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Mogelpackung - kann man nicht glauben


23.06.2021 15:47 - Gestartet von wolfbln
5x geändert, zuletzt am 24.06.2021 10:25
Die Verlautbarungen der DB und Telekom sind eine volle Mogelpackung. Sicher liegt es nicht nur an den mangelnden Abdeckung und dem Anbieter, sondern auch an der Bahn, die lange einen anderen Anbieter favorisiert hat, Wagen, die praktisch für Funkstrahlung undurchdringlich sind und Strecken sehr tief in die Landschaft einschneidet, was jetzt nicht neu ist.

Schauen wir uns mal den gegenwärtigen Status Quo an:
In der Versteigerung von 2015 wurden die Anbieter verpflichtet, bis Ende 2019 alle ICE-Hauptstrecken (damals 5200 km) mit mind. 50 Mbit/s abzudecken. Dieses Ziel wurde klar verfehlt und erst in diesen Jahr meldeten die 3 Netzbetreiber Vollzug an. Die BNetzA hat aber weiter noch Lücken ausgemacht und prüft gegenwärtig. Ziel also immer noch nicht erfüllt oder zumindest fraglich.

Inzwischen gab es bei einer neuen Versteigerung 2019 weitere Auflagen: alle Hauptstrecken der Bahn mit mind. 100 Mbit/s bis 2022 abdecken, die Nebenstrecken mit mind. 50 Mbit/s bis 2024.

Die neue Verlautbarung der Telekom von heute ist einerseits zwar eine Verdopplung in der Downloadgeschwindigkeit, aber eine Verlangsamung im Tempo der Abdeckung. Ich frage mich, ob das mit der BNetzA abgesprochen ist, denn sie bricht darin effektiv die Vereinbarungen aus der Auktion bezüglich der Abdeckungszeiten.

Laut neuen Telekom-Plan sollen insgesamt 7.800 km Hauptverkehrsstrecken bis 2024 kommen und nicht wie in der Verpflichtung vorgesehen schon bis 2022, dafür in mind. 200 statt 100 Mbit/s. Das sind aber effektiv nur 1600 km mehr Strecke (von 5200 auf 7800) als schon in der Auktion 2015 vorgesehen, da man ja davon ausgehen muss, dass alle 5200 km ICE-Fernstrecken zu den 7800 km Hauptstrecken gehören. Damit gesteht die Telekom ein, dass sie selbst nicht die 1600 km in den nächsten 18 Monaten bis Ende 2022 schafft, sondern erst bis Ende 2024.

Das wäre irgendwie noch denkbar, aber weitere 13.800 km "fahrgaststarke Strecken", also nochmal knapp doppelt so viel wie zuvor oder fast 3-mal so viel wie zur Zeit bis Ende 2025 abzudecken ist m.E. völlig utopisch, ganz zu schweigen vom über 20.000 km umfassende Restnetz mit Nebenstrecken der Bahn bis Ende 2026.

Dann werden aber die Leute, die das uns heute ernsthaft verkaufen wollen weder bei der Telekom noch der Bahn noch im Ministerium mehr im Amt sein und sich dafür rechtfertigen müssen.

Völlig daneben:
nicht mal 5200 Bahn-km hinkriegen in 5 Jahren (2015-20) und dann in weiteren 5 Jahren (2021-26) die 27.000 übrigen Bahnkilometer bauen wollen. Wer soll denn das bitte glauben?