lief: DOS (mit oder ohne Windows) und OS/2 ;)

OS/2 war ursprünglich ein gemeinsamen Projekt von IBM und Micro$oft (gegen Apple gerichtet, wenn ich mich nicht irre), nur als Micro$oft dabei genügend gelernt hatte, stieg es aus und machte Windows (NT und alles, was zeitlich folgte) zu einem richtigen Betriebssystem. Das war nicht die einzige "Koalition" von IT-Giganten gegen eine zu starke Konkurrenz - aber alle Koalitionen hielten nur wenige Jahre.

Herausforderer ist der ewige Konkurrent Apple, der derzeit die Technikexperten mit seinem Konzept überzeugt, stromsparende Chip-Technologie aus dem Smartphone-Bereich auf den PC zu übertragen

Gute Idee - nur wenn Apple wider auf geschlossene System setzt, wird es da sicher wieder offene Konkurrenz geben, und die Geschichte von "DOS gegen MAC" wiederholt sich entsprechend.

Angesichts der vielen Programme für x86-Rechner wird wohl ein Gerät vor allem dann gute Chancen haben, wenn es auch 86-Code versteht. Es gab bzw. gibt ja Großrechner, deren Chips mehrere Dekodiereinheiten für verschiedene Architekturen haben (inklusive Hardware-Java).

Denn rückwärts-Kompatibilität war der Kern des Erfolgs des PCs - noch heute findet sich, wenn man teif genug bohrt, eine Kompatibilität zu CP/M, wenn man ein Windows-Programm in einer reinen DOS-Umgebung startet ... zwar völlig bedeutungslos (sie wird heute nie benutzt, allerhöchstens von irgendwelchen winzigen DOS-Utilities, die ins "Museum" gehören), aber eben immer noch vorhanden.

Mit den preiswerten Laptops wird der komplexe Personal Computer auf die Funktion eines Webbrowsers reduziert

Das ist ein Risiko: Wenn es mal eine professionellen Angriff auf das Netz eines Landes gibt (z.B. von einem feindliche Staat gesteuert) und kein Chrome-Rechner seine Daten findet, dann werden ich alle glücklich schätzen, die ihre Daten im eigene Haus aufbewahrt haben.