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Der deutsche Markt war immer schon anders


26.03.2021 16:02 - Gestartet von Tzupa
Wir haben in Deutschland praktisch nur Free TV (Sky will ich nicht zählen denn die haben kaum Kunden). Gute US Inhalte sind hierfür zum einen zu teuer, und zweitens bekommt man die Rechte sowieso nicht wenn die Distribution keinen Signalschutz bietet (unverschlüsselte Ausstrahlung). Ein weiteres Problem des FreeTV Ansatzes ist die Beschränkung auf die deutschen Tonspuren, denn nur so lässt sich die Satellitenausdtrahlung geografisch einigermaßen beschränken.

Die verbleibende Lücke für hochwertigeres Programm war immer schwer zu füllen, denn die Zahlungsbereitschaft ist gering, müssen die Menschen ja bereits für Kabelanschluss und die Rundfunkgebühren zahlen.

Am Ende ist das das Ergebnis der Politik, die stets die öffentlich-rechtlichen Sender gefördert und jegliche ernst zunehmende Konkurrenz vermieden hat.

Ein Punkt ist sicherlich auch das in Deutschland historisch geringe Bildungsniveau (also das, was der Artikel zwischen den Zeilen zu sagen versucht) und der generelle Geiz, für gute Inhalte auch etwas zahlen zu wollen. Die immer gleichartigen deutschen Fernsehkrimis scheinen die meisten Menschen ausreichend zu unterhalten.

Aber das alles ändert sich jetzt mit zunehmender Zuwanderung und steigendem Bildungsniveau bei der jüngeren Bevölkerung. Das pusht entsprechend die Anbieter besserer Inhalte wie Netflix, Disney+ und Co. Das lineare TV wurde in Deutschland viel zu lange und zu stark staatlich subventioniert und scheitert nun an seiner Gestrigkeit. Am Ende regelt es doch immer wieder der Markt. Lineares Fernsehen beschränkt sich schon heute auf die aller ältesten Zuseher sowie die bildungsfernen Schichten.
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[1] ttfried antwortet auf Tzupa
26.03.2021 16:52
Lineares Fernsehen beschränkt sich schon heute auf die aller ältesten Zuseher sowie die bildungsfernen Schichten.

Und auf die Hintergrundbeschallung bei anderen Tätigkeiten.

Gerade die eingangs erwähnte Dauerschleife "Monk/Psych/BfR" ist bei meiner Frau ein beliebter Hintergrund für ihr häusliches Sportprogramm.
Der Fernseher liefert hier nur eine Art Fahrstuhlmusik.

Eine Kollegin schaut Fernsehen nur beim Bügeln und da ist die Konzentration auch eher bei der Wäsche als beim Inhalt einer Serie.

Ich selbst habe keine Lust mehr, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sitzen. Früher kam mal Daktari oder Fury oder Flipper - das war Pflicht. Aber inzwischen bin ich drüber weg und eine Woche auf die nächste Folge zu warten, ist mir zu blöd.

Inhaltliche Qualität? Wozu? Es reicht, wenn der Sound nicht nervt und irgend was Buntes auf dem Schirm ist.

Bewußt konsumieren geht über Konserven oder Streaming.
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[2] Dogmatix antwortet auf Tzupa
26.03.2021 18:59
Benutzer Tzupa schrieb:
Ein weiteres Problem des FreeTV Ansatzes ist die Beschränkung auf die deutschen Tonspuren, denn nur so lässt sich die Satellitenausdtrahlung geografisch einigermaßen beschränken.

Das ist für mich der Killerfrage. US (und GB) Inhalte werden im deutschen Free-TV erbarmungslos sychronisiert und dadurch total ruiniert. Nur bei One gibt es ab und zu etwas mit Originalton. Bei Netflix ist fast alles mit OV, bei Amazon Prime vieles - ich bezahle lieber dafür, als synchronruiniertes Inhalt im Free-TV zu gucken. Ich würde auch Britbox abonnieren wenn es in Deutschland einfacher wäre.