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Übersetzung: Teltarif, Eure Nachforschungen nerven


19.06.2021 08:48 - Gestartet von Chris111
4x geändert, zuletzt am 19.06.2021 08:54
Einerseits: warum sollte es nicht möglich sein, dass ein mündiger Bürger bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung dann mehr als 24 Monate dabei bleiben muss. Schließlich kalkuliert der Anbieter ja auch mit jeweils 24 Monaten. Daher halte ich das für übertriebenen Verbraucherschutz, wenn der Kunde weiß was er macht und entsprechend informiert wird dass er jetzt 30 Monate an der Backe hat.

Andererseits ist es befremdlich dass 1und1 das geltende Recht ignoriert und dann lapidar schreibt

„Die Kollegen haben den Sachverhalt direkt geprüft und ich kann Ihnen nun Folgendes mitteilen: Ihren Fall haben wir zum Anlass genommen, die internen Prozesse zu überprüfen, um daraus Verbesserungen abzuleiten.“

Denn das heißt soviel wie: „Teltarif, haltet endlich Euer Maul. Ihr nervt und wir ändern nur was, wenn der Druck zu groß wird.„
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[1] xxbr0116 antwortet auf Chris111
19.06.2021 12:37
Benutzer Chris111 schrieb:
Einerseits: warum sollte es nicht möglich sein, dass ein mündiger Bürger bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung dann mehr als 24 Monate dabei bleiben muss. Schließlich kalkuliert der Anbieter ja auch mit jeweils 24 Monaten. Daher halte ich das für übertriebenen Verbraucherschutz, wenn der Kunde weiß was er macht und entsprechend informiert wird dass er jetzt 30 Monate an der Backe hat.

Genauso sehe ich das auch - meiner Meinung nach sind durch eine Verlängerung von Verträgen nicht die vereinbarten (Rest)Laufzeiten des Ursprungsvertrages anzurechnen, wenn man wechselt um sich zu "verbessern" muss der Altvertrag auch erfüllt werden 24 + 24 ist in beiden Fällen insgesamt 48 ...

Weiterhin ist die Überregulierung des Kommunikationsmarktes im Verhältnis zu anderen Märkten wirklich nicht mehr zu ertragen .... Wir zeit das Aldi und Co. für die an der Kasse verteilten Prepaidkarten einen Aktivierungsdienst und Support am Verkaufsort anbieten bieten müssen....

Und zuletzt der (un)müdige Bürger, ohne Worte - glaubt immer im Recht zu sein ...
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[2] foobar99 antwortet auf Chris111
19.06.2021 13:12
Benutzer Chris111 schrieb:
Einerseits: warum sollte es nicht möglich sein, dass ein mündiger Bürger bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung dann mehr als 24 Monate dabei bleiben muss. Schließlich kalkuliert der Anbieter ja auch mit jeweils 24 Monaten. Daher halte ich das für übertriebenen Verbraucherschutz, wenn der Kunde weiß was er macht und entsprechend informiert wird dass er jetzt 30 Monate an der Backe hat.

Dann muss der Anbieter eben bei seinen Angeboten nicht mit 24 Monat kalkulieren, sondern mit 24 - x. Das ist ja wohl kein Problem. Bestandskunden sind ohnehin günstiger als Neukunden.

Die gesetzliche Regel zur Vertragslaufzeit ist nicht dazu da, den Bürger unmündig zu machen, sondern soll den Wettbewerb sicher stellen. Die Anbieter schöpfen ja nahtlos das Maximum aus. Ohne Obergrenze gäbe es deshalb sicher 5- oder 10-Jahres-Verträge. Das wäre nicht nur katastrophal für den Wettbewerb, es wäre auch viel schlimmer in die Falle zu tappen. Denn, wie es um die Qualität und Service eines Anbieters wirklich steht, erfährt man letztlich immer erst wenn es drauf ankommt. Und warum sollte sich ein Anbieter bemühen Probleme zu lösen, wenn der Kunde eh über Jahre an ihn gebunden ist.

Klar, ob die Obergrenze jetzt 24 oder 30 Monate ist, macht da keinen großen Unterschied. Aber wäre die Obergrenze 30 Monate, hätte 1&1 ja 36 Monate vereinbart. Obergrenze heißt eben Obergrenze.
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[3] Mister79 antwortet auf Chris111
19.06.2021 23:40
Benutzer Chris111 schrieb:
Einerseits: warum sollte es nicht möglich sein, dass ein mündiger Bürger bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung dann mehr als 24 Monate dabei bleiben muss. Schließlich kalkuliert der Anbieter ja auch mit jeweils 24 Monaten. Daher halte ich das für übertriebenen Verbraucherschutz,

Macht ja nix. Ich halte es für richtig, der Gesetzgeber auch, der Verbraucherschutz auch und die EU möchte auf 12 Monate. Scheint ja seinen Grund zu haben und da du dadurch nicht mehr bezahlst bin ich mit der derzeitigen Regelung zufrieden.

Hat nicht selbst o2 als Beispiel damit angefangen das du 8 Monate vor Ende verlängern kannst?!? Scheint denen damit und der geltenden Rechtsgrundlage finanziell nicht zu schaden
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[4] abrazzo antwortet auf Chris111
24.06.2021 07:24
Benutzer Chris111 schrieb:
Einerseits: warum sollte es nicht möglich sein, dass ein mündiger Bürger bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung dann mehr als 24 Monate dabei bleiben muss. Schließlich kalkuliert der Anbieter ja auch mit jeweils 24 Monaten. Daher halte ich das für übertriebenen Verbraucherschutz, wenn der Kunde weiß was er macht und entsprechend informiert wird dass er jetzt 30 Monate an der Backe hat.

Es ist befremdlich, wenn Verbraucher zu viel Verbraucherschutz wittern. Bei den verschiedenen häufigen Konzern-freundlichen Kommentare würde es mich nicht wundern, wenn manche Kommentatoren aus der PR-Abteilungen der Konzerne kommen.

Das nächste was befremdlich ist, ist das wiederholte Herausstellen des "mündigen" Bürgers. Das suggeriert dass der einzelne Bürger, der vielleicht (wenn überhaupt) alle zwei Jahre mal einen solchen Vertrag abschließt, auf gleicher Ebene stehen würde, wie z.T. multinationale Konzerne, die Rechtsanwälte beschäftigen, die ganze Rechtabteilungen haben. Die Verträge, Bestimmungen, etc. sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, für den "normalen" Bürger völlig unduchschaubar. Und das ist ja auch gewollt.

Bezeichnend ist, das im konkreten Fall 1&1 direkt eingelenkt hat, ohne die genannten Fälle an die große Glocke zu hängen. Das lässt in der Tat darauf schließen, dass ein solches Verhalten an der Tagesordnung steht.

Denn das heißt soviel wie: „Teltarif, haltet endlich Euer Maul. Ihr nervt und wir ändern nur was, wenn der Druck zu groß wird.„

Genau so ist es, und genau deswegen ist Verbraucherschutz wichtig und mit Sicherheit nicht übertrieben.